Modelleisenbahn mit Lokalkolorit: Schwandorfer Stadtrat Manfred Schüller hütet Schatz im Keller

Manfred Schüller hat mit viel Liebe zum Detail eine eigene kleine Welt im Miniaturformat geschaffen. Über 15 Jahre hinweg hat Schüller, der für die SPD im Schwandorfer Stadtrat sitzt, Modelleisenbahnen gesammelt, Berge und Täler modelliert, Landschaften kreiert und unterschiedlichste Szenerien aufgebaut.
Im Maßstab 1:87 rattern seine Lokomotiven über Brücken, durch Tunnels, an Häusern und Waldstücken vorbei. Eisenbahnen haben Schüller schon fasziniert seit er denken kann. Mit drei Jahren bekam er seine ersten Loks, die er bis heute in Ehren hält. „Mit der Eisenbahn bin ich praktisch aufgewachsen“, blickt Schüller zurück. Sein Cousin war oft Spielgefährte, teilte seine Leidenschaft. Doch nicht nur im kleinen Maßstab spielt die Bahn eine Rolle in der Familie des Kommunalpolitikers. „Meine beiden Großväter waren Lokführer und auch meine Onkel haben bei der Bahn gearbeitet,“ erzählt der Schwandorfer.
Als Schüller vor rund 20 Jahren gemeinsam mit seiner Frau Sandra Gierl das Eigenheim geplant hatte, war auch ein Hobbyraum vorgesehen. Über den genauen Verwendungszweck hatte sich das Paar zu diesem Zeitpunkt aber noch keine Gedanken gemacht.
Unzählige Stunden mit dem Aufbau verbracht
Durch Zufall stieß der Bauherr dann bei einem Holzhändler auch auf einen Ausverkauf von Modelleisenbahnen. Schüller nutze die Gelegenheit und kaufte eine digitale Startpackung, die er dann im Keller auf einer selbst erstellten Holzkonstruktion aufbaute. Die analogen Lokomotiven seiner Sammlung rüstete er Stück für Stück mit einem Digitaldecoder nach.
Wie viele Stunden er in all den Jahren mit dem Aufbau seiner Miniaturwelt verbracht hat, kann der Modellbauer nicht sagen. Fest steht: „Viel Geduld braucht man auf jeden Fall.“ Wenn Schüller an seinem Arbeitstisch sitzt und neue Details gestaltet, bedeutet das für ihn Entspannung, eine kleine Auszeit vom Alltag.
Für seine Landschaften greift er dabei auch auf Alltagsmaterialien zurück. Die Berge lassen nicht vermuten, dass sie aus Strumpfhosen bestehen, die in Gips getaucht und mit einen Metallnetz verstärkt wurden. Anschließend hat Schüller die Felsen in verschiedenen Grautönen bemalt, dabei jede Felsspalte herausgearbeitet. „Bei den Häusern wird jeder Fensterrahmen einzeln gesetzt“, erklärt der Bastler.
Auch Elemente mit Schwandorf-Bezug verbaut
Beim längeren Betrachten eröffnen sich immer mehr Details. Am Marktplatz läuft eine Passantin am Schaufenster eines Ladens vorbei, auch eine Schulklasse ist unterwegs. „Eine Szene aus meinem Berufsleben“, schmunzelt der Realschullehrer für Mathematik, Chemie und Informatik. In einem bayerischen Biergarten stoßen feiernde Gäste miteinander an, auf dem Bahnsteig warten Reisende mit Taschen und Koffern. An einem Felsen kämpft ein Kletterer mit dem steilen Aufstieg.
Auch wenn der Modellbau-Fan hier nicht seine Heimatstadt abgebildet hat, finden sich dennoch einige Szenen mit Lokalkolorit. Auf einem Waggon prangt die Aufschrift „Tonwarenfabrik Schwandorf“. „Das war einmal eine Sonderausgabe der Firma Trix“, erzählt Schüller.
Eine andere Lokomotive fährt mit den grünen Containern des Müllkraftwerkes ein, wie auch das Original am Schwandorfer Bahnhof. Die Sonderausgabe wurde laut Schüller einst vom Händler Aumiller in Auftrag gegeben.
Zwei Lokomotiven seiner Sammlung liegen Schüller besonders am Herzen. Die Rheingold von Märklin ist eine Dampflokomotive mit umfangreichen Geräuschfunktionen. „Hier gefallen mir die Details. Durch die Fenster sind die Tische zu sehen, auf denen jeweils ein beleuchtetes Lämpchen steht“, erklärt der Stadtrat. Die Lok der Union Pacific ist für ihn ebenso ein Herzstück der Anlage. Beide Züge waren Geschenke von Schüllers Frau, die seine Leidenschaft unterstützt und auch Gestaltungsideen einbringt.
Stellt Manfred Schüller bald auch die Weichen im Rathaus?
Der Modellbauer schätzt die kreative Arbeit, „da muss es auch nicht ganz so streng zugehen“. Der interessierte Besucher entdeckt sowohl einen alten Mercedes als auch einen neuen Lamborghini – die Züge stammen aus unterschiedlichen Epochen. „Das ist künstlerische Freiheit“, sagt Schüller schmunzelnd.
In seinem Keller stellt der Politiker schon lange die Weichen. Ob er sich das nach der Kommunalwahl 2026 auch im Rathaus vorstellen kann? „Grundsätzlich stellt die Weichen der Stadtrat, das ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Ich bin froh, dass ich mitwirken darf und möchte das gerne auch weiter tun“, sagt er. Entscheidungen würden aber zu gegebener Zeit die Parteigremien treffen.



