Bahnstrecke Regensburg-Nürnberg: Einspruch gegen Sperre bei Neumarkt abgewiesen

Von Wolfgang Endlein · 5. März 2025 um 17:00

Dass die Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Regensburg in keinem guten Zustand ist, daran zweifelt keiner. Auch nicht das Eisenbahnunternehmen Agilis. Trotzdem geht es gegen die von der Deutschen Bahn für 2026 geplante fünfmonatige Totalsperre vor. Davon wären auch Fahrgäste von und nach Neumarkt betroffen. Bei der Bundesnetzagentur brachten beide Seiten ihre Argumente vor.

Die Bahn benotet den Zustand ihrer Netze. Der Strecke Regensburg und Nürnberg gab sie bei Gleisen, Weichen und Stellwerken Noten im Bereich mittelmäßig bis an die Grenze zu schlecht.

Busse sollen ausfallende Züge ersetzen

Vom 6. Februar bis 10. Juli 2026 soll dies durch eine Generalsanierung behoben werden. Eine neue Oberleitung, neue Masten, neue Gleise samt neuem Schotterbett, Überleitstellen und Weichen gehören ebenso zu den Maßnahmen wie die Dämme sanieren und 20 Haltestellen zu modernisieren. Die Konsequenz: Für fünf Monate rollt kein Zug über die Gleise. Busse sollen die ausfallenden RE- und RB-Züge sowie S-Bahnen ersetzen. Für Fahrgäste verdoppelt sich dadurch laut Agilis die Fahrzeit.

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„Wir gehen davon aus, dass ein angemessener Schienenersatzverkehr in dem hier notwendigen Umfang kaum organisierbar sein wird“, erklärt Agilis. Die Bahn hat hingegen angekündigt, einen hochleistungsfähigen Schienenersatzverkehr zu organisieren.

Was sind die Alternativen zu einer Totalsperre der Bahnstrecke?

Agilis hält eine fünfmonatige Totalsperre für nicht angemessen. Das Unternehmen aus Regensburg kritisiert, dass es dadurch unverhältnismäßig stark für etwas belastet werde, was die Deutsche Bahn durch Jahre lange fehlende Investitionen selbst zu verantworten habe.

Die DB habe zudem die Wirtschaftlichkeit der Totalsperre im Verfahren bei der Bundesnetzagentur nicht transparent erklärt. Alternativen wären aus Sicht von Agilis eine Sanierung, die entweder in Abschnitten oder bei nur einem gesperrten Gleis gemacht wird.

Die DB hingegen argumentiert, dass diese Alternativen zu erheblich längeren Bauzeiten führten. An dieser Aussage hat die Bundesnetzagentur keinen Zweifel. Zudem erklärt die Bahn, dass nach der Sanierung für mehrere Jahre keine weiteren Bauarbeiten notwendig seien. Agilis zweifelt dies an.

Agilis fürchtet einen Schaden von 44 Millionen Euro durch Totalsperre

In der Summe kommt die Bundesnetzagentur zu dem Schluss, dass die Bahn rechtens handelt. Zugleich erkennt die Behörde an, dass die Totalsperrung schwerwiegende Folgen für Agilis mit sich bringe. Dass das Unternehmen dafür nicht entschädigt werde, sei jedoch mangels Vorschriften nicht Gegenstand des Verfahrens

Agilis spricht davon, dass die Totalsperre für das Unternehmen existenzbedrohend sei. Es geht von einem Schaden in Höhe von rund 44 Millionen Euro aus. Agilis fürchtet, zahlreiche der 15.000 betroffenen Fahrgäste zu verlieren. Das gilt auch für die rund 36 Prozent der operativen Mitarbeiter, die in Kurzarbeit geschickt werden müssten. Die ersparten Trassenkosten sowie ein etwaiger Zuschuss zum Schienener-satzverkehr deckten noch nicht einmal die Kosten des Ersatzverkehrs, sagt Agilis.

Das Unternehmen prüft nun nach eigener Aussage eine Klage vor dem Verwaltungsgericht Köln gegen den Beschluss der Bundesnetzagentur.