Sieben Faschingsumzüge sorgen im Landkreis Neumarkt am 2. März für Gaudi – Sicherheit im Fokus

Von Mittelbayerische Zeitung · 23. Februar 2025 um 11:00

Bei sieben Faschingsumzügen können die Bewohner des Landkreises Neumarkt am 2. März die fünfte Jahreszeit feiern und die ein oder anderen Highlights erleben: Vom Derblecken bis zum Weckruf ist allerlei geboten. Die Sicherheit spielt dieses Jahr eine besondere Rolle.

Die Organisatoren hätten schon immer ein Sicherheitskonzept erstellen müssen, sagt der Pressesprecher der Neumarkter Polizei, Martin Meier. Nach den Attentaten in Magdeburg und München würden aber „gewisse Aspekte noch verfeinert“.

Wie schon beim Rossmarkt stelle die Stadt Berching beispielsweise Lastwagen in Querstraßen, um diese zu blockieren.

Die Gemeinde Seubersdorf macht dies genauso und hat überdies 30 Betonblöcke angeschafft, damit die Faschingsfans in Schnufenhofen beruhigt feiern können. Die Betonblöcke werden vor allem die Partyzone am alten Feuerwehrhaus und auf dem Dorfplatz vor dem Verkehr absichern.

Taschenkontrollen und Fahrzeugsperren bei Faschingszügen

Und die Organisatoren um Sprecher Albert Staudigl jun. machen jetzt schon darauf aufmerksam, dass die Taschenkontrollen beim Einlass in die Partyzone intensiviert werden und zu Wartezeiten führen können. Außerdem sind die Feuerwehren der Gemeinde heuer mit doppelt so vielen Mitgliedern im Einsatz und sperren mit ihren Fahrzeugen auch Querstraßen ab.

Die Polizei wird ebenfalls vor Ort präsent sein, kündigt Meier an. Aber es gehe nicht darum, die Menschen unnötig nervös zu machen. Es gehe vor allem um Prävention. „Wehret den Anfängen.“

Deining: „Sturschädl“ spielt bei großer After-Zug Party

Der 31. Deininger Faschingsumzug startet um 13.30 Uhr von der Leutenbacher Straße und zieht dann durch den Ortskern zur Schule und wieder zurück. „Das Besondere ist, dass wir vor der Sparkasse eine Bühne aufbauen“, erklärt Sandra Vögeler von der Narredei Deining. Außerdem moderiere wieder Franz-Xaver Horvàth den Umzug.

Ob Lieder, Texte oder Tanzaufführung: Vereine und Gruppe bieten dem Publikum auf der Bühne ein vielfältiges Programm. Mit dabei sind die Kindergärten, das Prinzenpaar und der Elferrat ist ebenfalls vertreten, kündigt Vögeler an. „Wir bieten auch das traditionelle Derblecken“, verrät sie. Dabei werden aktuelle Themen humoristisch aufgespießt.

Im Anschluss bietet die Narredei noch eine große After-Zug-Party bei freiem Eintritt im beheizten Elferratszelt. Begleitet wird die Feier von der Deininger Band „Sturschädl“. Die Teilnehmerzahl sei noch offen, aber: „Es haben sich schon einige angemeldet, worüber wir uns sehr freuen.“ Wer mit dem Auto komme, finde umliegend Parkplätze. Im Ortskern selbst werden die Straßen gesperrt.

Velburg: 30 bis 35 Gruppen werden erwartet

Der Velburger Gaudiwurm startet um 14 Uhr von der Parsberger Straße aus zum historischen Stadtplatz und dauert rund eine Dreiviertelstunde.

Beim Umzug würden „örtliche Insider“ und das Jahresgeschehen „aufs Korn genommen“, sagt eine Sprecherin der Stadt Velburg. Jede der teilnehmenden 30 bis 35 Gruppen habe daher sozusagen ihr eigenes Motto. Die Stadt erwartet zwischen 500 bis 800 Teilnehmer.

Nach dem Umzug geht das Faschingstreiben auf dem Stadtplatz weiter. Die Feuerwehr schenkt die Getränke aus und die Restaurants auf dem Platz haben geöffnet. Außerdem bietet die Velburger Werbegemeinschaft Gegrilltes für die Besucher an.

Lupburg: „Lupi, Lupi und Helall!“ mit zwei DJs

Der Lupburger Maschkerer Zug startet um 14:01 Uhr und führt von der Schule über die Hauptstraße bis zum Marktplatz. „Bei uns ist es immer relativ übersichtlich“, sagt Michael Meier, Vorsitzender des Maschkerer Vereins (LMV). Überwiegend gingen Vereine aus der Umgebung mit, wobei jeder im Zug aufgreife, was so über das Jahr passiert ist. Rund 21 Gruppen werden erwartet – die meisten zu Fuß. Nur die Mitglieder des LMV seien mit einem Traktor samt Wagen vertreten.

Auf dem Marktplatz werden die Gruppen dann anmoderiert und könnten noch etwas aufführen, erzählt Meier. „Da geben sich die Gruppen immer ganz viel Mühe.“ Nach dem Umzug legen im Parkstadl auf zwei Ebenen DJs auf. Närrische Stimmung biete auch der Schützenverein in der Burg – nachmittags mit Kaffee und Kuchen, abends als Bar. Parken könnten Besucher von außerhalb in den Nebenstraßen.

Berching: Kommentatoren stellen die Gruppen vor

Der Umzug in Berching startet um 14 Uhr an der Uferpromenade und zieht dann durch die Altstadt und die Innenstadt, teilt Katharina Hiemer, Sprecherin der Hechtonia Berching, mit. Danach werde es ein buntes Faschingstreiben in der Innenstadt geben. „Unser Highlight ist unser großer Prinzenwagen.“ Mit dabei seien die Garde und natürlich das Prinzenpaar mit Prinzessin Jessica II. und Stefan III.

Das Besondere: Der Umzug wird von der Bühne in der Innenstadt aus kommentiert. Ehrenvorsitzender Dominic Neumeyer und Elferratsehrenpräsident Peter Neumeyer stellen die Gruppen vor und erzählen Anekdoten. „Die letzten Jahre waren es um die 30 bis 40 Gruppen“, sagt die Sprecherin der Hechtonia weiter. So viele würden auch heuer erwartet.Wer von außerhalb anreise, könne auf dem Volksfestplatz parken.

Töging: Sonntag startet mit einem nächtlichen Weckruf

Im Dietfurter Ortsteil Töging startet der Umzug traditionell gewissermaßen schon in der Nacht zum Sonntag: Ab 23 Uhr ertönt der Weckruf, wenn die Clowns von Haus zu Haus ziehen und Getränke-, Essens- und Geldspenden sammeln, sagt Konrad Leidl, stellvertretender Bürgermeister von Dietfurt und selbst Töginger. Das Geld komme karitativen Zwecken zugute, während Essen und Getränke für die Weckrufer gedacht seien.

Der eigentliche Faschingszug startet dann am Sonntag um 14 Uhr, getreu dem Motto „Töging ist lustig und bunt“. Mehr als 20 Gruppen sowie drei Musikgruppen seien schon angemeldet, teilt Leidl mit. Die Teilnehmer starten in der Eichelhofsiedlung.

Danach können die Narren den Faschingssonntag in den Lokalitäten ausklingen lassen. Auch Sportheim (Halle), Schlosswirt und Schloss-Saal hätten geöffnet, kündigt Leidl an, der „auf schönes Wetter und viele gut gelaunte Besucher aus Nah und Fern“, hofft. Parkgelegenheiten gibt es an der Altmühlstraße.

Breitenbrunn: Abfahrt 13:61 Uhr ab Kindergarten

„Los geht’s um 13:61 Uhr“, erklärt Mathias Kellermeier, der Vorsitzende des Faschingsvereins Breitenbrunn. Das stehe schon auf alten Einladungen des Vereins so. „Wer sich das hat einfallen lassen, weiß ich nicht.“ Der Umzug starte mit rund 600 Teilnehmern vom Kindergarten über den Marktplatz und drehe dann „eine Runde durch den Ort“, sagt Kellermeier.

Der Zug bestehe aus 32 bis 36 Gruppen – unter anderem zwei Blaskapellen und der Burschenverein. Aber es beteiligten sich nicht nur Vereine, betont Kellermeier. „Der Großteil sind Gruppen, die sich für den Fasching zusammengeschlossen haben.“ Viele von ihnen seien seit vielen Jahren mit von der Partie.

Nach dem Umzug, der rund eine Stunde dauere, gebe es eine Podiumsgaudi auf dem Marktplatz. Dabei schwinge das Dreigestirn einige Reden und die Faschingsgarde zeige ihr Können in einer Showeinlage. Danach gehe das Faschingstreiben in den umliegenden Bars weiter. „Wir, der Faschingsverein, betreiben ebenfalls eine Bar auf dem Marktplatz und finanzieren so auch den Faschingszug“, fügt Kellermeier an. Ein Parkplatz sei gegenüber der Schule ausgewiesen.

Schnufenhofen: Vereine sorgen für Speis und Trank„Ein besonderes Motto gibt es nicht, sondern jeder darf das machen, was er will“, sagt Harald Garden, Vorsitzender des Faschingsvereins. Der Umzug startet um 14 Uhr in der Wissinger Straße. Auf dem Dorfplatz wird der Umzug moderiert – rund 20 bis 25 Gruppen erwartet Garden, etwa ein Drittel mit Motivwagen.

Anschließend geht die Gaudi mit „Spitz af Knopf“ im beheizten Zelt auf dem Dorfplatz weiter, wo Skiclub, SKK, Feuerwehr, CSU, OGV und der Faschingsverein fürs leibliche Wohl sorgen. Der Frauenbund bietet Kaffee und Kuchen im Dorfhaus bei Musik zum Tanzen an. Auch im Dorfstodl ist Livemusik zu hören.

In Breitenbrunn waren in den vergangenen Jahren immer tolle Kostüme zu sehen. Dieses Jahr werden rund 600 Teilnehmer erwartet. Foto: Ines Greiner (Archiv)
Das Orgateam mit Albert Staudigl jun. (4.v.l.) macht an den Ortseingängen Werbung für den Umzug in Schnufenhofen. Foto: Gabler
Lupburg ist der nördlichste Ort Italiens – fand der SV Lupburg vergangenes Jahr. Foto: Santl
Franz-Xaver Horvàth ist traditionell der Moderator in Deining. Foto: Katharina Donhauser (Archiv)