43 Gruppen begeistern die zahlreichen Zuschauer des Faschingsumzugs der Hechtonia Berching

Besser hätte der Faschingsumzug der Hechtonia in Berching am Sonntag nicht laufen können. Bei strahlendem Sonnenschein jubelten Hunderte Zuschauer den Teilnehmern zu. Viele der 43 Gruppen hatten aufwendige Wagen und/oder Kostüme gebastelt. Manche nahmen nicht nur die Probleme in der Stadt auf die Schippe.
Josef Winkler von der gleichnamigen Brauerei bat die Zuschauer um Spenden für das Pettenkoferhaus. Die Kirche will das Gebäude verkaufen. Manche Bürger könnten sich darin ein „Haus der Vereine“ vorstellen. Damit die Stadt das denkmalgeschützte Haus kaufen kann, braucht sie jeden Cent. Auch Bürgermeister Ludwig Eisenreich, der dieses Jahr anwesend war, dürfte das nicht entgangen sein. Eisenreich verkleidete sich übrigens als Zirkusdirektor – inklusive Zylinder, auf dem stand „Zirkus Bacham“.
Sehen Sie sich unsere Bildergalerie an: Die schönsten Impressionen des Faschingsumzugs der Hechtonia in Berching
Andere Gruppen – zum Beispiel die „Siedlerweiber“ und „Die drei lustigen Sieben“ – befassten sich mit dem Wirtshaussterben. „Spiel mir das Lied vom Tod, unsere Gasthäuser in Not“, stand auf dem Wagen der „Siedlerweiber“. „Die drei lustigen Sieben“ erlaubten sich zudem einen Spaß und posierten mit einer Papp-Maske, auf der das Bild unseres Reporters zu sehen war. Die Gruppe spielte damit auf den Artikel an, der im Vorfeld des Faschingsumzugs hohe Wellen geschlagen hatte.
In der Mittwochsausgabe berichtete unsere Zeitung über die Pressekonferenz, zu der die Stadt geladen hatte. Dabei erklärten die Verantwortlichen der Stadt und der Hechtonia, wie sie das Problem mit den Wildpinkler in den Griff bekommen wollen. Der Leiter des Ordnungsamtes sagte zudem, dass er nicht mehr wolle, dass Leute nur „zum Saufen“ nach Berching kommen. Diese Steilvorlage nutzte am Sonntag ein Teilnehmer, der sich als „Sauftourist“ verkleidete – alles nur aus Spaß.
Denn er und zahlreiche andere Berchinger wissen, was sie an der Hechtonia haben. Auch Wallnsdorfs Ortssprecherin Erna Fitz hatte vergangene Woche eine Stellungnahme verfasst. Darin schrieb sie unter anderem: „Die Hechtonia investiert viel Zeit und Mühe, um den Menschen – insbesondere auch jungen Leuten – ein unvergessliches Erlebnis zu bieten.“ Der Faschingsumzug bringe Leben und Gemeinschaftssinn in die Stadt, stärke das kulturelle Miteinander und ziehe zahlreiche Besucher an, die Berching positiv erleben.
Prinzenpaar der FG Hechtonia Berching thront auf Wagen
Und so war es auch in diesem Jahr: Die 43 Gruppen begeisterten das Publikum. „Es sind sehr viele dabei, die uns schon Jahre beziehungsweise Jahrzehnte begleiten“, sagte Katharina Hiemer von der Hechtonia. Manche Gruppen – wie etwa die Feuerwehr Fribertshofen – waren das erste Mal Teil des Umzugs. Der Höhepunkt für den Veranstalter selbst war erneut der Hechtonia-Wagen, von dem das Prinzenpaar Jessica II. und Stefan III. den Zuschauern zuwinkten. Auch die anderen Hechtonia-Gruppen – Bambini, Kindergarde, Hechteenies sowie der Hofstaat – bereicherten den Umzug.
„Wir machen uns jedes Jahr viele Gedanken“, sagte Hiemer über den Umzug. Schon im Frühjahr und Sommer überlege man sich, was man nächstes Jahr anders machen könne. Für die Organisatoren lautet das Motto: „Nach dem Umzug ist vor dem Umzug.“







