Neues Konzept für den Faschingsumzug in Berching: Weniger Party, mehr Sicherheit

Von Bernhard Neumayer · 25. Februar 2025 um 19:00

Scherben und Wildpinkler: Um zu vermeiden, dass der Faschingsumzug mit der anschließenden Feier an diesem Sonntag in Berching (Landkreis Neumarkt) laut Bürgermeister nicht wieder „so ausartet wie letztes Jahr“, haben die Verantwortlichen ein neues Konzept ausgearbeitet.

Anwohner hatten sich nach dem Faschingssonntag 2024 bei der Stadt beschwert und von unerträglichem Krach, teilweise aggressiven Narren, wildem Gepinkel und sogar großen Geschäften in den Gassen der Altstadt berichtet. Ein Zustand, der für die Stadt nicht tragbar sei. „Wir müssen dagegen etwas unternehmen“, sagt Bürgermeister Ludwig Eisenreich.

Deshalb hat federführend Markus Amon, der Leiter des Ordnungsamtes, in Absprache mit der Hechtonia und den Ansprechpartnern für das anschließende Faschingstreiben, ein Konzept erarbeitet. Dieses stellte er am Dienstagnachmittag im Rathaus vor.

Fasching in Berching: Keine Sauf-Touristen erwünscht

Der Bauhof hat Amons Aussagen zufolge vergangenes Jahr „so viele Glasscherben wie nie zuvor“ aufsammeln müssen. Teilweise seien Besucher nur „zum Saufen“ gekommen – und nicht wegen des Umzugs. Sie hätten sich schon während des Faschingszugs in das große Festzelt in der Innenstadt gestellt und Alkohol getrunken.„Das wollen wir nicht mehr“, sagt Amon. Deshalb haben die Verantwortlichen entschieden, heuer auf ein großes Festzelt zu verzichten.

Das Faschingstreiben soll eher den Charakter eines Altstadtfestes haben und ein Fest für Familien bleiben, wie Florian Weixelbaum, der Vorsitzende der Hechtonia, sagt. Die Berchinger Faschingsgesellschaft veranstaltet den Umzug, bei dem heuer 43 Gruppen angemeldet sind. Weixelbaum erwartet um die 750 Teilnehmer.

Diese sollen ebenso wie die Zuschauer nach dem Umzug in der Stadt bleiben. Dafür stehen diverse Imbiss-Buden und Getränke-Stände sowie eine Bühne auf dem Reichenauplatz bereit. Dort soll nach dem Zug ein DJ auflegen – allerdings nur bis 21.45 Uhr. Ausschankende ist an den Ständen um 22 Uhr. Im vergangenen Jahr wurden bis Mitternacht Getränke im Zelt verkauft. Und bis dahin beziehungsweise auch noch danach pinkelten manche Männer an Autos oder Häuser – obwohl auch schon vergangenes Jahr zusätzliche Toiletten aufgestellt worden waren.

Wildpinkler sind beim Faschingsumzug in Berching im Fokus

Auch am Sonntag stehen an drei Standorten Dixi-Toiletten sowie ein WC-Wagen. „Wir appellieren an alle, diese Möglichkeiten zu nutzen“, betont Weixelbaum. Markus Amon ergänzt, dass auch ein Sicherheitsdienst auf Streife sein und einen Blick auf Wildpinkler haben werde. Bauzäune an zwei Stellen (Forstergasse und Kupferschmiedgasse) sollen verhindern, dass Menschen dort ihre Notdurft verrichten. In diesen Gassen sei 2024 am stärksten wildgepinkelt geworden. Neben einem Sicherheitsdienst werde auch die Polizei mit verstärktem Aufgebot in Berching sein. Das soll den Bürgern nach den jüngsten Anschlägen ein höheres Sicherheitsgefühl geben.

Zur Sicherheit der Besucher sollen auch Straßensperren beitragen. Laut Amon werden die Hauptzufahrten mit Fahrzeugen des Bauhofs abgeriegelt – „wohlwissend, dass es keine hundertprozentige Sicherheit gibt“, ergänzt Bürgermeister Eisenreich, der den Faschingsliebhabern nach eigenen Angaben das Feiern nicht vermiesen will. „Aber nach den enormen Beschwerden vor allem in den letzten beiden Jahren müssen wir entgegenwirken.“

Deshalb hatten sich die Verantwortlichen mehrmals ausgetauscht und sich nun auf einen Kompromiss geeinigt. Alle hoffen, dass das neue Konzept fruchtet. „Es soll auch am Sonntag wieder gefeiert werden“, sagt Eisenreich. „Aber es soll nicht so ausarten wie letztes Jahr.“

Sie stellten bei einer Pressekonferenz im Berchinger Rathaussaal das Konzept für Fasching vor: Christian Zech (v.l.), Prinzenpaar Stefan Jäger und Jessica Pinna, Florian Weixelbaum, Ludwig Eisenreich und Markus Amon. Foto: Neumayer