Auf dem Hohenbogen endet eine „zufriedenstellende“ Saison – Pläne für Sommer intensiviert

Von Stefan Weber · 11. März 2025 um 11:00

Aus und vorbei: Am Sonntag um 16 Uhr hat die Hohenbogenbahn ihren Betrieb für die Wintersaison eingestellt. „Wenn man so aufhören kann wie an diesem Tag, dann ist das ein guter Abschluss“, sagt Markus Müller, Geschäftsführer der Bahn.

Auch wenn der Wunsch-Start aller Skigebiete immer kurz vor Weihnachten sei, der dieses Jahr aber sprichwörtlich „ins Wasser gefallen ist“, so habe die beste Zeit des Jahres für alle Wintersportler doch an Heilig-Drei-König Anfang Januar beginnen können – mit Naturschnee und ausreichend kalten Temperaturen, so dass beschneit werden konnte. Unterm Strich lägen „ganz zufriedenstellende“ Monate hinter der Bergbahn, sagt Müller.

36 Tage Flutlichtfahren

60 Tage Skibetrieb, 36 Abende mit Flutlichtbetrieb, damit läge man „leicht über dem Durchschnitt“, so der Geschäftsführer. Allerdings sei auch zu bemerken, dass trotz sehr guter und sonniger Wintertage die Zahl der Gäste unter der vergleichbarer Jahre gelegen habe. „Man merkt das einfach, wenn es im Tal nicht Winter ist“, sagt Müller. Als weiteren Grund führt er die wirtschaftlich schwierigen Zeiten an. Wenn die Menschen sparen müssen, tun sie das bevorzugt an der Freizeit.

Darum sieht Müller auch die jüngsten Meldungen des Verbandes der Seilbahnbetreiber kritisch. Der habe Steigerungsraten von 25 bis 40 Prozent vermeldet, aber: „Wir kommen aus vier Jahren der Krise mit Corona-Auflagen und steigenden Energiepreisen“, sagt Markus Müller. Die Zeiten seien auch für Seilbahnen nicht so rosig, wie derart lautende Meldungen vermuten ließen.

Für den Hohenbogen – das einzige Skigebiet im Landkreis Cham und als größeres gesehen in der ganzen Oberpfalz, in dem Wintersport überhaupt möglich gewesen sei diese Jahr – bleibe die Wintersaison alternativlos. Die Investitionen in die Beschneiungsanlage seien dafür aber absolut notwendig gewesen, um wenigstens eine der Pisten durchgehend befahrbar machen zu können.

Angst vor der Zukunft hat Markus Müller nicht. „Ich denke, ein Kind im Bayerischen Wald muss drei Dinge unbedingt können: Radfahren, Schwimmen und Skifahren“, sagt er. Darum gebe es für die jüngsten Wintersportler die Saisonkarte auch schon für 100 Euro – und die meisten der über 200 Dauerkarten-Besitzer seien aus der Region und den verschiedenen Sportvereinen gekommen.

Aber natürlich sähen auch die Gesellschafter der Hohenbogenbahn, dass es künftig noch mehr brauchen werde als schöne Wintertage. Darum kündigt Müller am Ende der Wintersaison an, dass in diesem Jahr die Sommer-Pläne Fahrt aufnehmen müssten.

Mehr Auslastung im Sommer

Einige Jahre seien Überlegungen auf Eis gelegt worden, da ein privater Investor eigene Pläne rund um den Gipfel angekündigt hatte, die die Hohenbogenbahn auch im Sommer hätten auslasten können. Nachdem seit den ersten Ankündigungen nun aber weit über zehn Jahre ins Land gezogen seien, in denen sich wenig getan habe, müsse die Gesellschaft nun selbst handeln. Was genau gemacht werden soll, das gelte es noch festzulegen. Um aber das notwendige Kapital auftreiben zu können, stellt der Geschäftsführer nach fast 60 Jahren eine Öffnung der Gesellschaft auch für externe Investoren in Aussicht. Interessenten gebe es bereits.

Der Skibetrieb wäre übrigens auch jetzt noch möglich, sagt Markus Müller, zumindest theoretisch. Denn auch mit wenig Niederschlag und viel Beschneiung seien die Speicher noch gut gefüllt. Das letzte Mal sei die Piste in der Nacht zum Rosenmontag mit einer neuen Schneedecke versehen worden. Ein hoher Aufwand, auch für die Mitarbeiter, für die auch eine 60 Tage lange Saison unter diesen Vorzeichen eine Herausforderung gewesen sei.

Am Gipfel Gelegenheit zum Sonnenbaden, ab 12. April geht die Hohenbogenbahn in den Sommerbetrieb.
Wo beschneit werden konnte, lag Schnee. Die Seilbahn transportierte ihre Gäste aber schon über die grüne Wiese.
Start in den letzten Skitag
Viele nutzten die letzte Gelegenheit für einen Skitag.