In einem Jahr wird in Schwandorf ein neuer OB gewählt: Diese Kandidaten sind im Gespräch

Die Politik in der Region kann sich keine Verschnaufpause gönnen. Kaum ist die Bundestagswahl abgeschlossen und analysiert, stehen die Vorbereitungen für die Kommunalwahl 2026 an. In Bodenwöhr oder Teublitz wurden die ersten Kandidaten für das Amt des Rathauschefs bereits nominiert. In Schwandorf könnte das Rennen diesmal besonders spannend werden.
OB Andreas Feller will für die CSU noch einmal antreten – doch sicher ist nichts
Nicht zuletzt wegen der rechtswidrigen Baugenehmigungen in Irlaching-Siedlung geriet Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) in die Kritik. Selbst in den eigenen Reihen mehrten sich die Zweifel, ob man mit Feller bei der Wahl 2026 auf das richtige Pferd setzt. Daran hat sich nichts geändert.
Feller selbst ist weiter entschlossen, für die CSU zu kandidieren. „Wenn ich nominiert werde, trete ich an, um die Wahl zu gewinnen“, sagt der 56-Jährige. Als Motivation für eine dritte Amtszeit nennt Feller mehrere Projekte, die er zu Ende bringen will – so etwa die Caterpillar-Ansiedlung, die Neugestaltung des Schmidtbräu-Areals oder den Hochwasserschutz.
Doch ob die CSU den OB erneut auf den Schild hebt, ist offen. „Gesetzt ist, wer von der Stadtdelegiertenversammlung gewählt ist. Der Respekt vor diesem Gremium verbietet es, ihm diese Entscheidung vorwegnehmen zu wollen“, sagt CSU-Stadtverbandsvorsitzender Andreas Wopperer. Die Vorsitzenden der Ortsverbände von CSU, JU, FU und Stadtratsfraktion würden sich schon länger mit sämtlichen Personalien für 2026 beschäftigen und Empfehlungen vorbereiten. Voraussichtlich im zweiten Quartal würde feststehen, wer OB-Kandidat der CSU ist, so Wopperer.
Dem 51-Jährigen werden selbst Ambitionen nachgesagt. Wopperer bringe sich längst in Position, so der Eindruck von Beobachtern. Er selbst hält sich dagegen bedeckt: „Persönliche Fantasien und Befindlichkeiten sind nicht einmal sekundär. Wer sich selbst zu wichtig nimmt und für allein maßgeblich hält, dem fehlt die nötige Demut vor der Aufgabe.“
Schwandorfer SPD in den Startlöchern: Schüller oder Frankerl denkbar
Bei der Kommunalwahl 2020 trat Karin Frankerl als Kandidatin für den OB-Posten an und scheiterte mit 20,7 Prozent der Stimmen relativ knapp am Einzug in die Stichwahl. Heute ist die 59-Jährige als Vorsitzende des SPD-Stadtverbands Schwandorf eng in die Vorbereitung des nächsten Urnengangs 2026 eingebunden. Völlig ausschließen will sie persönlich nicht, dass sie noch einmal antreten könnte, sagt Frankerl. Aber entschieden ist in der Frage bisher nichts: „Es ist wirklich alles offen. Wir stehen erst in den Startlöchern“, so die Stadtverbandschefin. Fest steht allenfalls der grobe Zeitplan für die Kandidatenkür. Die Personalie solle „im Sommer, spätestens im Frühherbst“ feststehen.
Möglich, dass auch SPD-Stadtrat Manfred Schüller eine Rolle bei der Kandidatennominierung spielen könnte. Der 53-Jährige hat als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses eine besondere Rolle. Mit seinen 23 Jahren Erfahrung als Stadtrat könnte er entsprechende Karten in seinen Händen halten. „Ich kann es mir im Augenblick eigentlich nicht vorstellen. Aber wie bei vielem im Leben gilt auch in der Politik: Sag niemals nie“, sagt Schüller.
Roland Kraus kann sich weiter eine Kandidatur für die AfD vorstellen
Er war der Erste, der seine Ambitionen öffentlich machte. Im August 2024 sagte der 50-Jährige, dass er als OB-Kandidat bereitstehen würde – sofern das die Mitglieder seiner Partei wollen. An der Haltung hat sich nichts geändert. „Ich kann es mir weiter vorstellen, möchte der Versammlung aber nicht vorweggreifen“, sagt der Schwandorfer. Die AfD habe „mehr als Außenseiterchancen“, den nächsten OB zu stellen, lautet seine Überzeugung.
Zum Zeitplan der AfD äußert sich der frisch gewählte Bundestagsabgeordnete und Kreisvorsitzende Reinhard Mixl. „Spätestens im Spätsommer“ solle der Kandidat offiziell präsentiert werden. Zuvor werde es eine Aufstellungsversammlung geben, bei der alle Schwandorfer AfD-Mitglieder stimmberechtigt sind. „Die Schwarzen werden es mit uns im Wahlkampf nicht leicht haben“, sagt Mixl. Für ihn selbst sei eine OB-Kandidatur „keine Option“.
Marion Juniec-Möller wird nicht noch einmal für die Grünen antreten
Bei zwei OB-Wahlen war Marion Juniec-Möller das Gesicht der Grünen. Doch nach 2014 und 2020 wird die amtierende 3. Bürgermeisterin aus persönlichen Gründen definitiv nicht noch einmal antreten, wie Stadtratskollege Paul Groß versichert. Der Sprecher der Grünen/ÖDP-Fraktion im Stadtrat steht auch selbst nicht zur Verfügung: „Die Marion tritt auf keinen Fall an, und ich mach’s auch nicht.“ Christoph Beck, zusammen mit Marion Krause Vorsitzender der Grünen in Schwandorf, verwies darauf, dass sich der Vorstand des Ortsverbands erst im Februar „neu aufgestellt“ habe. Bei der nächsten Sitzung Anfang März werde die Frage der OB-Kandidatur aber ein Thema sein.
Auch Unabhängige Wähler wollen ihren Hut in den Ring werfen
Die Unabhängigen Wähler stellen laut Vorsitzendem und Fraktionssprecher Kurt Mieschala (56) gerade ihre Liste für die Stadtratswahl 2026 zusammen. Und auch einen eigenen OB-Kandidaten aufzustellen, ist nach seinen Worten geplant. Ob er selbst antreten wolle, sei allerdings noch „vollkommen offen“, so Mieschala. Bei der OB-Wahl 2020 hatte er es immerhin in die Stichwahl geschafft , unterlag dort mit einem Stimmenanteil von 45,1 Prozent gegen Andreas Feller (CSU; 54,9 Prozent). Mit der K-Frage wollen sich die Unabhängigen Wähler Zeit lassen. Laut Mieschala soll eine Entscheidung heuer nach den Sommerferien getroffen werden, „im September oder Oktober“.
Freie Wähler wollen bis zum Schwandorfer Bürgerfest die K-Frage klären
Dieter Jäger (60), dienstältester Stadtrat bei den Freien Wählern, hat sich 2014 schon einmal um den Chefsessel im Schwandorfer Rathaus beworben und bei sechs Kandidaten mit 12,9 Prozent ein durchaus achtbares Ergebnis erzielt. 2020 kandidierte er für das Amt des Landrats. Wirft er nun erneut seinen Hut in den Ring? Beschlossen sei noch nichts, sagte Jäger lediglich, das „Erstzugriffsrecht“ liege aber auf jeden Fall beim Schwandorfer Ortsvorsitzenden Markus Zeug. „Bis zum Bürgerfest sollte die Entscheidung stehen“, so Jäger weiter.
Auch Jägers Tochter Sarah (35) könnte in den Planspielen der Freien Wähler eine Rolle spielen. Die ehemalige Landtagskandidatin und frühere Bayerische Bierkönigin hatte schon vor Monaten erklärt, der Fokus ihrer politischen Arbeit solle künftig auf der Schwandorfer Kommunalpolitik liegen.
ÖDP will bis Mitte des Jahres eine Entscheidung treffen
Alfred Damm, 61 Jahre alt, ist als ÖDP-Kreisvorsitzender, Stadtrat und ehemaliger OB-Kandidat bei der Partei so etwas wie der Mann für alle Fälle. Doch ob er sich nach der Kommunalwahl 2014 (4,5 Prozent) 2026 erneut für den Chefsessel im Rathaus bewirbt, ist offen: „Wir haben noch nicht darüber geredet, aber bis Mitte des Jahres muss die Frage geklärt sein.“ Wünschenswert wäre ein Bewerber aus den eigenen Reihen in den Augen des ÖDP-Kreischefs allerdings durchaus.
Linke nach Bundestagswahl im Aufwind – eigene OB-Kandidatur deutet sich an
Die Partei Die Linke will den Rückenwind, den sie seit der Bundestagswahl spürt, auch bei den Kommunalwahlen 2026 nutzen. Noch ist zwar keine Entscheidung gefallen. Doch Uschi Maxim, zusammen mit Sebastian Wanner Vorsitzende des Kreisverbands Mittlere Oberpfalz, geht davon aus, dass man in Schwandorf einen OB-Kandidaten oder eine Kandidatin aufstellen wird. „Ich denke, wir werden’s machen, um mehr Öffentlichkeit herstellen zu können und den Wählern eine Alternative zu bieten“, sagt sie. Mögliche Bewerber brachte sie auf Anfrage nicht ins Spiel. Doch es ist kein Geheimnis, dass Bundestagsdirektkandidat Tobias Mainka (28) in der Großen Kreisstadt wohnt.


