Wintershopping: Stadtrat macht Weg für weiteren Einkaufssonntag in Neunburg frei

Von Jan Lange · 28. Februar 2025 um 11:00

Die erste Hürde ist überwunden: Der Neunburger Stadtrat hat den Weg für einen weiteren Einkaufssonntag im November freigemacht. Nun können Händler und Selbstständige die Organisation vorantreiben.

Anfang der Woche gab es wieder ein Treffen, bei dem weitere Details für den Einkaufssonntag besprochen wurden. „Wir sind an den Planungen dran“, bestätigte eine Neunburger Einzelhändlerin, die bei der Zusammenkunft dabei war.

Einige Punkte wurden in den vergangenen Wochen bereits festgezurrt. So ist nun klar, dass der verkaufsoffene Sonntag am 16. November stattfinden soll. In dem bisherigen Ideenpapier war zwar auch schon der dritte Novembersonntag als favorisierter Termin angegeben worden. Als Alternative war aber auch der 23. November im Gespräch.

Davon wurde nun definitiv Abstand genommen, erfuhr die MZ aus dem Kreis der Organisatoren. Der Festlegung sei der Wunsch des evangelischen Pfarrers vorausgegangen, den Einkaufssonntag nicht unbedingt am Totensonntag stattfinden zu lassen, hieß es in der Stadtratssitzung.

Wintermarkt im Vorjahr gestrichen

Nach dem bayerischen Ladenschlussgesetz dürfen verkaufsoffene Sonntage nur in Verbindung mit Märkten, Messen oder ähnlichen Events veranstaltet werden. Für die Neunburger Händler bedeutet dies, dass sie ihre eigenen Läden nur öffnen dürfen, wenn zusätzliche Fieranten ihre Produkte anbieten. Zehn Fieranten müssen es mindestens sein.

Genau darin lag das Problem in der Vergangenheit. Bis 2023 hatte die Stadt einen Wintermarkt im November organisiert. Es sei von Jahr zu Jahr schwieriger geworden, für diesen Jahrmarkt Fieranten zu finden. Deshalb hatte der Stadtrat im vergangenen Juni eine Änderung der städtischen Marktsatzung beschlossen und in diesem Zuge den Wintermarkt gestrichen. Als Ersatz wurde ein langer Einkaufssamstag beim Neunburger Burgadvent veranstaltet. Dieser Einkaufsabend habe aber bei keinem einzigen Händler gefruchtet, blickte Vanessa Meier von Intersport Meier in der jüngsten Stadtratssitzung zurück.

Schon zuvor hatten die Händler gefordert, wieder einen Einkaufssonntag im November zu organisieren. Den Wintermarkt wiederzubeleben, kam für die Stadt allerdings nicht infrage. Die Stadtspitze zeigte sich aber offen dafür, dass die Händler etwas Eigenes auf die Beine stellen.

Mehrere Treffen in den vergangenen Monaten

In den vergangenen Monaten gab es immer wieder Treffen von Händlern und Vertretern der Stadt. Dabei äußerten die Geschäftsleute den Wunsch, dass die Stadt als Veranstalter für das Neunburger Wintershopping – so der aktuelle Titel der November-Veranstaltung – auftreten solle. Genau darüber musste nun der Stadtrat entscheiden. Ursprünglich war der Tagesordnungspunkt im nichtöffentlichen Teil der Sitzung angesetzt, wurde aber auf Antrag von Stadträten dann doch im öffentlichen Teil behandelt.

Die Änderung der Marktsatzung in Neunburg und der damit verbundene Wegfall des Wintermarktes wird seit Monaten kritisiert. Nun gibt es eine Entscheidung und MZ-Redakteur Jan Lange sagt in seinem Kommentar, wer nun am Zug ist.

Mit dem Beschluss, die Marktsatzung von Neunburg erneut anzupassen, schaffe die Stadt die rechtlichen Voraussetzungen für den Einkaufssonntag, erläuterte Ulrike Meixner vom Stadtmarketing, in dessen Händen auch die Organisation der Jahrmärkte liegt. Sie wies die Räte auch darauf hin, dass auf die Stadt Kosten in Höhe von 7310 Euro zukommen würden, wenn sie als Veranstalter fungieren würde. Für die anderen Jahrmärkte wie den Oster- und Frühlingsmarkt sowie den Kirchweih- und Schmankerlmarkt gibt die Stadt 23 000 Euro im Jahr aus. Die Stadträte votierten am Ende einstimmig für die Änderung der Marktsatzung und dafür, dass die Stadt als Veranstalter des Wintershoppings auftritt.

Vereine sind keine Fieranten

„Nun geht es ans Eingemachte“, meinte Marketingexpertin Anna Benz-Reichenauer, die das Konzept erarbeitet hat und die digitale Werbung für die Veranstaltung übernehmen will, gegenüber der MZ. In den nächsten Wochen müsse geklärt werden, welche Einzelhändler beim Wintershopping mitmachen wollen und welche Fieranten dabei sein werden.

In den vergangenen Wochen hatten bereits einige Gewerbetreibende und auch Vereine ihr Interesse bekundet. Vereine könnten zwar gern teilnehmen, würden aber nicht als gewerbliche Fieranten gelten, erklärte Benz-Reichenauer.