Roding wirbt jetzt für sich an der Bundesstraße 85: Die ganze Stadt auf einen Blick

Wer viel unterwegs ist, kennt sie: die Schilder, die meist entlang von Autobahnen stehen und auf Sehenswertes am Straßenrand hinweisen: Jetzt hat auch Roding (Landkreis Cham) solche Werbeschilder bekommen – nicht an der Autobahn, aber an der B85.
Vor den jeweiligen Ausfahrten aus beiden Richtungen zur Stadt steht nun seit einigen Tagen ein solches Werbeschild auf öffentlichem Straßengrund. Daher war am Donnerstag auch Dr. Richard Bosl im Rathaus, um bei der Vorstellung der Schilder dabei zu sein.
Geschenk vom Bauamt
Es sei schön, der Stadt die gelungenen Schilder als Geschenk zu übergeben, sagte er – zumal das Staatliche Bauamt nichts dafür zahlen musste. Denn die Stadt als Antragstellerin habe hier die Kosten übernommen.
Eine Herausforderung sei das Herausarbeiten der Stadtsilhouette mit allen wichtigen Gebäuden in braun und weiß. Diese Farben seien gewählt, um Autolenker nicht so sehr vom Fahren abzuhalten, aber doch auf die Stadt als Ziel eines Besuchs hinzuweisen. Diesen zweck, die Vorbeifahrenden in die Stadt zu locken, sollen die Schilder übernehmen, erläuterte Bürgermeisterin Alexandra Riedl.
Zwischen 10 000 und 12 000 Euro je Schild koste das, erläuterte die Bürgermeisterin. Der Stadtrat habe dem Vorhaben dennoch zugestimmt, betonte Riedl: „Und sie wirken toll!“ Man habe vorweg beschlossen, was zu sehen sein sollte , wie die Stadtpfarrkirche, der Esper wie auch die Altstadt und die Wallfahrtskirche Heilbrünnl. Beide Schilder würden das Gleiche zeigen, doch optisch in anderer Anordnung – eben so wie es dem Autofahrer begegne.
Diplom-Designer Christoph Schleich von der Firma Schleich-Werbung, der aus Untertrübenbach stammt, jedoch schon lange in Regensburg wohnt und arbeitet, dankte für das Vertrauen, diese Schilder seiner Heimatstadt kreieren zu dürfen. Er habe bereits die in Neubäu am See gestaltet, die ganz gut gelungen seien. Zudem habe er viele Logos von Firmen aus den Rodinger Industriegebieten gestaltete, etwa von Mühlbauer oder Q-Tech.
Das Kreuz auf den Kirchturm
Nach einer ersten Skizze sei es dann in die grafische Darstellung gegangen, um die Stadt vereinfacht, aber doch erkennbar in ihrer Einzigartigkeit darzustellen. Den ersten Entwurf habe er nach Hinweis von Bürgermeisterin Riedl noch einmal nachbessern müssen: „Das Kreuz auf dem Kirchturm fehlte ihr.“ Nachdem das dann angebaut war, passte es. Zentrale Darstellungen seien die Kirche und die Brücke vor der Stadt.
Um einen besseren Eindruck zu bekommen, sei er bei der Araltankstelle in Roding auf ein Gerüst geklettert, um von dort auf die Stadt zu schauen, sagte Schleich. Wie er im Gespräch erläuterte, hat er mit der Silhouette auch ein Stück eigene Familiengeschichte mit abgebildet. Sein Vater habe als Mitarbeiter der Rodinger Firma Schönberger damals die Stadtpfarrkirche mitgebaut.
Roding auf den Punkt gebracht
Ansichtssachen: Ziel sei es gewesen, so Diplom-Designer Christoph Schleich, der als gebürtiger Untertrübenbacher die Schilder entwarf, das Typische Rodings grafisch auf das Schild zu bannen, wie die Kirche, das Heilbrünnl die Rodinger Regen Reibn und die Brücke.
Standorte: Das eine Schild taucht kurz vor der Ausfahrt nach Mitterdorf auf, wo ein Baulager und Bagger den Blick versperren, das andere steht kurz vor der Abfahrt Roding hinterm Tunnel Wetterfeld. Beide sind in braun-weißgehalten, um die Autofahrer nicht allzu sehr abzulenken.
