Volksfest 2025 in Furth im Wald ungewiss, Dimpfl-Bräu wird zum Landesgartenschau Gastro-Betrieb

Von Alexander Frimberger · 11. März 2025 um 05:00

Volksfest 2025 in Furth im Wald im Landkreis Cham? Unklar antwortet der bisher angestammte Festwirt Matthias Strauß. Das heißt nicht, dass er die Hände in den Schoß legt, im Gegenteil: Im Landesgartenschaujahr will er mit einem Angebot auf dem Gartenschaugelände punkten und ansonsten auch mal einen Gang runterschalten.

Die Tatsache, dass Cham den Bierpreis auf dem Volksfest heuer auf 9,80 Euro senkt, war sogar der Bildzeitung eine Schlagzeile wert (wir berichteten).

Doch es geht ja noch besser, wie unser Medienhaus ebenfalls berichtete: Die Maß Bier kostete im vergangenen Jahr auf dem Volksfest in Bad Kötzting lediglich 9,30 Euro.

Entscheidung am 27. März

Der Preis für 2025 steht noch nicht fest. Strauß, Festwirt in Kötzting, kann dazu noch nichts sagen. Aber nachdem 9,60 Euro für den Liter Bier für die Saison 2026 schon festgelegt sind, wird es heuer wohl kaum mehr sein.

Interessante Hintergrundgeschichte: Dimpfl-Bräu-Chef setzt auf Regionalität und bedauert das Brauereisterben in Furth im Wald

Ungeachtet dieser Preisanekdote ist der Chef der Dimpfl-Brauerei nicht nur in dieser Festsaison, sondern auch in den kommenden beiden Jahren Bierzeltchef in Bad Kötzting. Das ist der grundsätzliche Zeitrahmen, in dem er denkt. „Drei bis vier Jahre möchte ich in jedem Fall noch machen, dann wird man sehen, was kommt“, sagt er und ergänzt: „Mit 63 Jahren bin ich ja auch nicht mehr der Jüngste.“ Bis dahin allerdings will er seiner Leidenschaft Hopfen und Malz weiterhin seine ganze Kraft schenken. Volksfeste sind dabei eine große Motivation für ihn. Trotzdem hat er sich für die kommenden Jahre nicht mehr für Roding beworben. Das liegt für ihn terminlich einfach zu nah am Kötztinger Fest. „Ich nehme nur das noch an, was ich wirklich schaffe, denn was wir machen, wollen wir ordentlich machen.“

So wie im vergangenen Jahr wird es nicht mehr sein

Klar kommt in diesem Zusammenhang die Sprache auf das Volksfest in Furth im Wald. Strauß kann nichts sagen über den Stand der Dinge. Im Haushaltsausschuss des Stadtrates hieß es seitens der Verwaltung, man prüfe derzeit noch die Möglichkeiten. Fest steht, so wie im vergangenen Jahr auf dem Brauereigelände wird es nicht mehr über die Bühne gehen. Die Stadt möchte laut Strauß wenigstens einen kleinen Fuhrpark für Kinder. „Das geht bei mir nicht.“

Die große Angst seitens der Festverantwortlichen war, die Fieranten könnten ihre Fahrgeschäfte abziehen und anderswo anheuern, wenn zwei Jahre lang kein Volksfest in Furth abgehalten wird. Stadtrat Thomas Roßmann, der bei den Stadtwerken für die Freizeitbetriebe zuständig ist, kann auf Nachfrage Entwarnung geben. Er hat mit Verantwortlichen Gespräche geführt und kann bestätigen, die Fieranten bleiben der Drachenstadt 2026 treu. Auch eine Nachfrage bei Furths Hauptamtsleiter Stefan Schmidberger bringt kein eindeutiges Ergebnis: „Das ist noch nicht abschließend geklärt.“ Bei der nächsten Stadtratsitzung am 27. März könnte es demnach darauf eine Antwort geben.

Kein Volksfest, ein kleines Volksfest, ein etwas anderes Volksfest, „nix g‘wiss woaß ma ned“. Matthias Strauß kann aber eines versprechen: Auf seinem Brauereigelände wird es ab dem 22. Mai, wenn die Gartenschau beginnt, bis zu ihrem Ende im Oktober, ein Angebot geben. Von Donnerstag bis Sonntag, wenn sich Mehrbesuch abzeichnet auch die ganze Woche, wird er Gäste aus nah und fern bewirten. „Wir haben alles noch schöner hergerichtet als im vergangenen Jahr beim improvisierten Volksfest.“ Der Brauereikeller und die Katakomben sind mit Holzboden ausgelegt, statt Bierbankgarnituren werden Tische und Stühle aufgestellt. Auch der Biergarten wird stimmungsvoll geschmückt. 500 Gäste sollen gleichzeitig Platz finden. Den zu erwartenden Besucheransturm fürchtet der Brauerei-Chef übrigens nicht. „Wir sind gut bestückt, können nach Bedarf aus einem großen Pulk von Mitarbeitern schöpfen.“ Bands und andere Veranstaltungen soll es dagegen nicht geben. „Da findet ja wahnsinnig viel auf der Gartenschau statt. Da wollen wir keine Konkurrenz sein.“

Noch drei Jahre – und dann?

Neben dem für die Brauerei typischen naturtrüben Kellerbier setzt man auf alle anderen Getränke, Kaffee und Kuchen sowie eine Speisenkarte mit Schwerpunkt Brotzeiten. Auch Currywurst und Ähnliches soll es geben. „Wir freuen uns richtig auf die Zeit. Wo gibt es das schon, eine kleine Handwerksbrauerei in direkter Nachbarschaft zum Gartenschaugelände.“ Drei Jahre Alltagsstress gibt er sich mindestens noch, hat Strauß zu Beginn gesagt, und dann? „Das wird man sehen, nur so viel ist klar, einfach rumsitzen kann ich nicht.“ Loslassen, damit hätte er auch jetzt schon kein Problem. Nur muss halt auch immer der passende Nachfolger bereitstehen. Letzte Frage: Was kostet die Maß während der Gartenschau? „Zum einen gibt es nur halbe Liter, zum anderen sprechen wir intern gerade noch über den Betrag. So viel ist aber auch klar: Es sind keine Volksfestpreise.“