Dimpfl-Bräu-Chef setzt auf Regionalität und bedauert das Brauereisterben in Furth im Wald

Von Alexander Frimberger · 12. April 2023 um 18:00

Für Matthias Strauß ist Bier Leidenschaft, seine Brauerei Emotion. In seinem Traditionsbetrieb Dimpfl-Bräu in Furth im Wald entstehen feinste untergärige Biere. Der Braumeister setzt auf Regionalität und bedauert, dass andere kleine Brauereien nicht überlebt haben.

Mit den ganz großen und weltweit operierenden Brauereien kann und will Matthias Strauß nicht mithalten. Seine Kunden werden es ihm danken, denn während andernorts auf Schnelligkeit in der Herstellung gesetzt wird, bekommen die Biere des Brau- und Malzmeisters vor allem eines: Zeit um zu reifen. „Wir sind ein traditioneller Handwerksbetrieb, eigentlich könnte man sagen, eine Manufaktur.“

14 Wochen ruht das Bier beim Dimpfl-Bräu im Keller

Jeder Schritt im Sud- und Gärprozess wird mit der Hand gemacht, nur das Abfüllen erledigt eine moderne Maschine. „Auch wenn wir immer die selben Zutaten verwenden, ist deshalb jeder Sud etwas anders.“ Bei Dimpfl-Bräu legt man Wert auf kalte Gärführung und sehr kalte Lagerung. 14 Wochen darf das Bier ruhen. Danach ist es bestens geklärt, naturtrüb und muss nicht filtriert werden. Das ist in den Augen von Matthias Strauß auch gut so: „Filtrieren ist wie kastrieren, weil auch ein Teil der Inhaltsstoffe herausgefiltert wird.“

Die Qualität seines Gerstensafts reicht allerdings nicht, um konkurrenzfähig zu bleiben. Strauß hat seine Nische gesucht, in der eine kleine Brauerei überleben kann. Und er hat sie gefunden. Regionalität lautet das Zauberwort. Das Bier, das in Flaschen abgefüllt wird, legt nicht mehr als 25 Kilometer zurück, ehe es in den Regalen des Fachhandels landet. Auch ausgewählte Lebensmittler werden beliefert, und zwar solche, die ebenfalls auf Regionalität setzen. Das Hauptgeschäft machen allerdings die großen Volksfeste der Region aus. Als Festwirt auf dem Bad Kötztinger Pfingstfest, auf dem Volksfest in Roding und natürlich beim Drachenstich in Furth im Wald hat er sich mit seinem Bier einen Namen gemacht. Das lagert übrigens schon im Keller und wartet darauf, in den Bierzelten der Region durstige Abnehmer zu finden.

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Trotzdem ist es gerade aktuell nicht leicht, sich auf dem Markt zu behaupten. Der Ukraine-Krieg, beziehungsweise dessen Folgen, die jeder Bürger im Geldbeutel zu spüren bekommt, drücken auch den Umsatz von Dimpfl-Bräu. Die selbst hergestellten Limonaden und Biere sind eben etwas teurer als die der Großproduzenten. „Trotzdem wird es in Zukunft weitergehen“, ist der 61-Jährige sicher. Wenn er sich in ein paar Jahren zur Ruhe setzt, ist die Nachfolge geregelt. Warum es ihn, wie viele seiner Braumeisterkollegen nie in die weite Welt gezogen hat, beschreibt er so: „Ich bin dem Betrieb emotional sehr verbunden.“ Der Grundstein wurde bereits um das Jahr 1600 gelegt. Da hat Kurfürst Maximilian I. von Bayern in Furth im Wald an dieser Stelle ein Weißbierbrauhaus errichten lassen. Später wurde ein Kommunbrauhaus daraus, an dem 80 Wirte Braurecht besaßen. Die letzten Kommunbrauer waren dann seine Großeltern Fritz und Anna Dimpfl, die das Gebäude im Jahr 1933 erwarben und die Brauerei weiterführten. Später brachte Strauß` Vater Franz den Betrieb auf den neuesten Stand und übergab 1990 an seinen Sohn, der die Familientradition bis heute in Ehren hält.

Schade um jede Further Brauerei, die verschwindet

Und wie geht es ihm dabei, dass gerade die beiden Brauereien Späth und Hofer von der Bildfläche verschwinden? „Ich wäre froh und glücklich, wenn beide heute noch da wären.“ Er sah beide Familien nie als Konkurrenz, im Gegenteil: „Wir haben immer gut zusammengearbeitet.“

Bis heute ist der Kontakt zu den Familien und Erben gut. Ganz generell findet er, dass es kleine regionale Betriebe, wie Brauereien und Landwirte sind, „die zu unserer Kultur gehören und unsere Region schöner machen.“

An den Stellschrauben im Sudhaus, an denen Matthias Strauß heute dreht...
...hantierte schon sein Vater, Dipl. Brau-Ing. Franz Strauß.