Letztes Nadelöhr auf der B85 zwischen Cham und Schwandorf verschwindet nicht schnell

Es geht etwas voran, bis das letzte Nadelöhr auf der B 85 zwischen Cham und Schwandorf mit der Umfahrung des Rodinger Ortsteils Altenkreith aber verschwunden ist, wird noch einige Zeit ins Land gehen, machte Baurat Julian Detsch vom Staatlichen Bauamt Regensburg in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend deutlich, als er den Stand der Planungen aufzeigte.
An einem Werktag rollen 17 800 Kraftfahrzeuge durch Altenkreith, laut einer Prognose des Staatlichen Bauamtes sollen es im Jahr 2035 sogar 20 300 sein – der Bedarf einer Ortsumfahrung ist damit unzweifelhaft gegeben. Nachdem eine Stellungnahme der Oberen Naturschutzbehörde eingetroffen und eingearbeitet worden ist, habe die Vorplanung (die über 1000 Seiten aus Stellungnahmen und Gutachten umfasst) nun mit zeitlicher Verzögerung fertiggestellt und an die Regierung der Oberpfalz übergeben werden können, berichtete Detsch.
Warten auf Genehmigung
Nachdem sie dort genehmigt wurden, geht sie weiter an die Ministerien in München und Berlin. Nach der Prüfung sei wieder das Straßenbauamt am Zug, um die Planfeststellungsunterlagen zu erstellen.
Erst wenn es vom Bundesministerium einen „Gesehen“-Vermerk gebe, könne das Straßenbauamt konkret in Grundstücksverhandlungen eintreten, nannte Detsch den Grund, warum sich auf diesem Gebiet noch wenig getan hat: „Vorher haben wir keine Gelder dafür zur Verfügung.“
Laufe alles gut, könne Anfang des kommenden Jahres der Antrag zum Planfeststellungsverfahren gestellt werden. Wann dann wirklich die Bagger rollen, sei von vielen Faktoren wie möglichen Einwänden und den Grundstücksverhandlungen abhängig, eine Prognose wollte er deshalb nicht stellen.
Trassenverlauf steht fest
Der Trassenverlauf steht allerdings mittlerweile fest. Altenkreith soll künftig im Süden umfahren werden. Eine Tieflage beziehungsweise einen Tunnel wie etwa in Wetterfeld hatte das Verkehrsministerium schon 2018 aus wirtschaftlichen Gründen ausgeschlossen. Der vierspurige Ausbau der B 85 ist rund 3,6 Kilometer lang. Die Umfahrung soll unmittelbar am Ausbauende beim Parkplatz bei Mitterkreith starten.
Gleichzeitig wird die B 16 nach Westen in Richtung des Staatsforsts verschoben und auf einer Länge von 2,5 Kilometern dreispurig ausgebaut. Der Lückenschluss zwischen den beiden Bundesstraßen ist beim Industriegebiet Sanddickicht mit einer Anschlussstelle samt Kreisverkehr auf zwei Ebenen geplant. Das aktuelle Teilstück der B 16 bleibt erhalten und wird später zur Ortsstraße umfirmiert. Auch die weiteren kleineren Straßen bleiben bestehen. Zudem wird in Nassen wird eine neue Anschlussstelle mit Verbindung zur Staatsstraße 2149 in Richtung Walderbach errichtet.
3D-Modell erstellt
Gut sichtbar werden die Planungen durch ein 3D-Modell der Ortsumgehung. Die Animation soll auch bald auf der Internet-Seite des Staatlichen Bauamts abrufbar sein, was Bürgermeisterin Alexandra Riedl sehr begrüßte: „So kann sich jeder Betroffene und Interessierte anschauen, was geplant ist.“
Zum Thema Lärmschutz erläuterte Detsch, dass es zusätzlich zum errechneten auch einen freiwilligen in Form von Erdwällen aus Überschussmassen entlang der Fahrbahn geben soll. Diese würden den Süden Altenkreiths abschirmen.
Die Dimension des Projekts wird auch bei den Kosten klar: Die letzte Schätzung für die Gesamtmaßnahme aus B 85-Ortsumgehung und B 16-Verlegung lag bei 68 Millionen Euro.
„Massivste Bedenken“ bei geplanter Entwässerung
Erneut Bedenken geäußert: Wie schon in früheren Sitzungen kamen erneut große Bedenken wegen der geplanten Entwässerung über den Wadenbach aus dem Stadtrat.
„Kann man nicht berechnen“: Rainer Schwarzwischer (CSU), der bei der Freiwilligen Feuerwehr Mitterdorf aktiv ist und das Gebiet aus Einsätzen gut kennt, etwa äußerte „massivste Bedenken“ an der Berechnung. Diese sei mathematisch sicherlich korrekt, „aber das kann man nicht berechnen und die Wassermengen, die dort zusammenkommen, wurden schon oft massiv unterschätzt.“
„Durchlass zu klein“: Die Entwässerung werde zwar zur einer halben Meter tiefen und acht Meter breiten Mulde ausgebaut, staue sich aber womöglich am (bisher einzigen geplanten) Durchlass unter der B85, der außerdem nach Ansicht von Schwarzfischer zu klein konzipiert sei.
Zweiter Durchlass angeregt: Schwarzfischer regte an, einen zweiten Durchlass zu bauen oder zumindest eine Vergrößerung beim geplanten zu schaffen. „Lieber zu groß dimensioniert als zu klein und die Oberlieger saufen ab“, warnte er.
Später nachbessern ist schwierig und teuer: Zudem sei es später enorm schwierig und teuer, noch einmal nachzubessern, sollte die Entwässerung so wie geplant nicht funktionieren, gab Schwarzfischer zu bedenken.
Nochmalige Prüfung angeregt: Auch Bürgermeisterin Alexandra Riedl und Richard Seidl (Freie Wähler) regten an, einen zweiten Durchlass noch einmal zu prüfen. Für die Anlieger sei dies sehr wichtig.
Baurat nimmt Thematik mit: Julian Detsch vom Staatlichen Bauamt Regensburg versprach, diese Punkte noch einmal zu prüfen. Es sei sehr deutlich geworden, wie wichtig den Stadträten diese Thematik sei, so der Baurat.