40 Jahre griechische Gastfreundschaft: Familie Balkizas feiert Jubiläum in Schwandorf

Gastfreundschaft wird bei Familie Balkizas seit jeher großgeschrieben – und das seit mittlerweile 40 Jahren in Schwandorf. 1985 eröffnete Vassilios das griechische Restaurant in der Oberpfalzhalle. Das Jubiläum wird mit verschiedenen Veranstaltungen gefeiert.
Gäste zu bewirten, das ist das Leben der Familie Balkizas. Sohn Athanasios Balkizas, besser bekannt als Saki, machte sich im April 2014 mit dem Restaurant Mythos selbstständig. Es folgten der Freibadkiosk und das Bistropolis. Auch nach vier Jahrzehnten heißt es „Herzlich willkommen und guten Appetit“.
Gastronomieerfahrung sammelte Saki bereits seit 1998 bei seinen Eltern. Selbst am Montag, dem eigentlichen Ruhetag im Bistropolis, klingelt das Handy ununterbrochen. Die gelieferten Getränke müssen verstaut werden. Saki steht hinter der Theke, serviert oder telefoniert, um Reservierungen und Essensbestellungen entgegenzunehmen. „Ich gebe mein letztes Hemd, damit die Kunden zufrieden sind“, sagt der Gastwirt.
Familie Balkizas startete im Hubmann-Stüberl am Marktplatz
Die Familie Balkizas stammt aus Griechenland, genauer gesagt aus Trikala, einer Stadt in der Region Thessalien mit 61 653 Einwohnern in der Kernstadt und 81 355 in der gesamten Gemeinde. Trikala liegt in der fruchtbaren thessalischen Ebene, unweit der Meteora-Klöster. Vassilios und Fotini Balkizas haben drei Kinder: Tochter Chrisoula kam 1975 zur Welt, gefolgt von Saki im Jahr 1976 und Dimitrios im Jahr 1979, der seit 1997 in der Gastronomie tätig ist.
Die Gastronomie-Geschichte der Familie Balkizas in Schwandorf begann eigentlich schon im Juni 1984 – und zwar am Marktplatz. Vassilios arbeitete damals in Nürnberg, sein Freund war Pächter des Hubmann-Stüberls im ehemaligen Neukauf. Viele ältere Schwandorfer werden sich noch an das kleine Wirtshaus erinnern, das sich im Erdgeschoss links befand. Als der Wirt aufhören wollte und einen Nachfolger suchte, ergriff Vassilios, den alle Willy nannten, die Chance. Er und seine Frau Fotini übernahmen das Wirtshaus. Doch dieses war nur eine kleine Zwischenstation.
Der damalige Oberbürgermeister Hans Kraus verkehrte ebenfalls dort und informierte die Balkizas, dass das Restaurant in der Oberpfalzhalle, die 1978 gebaut worden war, frei werde. Im folgenden Jahr zogen die Balkizas in die Oberpfalzhalle und eröffneten dort Ende 1985 das griechische Restaurant mit rund 280 Plätzen, einschließlich Nebenraum und einer Kegelbahn. Es gab immer reichlich zu tun.
In der Oberpfalzhalle wurden die Gäste mit griechischen Speisen verwöhnt, aber auch deutsche Küche und Braten waren Teil des breiten Speisenangebots. Das Lokal war stets gut besucht, und man musste schon Glück haben, am Wochenende ohne Reservierung einen Platz zu ergattern. 2014 wurde das griechische Restaurant nach 29 Jahren geschlossen, da die Stadt Schwandorf eine Umgestaltung der Gastronomie plante, was die Familie Balkizas hart traf.
Im April 2014 eröffnete Saki dann das Mythos in der Spitzwegstraße, das heute als Eventlokal für Feiern gemietet werden kann. Ein Jahr später ging es in der Oberpfalzhalle wieder weiter: 2015 unterschrieb Saki den Pachtvertrag für das Bistro-polis – und mittlerweile sind schon wieder fast zehn Jahre vergangen, seitdem die Familie das moderne Restaurant betreibt.
Heute steht nicht nur Dimitrios, von allen Jimmy genannt, in der Küche, sondern das Personal wurde weiter ausgebaut, was allerdings nicht leicht sei. Wie früher finden regelmäßig Konzerte und Sportveranstaltungen in der Oberpfalzhalle statt, bei denen die Balkizas den Service übernehmen, und viele Vereine kehren ebenfalls regelmäßig bei ihnen ein.
Zwei schwere Schicksalsschläge
Am 2. Oktober 2021 war ein rabenschwarzer Tag für die Familie, denn plötzlich und unerwartet verstarb Vater Vassilios. Bereits 2019 war Sakis Frau Eva verstorben. Ihre gemeinsame Tochter Tina ist mittlerweile 21 Jahre alt, hat eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin abgeschlossen und arbeitet im KamIn am Schwandorfer Marktplatz, das Saki ebenfalls betreibt. Für Saki „ein Glücksfall“, wie er betonte.
Neben den schweren Schicksalsschlägen mussten die Balkizas auch die Herausforderungen der Corona-Pandemie meistern, was ihnen „dank vieler treuer Stammkunden und unzähliger Speisenabholungen“ gelungen sei. Dafür sind sie heute noch dankbar.
In Schwandorf fühlen sie sich sehr wohl und haben zahlreiche zufriedene Gäste und Freunde gewonnen. Die Zusammenarbeit mit den Hausmeistern der Oberpfalzhalle und der Stadt Schwandorf sei ebenfalls sehr positiv. Regelmäßig reisen die Balkizas’ zurück zu ihren Wurzeln in Griechenland, auch wenn sie Schwandorf als ihre zweite Heimat betrachten. In Griechenland lebt noch die Mutter von Vassilios, die im Dezember 99 Jahre alt wurde. Derzeit kümmert sich Dimitrios zusammen mit seiner Cousine um sie. Die ganze Familie wechselt sich dabei ab.
So wird das Gastronomie-Jubiläum in Schwandorf gefeiert
Dank: Das Jubiläum wird mit verschiedenen Veranstaltungen groß gefeiert. Damit will sich das Bistropolis-Team auch bei den treuen Gästen bedanken.
Konzerte: Am 5. April startet das Jubiläumsjahr mit SaitenSprung, gefolgt von der Rattle Gang am 30. April und Rockomotive Breath am 28. Mai. Am 14. August treten 4Fun und am 23. August Easy Friends auf. Alle Konzerte im Bistropolis beginnen um 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei. Auch ein griechischer Abend ist geplant