Organspende im Fokus: Abgeordneter Preidl verhilft Tim Nowak zu Auftritt bei FW-Aschermittwoch

Von Mittelbayerische Zeitung · 6. März 2025 um 15:00

Die jungen Mitglieder der Freien Wähler (FW)rückten beim politischen Aschermittwoch in Deggendorf das Thema „Organspende“ in den Fokus und stießen dabei auf offene Ohren. Parteikollegen und Medien waren begeistert von der Offenheit des jungen Betroffenen.

Tim Nowak hat von Geburt an nur ein halbes Herz. Seit 15 Jahren kämpft der junge Chamer deshalb neben Schule und Privatleben mit vielen Operationen und teils langen Krankenhausaufenthalten. Ein Spenderherz würde ihm helfen, er würde sich wünschen, dass in Deutschland die Widerspruchslösung gelten wird.

Auftritt auf großer Bühne

Offene Ohren findet er beim Landtagsabgeordneten Julian Preidl. Die beiden arbeiten schon länger zusammen und verbreiten das Thema im Landkreis Cham. Am Aschermittwoch sollte es aber auch bayernweite Aufmerksamkeit bekommen, denn Preidl nahm den jungen Gefährten mit nach Deggendorf zur Veranstaltung der Freien Wähler.

Ihr Wunsch ging auf. Tim wurde namentlich von der Generalsekretärin Susann Enders begrüßt und durfte sein Anliegen auf der großen Bühne schildern. Ebenfalls sofort begeistert: der Pflege- und Patientenbeauftragte Thomas Zöller:

„Als Patientenbeauftragter erfahre ich regelmäßig von betroffenen Patientinnen und Patienten, wie groß der Wunsch nach Verbesserungen im Bereich der Organspende und Organtransplantation in Deutschland ist.

Auch Ärztinnen und Ärzte bestätigen, dass wir im Bereich der Transplantationsmedizin schnellstmöglich etwas verbessern müssen. Wenn in Deutschland auf eine Million Einwohner nur etwa 10,3 Organspenderinnen und -spender kommen, kann jeder nachvollziehen, wie gering unsere Spenderzahlen sind!“

1200 Menschen warten

Alleine in Bayern warten rund 1200 Menschen auf ein Spenderorgan. Zöller und einige Freie Wähler-Kollegen haben sich deshalb im November das Organspende-Tattoo stechen lassen, um dem Thema mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Aktuell gilt in Deutschland die Entscheidungslösung. Das heißt: Ohne Einwilligung werden weder Gewebe noch Organe entnommen.

„Wir sehen an Tim, dass das aber nicht ausreicht. Wir brauchen viel mehr Spenderorgane, und ich glaube, dass viele zwar spenden würden, sich aber nicht mit der Bürokratie dahinter beschäftigen möchten. Durch die Widerspruchslösung wäre jeder Spender, jeder würde zur Organspende „Ja“ sagen. Wer nicht will, der kann aber auch „Nein“ sagen – oder auch „Ja, aber“ und bestimmte Körperteile ausschließen. Die Widerspruchslösung würde so vielen Menschen helfen“, erklärt Julian Preidl, Landtagsabgeordneter der Freien Wähler.

Aufmerksamkeit für das Thema konnten Tim Nowak und seine politischen Mitstreiter nicht nur bei den Freien Wählern erregen, sondern er durfte sein Anliegen sogar bei den Medienvertretern publik machen. Preidl: „Alle Beteiligten hoffen, dass bald im Bundestag ein Umdenken kommen wird.“

Tim Nowak aus Cham durfte sein Anliegen in Deggendorf auf der großen Bühne schildern.