Ein bunter Faschingszug schlängelte sich am Sonntag durch Lauterhofen

Von Jürgen Schlegel · 17. Februar 2025 um 11:00

Der Lauterhofener Bürgermeister Ludwig Lang kann sich zwar daran erinnern, an einem Faschingszug teilgenommen zu haben. Aber: „Das müsste 50 bis 55 Jahre her sein“. Auch Altbürgermeister Peter Braun erinnert sich an einen Faschingszug in Lauterhofen, aber das sei ewig lang her. Für viele Lauterhofener fand somit am Sonntag tatsächlich der erste Faschingszug statt.

Die Initiative dazu kam von der Kolpingfamilie. Katharina Strobl, eine der drei Vorsitzenden, zeigte sich überrascht über die große Resonanz. Angemeldet hatten sich 15 Gruppen mit 300 Teilnehmern. Überraschend groß war auch das Interesse der Lauterhofener Bevölkerung. Viele hundert Menschen säumten die Straße, viele zogen dem Zug zum Vereinsheim des SVL hinterher. Die Motive der Gruppen waren ideenreich, kreativ aber auch kritisch.

Auch kritische Botschaften beim Faschingszug in Lauterhofen

Die Fußballjugend des SV Lauterhofen fragte nach, wo denn der Boden für ihren Fußballkäfig bliebe. Massive Kritik an Bürgermeister und Gemeindevertreter kam von der Feuerwehr. „1300 Jahre Lauterhofen, Respekt, Respekt – doch unser Feuerwehrhaus komplett verreckt“, konnten die Besucher ebenso lesen wie „das Feuerwehrhaus total marode, Hauptsache die Mälze ist in Mode“ oder „Braucht Ihr was zum Kühlen, kommt ins kalte Feuerwehrhaus“.

Auch die Brunner Feuerwehr, die „Brunner Löschzwerge“, gingen im Zug mit, die Kinder mit fahrbaren Plastik-Feuerwehrwagen. Kreativ und optisch auffällig zeigten sich die „Cepimove“, die Mitglieder der Kinder-Bewegungstanzgruppe des SV Lauterhofen. An durchsichtige Regenschirme hatten sie Plastikbänder angebracht und Augen aufgeklebt.

Tiere, Bier-Sportler und wilde Dörfer gingen mit

Die Kirwaleit aus Lauterhofen verkleideten sich als Zootiere, die Schützengesellschaft Lauterhofen trat zum „120. Bierathlon“ an. Die Damen der Gymnastikgruppe des SV Lauterhofen präsentierten sich als „Sportskanonen“. Unter dem Namen „Die wilden Dörfer“ gingen Bewohner von Pettenhofen, Brenzenwang und Ballertshofen im Zug mit. Weitere Teilnehmer waren die Lauterachkegler und die Froschköniginnen, eine Gruppe der Freunde des Faschings, die jedes Jahr mit einem anderen Motto auftritt und regelmäßig beim Faschingsball des SV Lauterhofen Preise erzielt. Auch aus dem Nachbarlandkreis war eine Gruppe angereist.

Inklusion beim Faschingszug in Lauterhofen

Der ASV Schwend nutzte die Gelegenheit, um auf sein 60-jähriges Gründungsjubiläum im Mai hinzuweisen. Wie immer in Lauterhofen, wurde auch beim Faschingszug Inklusion groß geschrieben, indem sich die Regens-Wagner-Stiftung mit einer Gruppe am Festzug beteiligte. Fazit: Der erste Faschingszug war für Lauterhofen eine enorme Bereicherung und wurde von der Bevölkerung sehr gut angenommen.

Kursleiterin Cecilia Pinos de Krieger und Mitgliedern der Cepimove-Tanzgruppe bereicherten den Faschingszug.
Die Lauterhofener Feuerwehr kritisierte, dass der Bauantrag für das Feuerwehrhaus noch immer nicht genehmigt wurde.
Die Kolpingsfamilie feiert 125-jähriges Bestehen und beschenkte die Lauterhofener mit einem tollen Faschingszug Foto: Jürgen Schlegel