Kommentar zur Entscheidung des Neunburger Stadtrates zum Einkaufssonntag: Über den eigenen Schatten springen

Von Jan Lange · 28. Februar 2025 um 11:00

Die Änderung der Marktsatzung in Neunburg und der damit verbundene Wegfall des Wintermarktes wird seit Monaten kritisiert. Nun ist der Stadtrat den Händler entgegengekommen: Die Stadt tritt als Veranstalter des neuen Wintershoppings auf, die Händler müssen diesen aber organisieren. MZ-Redakteur Jan Lange sagt in seinem Kommentar, dass die Händler nun am Zug sind.

Dass Neunburg einen vierten verkaufsoffenen Sonntag bekommt, kann für die Stadt nur gut sein. Der stationäre Handel krankt vielerorts – auch wegen der Online-Konkurrenz. In der Pfalzgrafenstadt ist das nicht anders. Jede Chance, ihn etwas attraktiver zu machen, kann da nur begrüßt werden.

Aus dem Grund haben sich die Stadträte wohl auch nicht schwer damit getan, dass die Stadt als Veranstalter des Wintershoppings auftritt. Auch wenn damit Kosten auf die Stadt zukommen, die man mit der Änderung der Marktsatzung im vergangenen Jahr eigentlich einsparen wollte.

Kosten für die Stadt halten sich im Rahmen

Es ist allerdings eine Summe, die sich im Rahmen hält und die gut investiert ist. Denn was würde ohne eine Unterstützung der Händler im Gegenzug drohen? Eine total verwaiste Altstadt. Schon jetzt reiht sich in einigen Ecken ein leeres Geschäft an das andere. Noch mehr Leerstand sollte sich kein Verantwortlicher in Neunburg wünschen.

Eine solche Belebung ist aber keine Einbahnstraße. Es muss auch von den Händlern selbst etwas dazu beigetragen werden. Da sollte es kein wirkliches Hindernis sein, der Stadt einen festen Ansprechpartner für das Wintershopping zu benennen. Es ist absolut verständlich, dass die Stadt nicht immer mit Dutzenden von Händlern Absprachen treffen will, sondern eine Person braucht, mit der Dinge auf dem kurzen Weg geklärt werden können.

Diskussion um Ansprechpartner war befremdlich

Dass es um die Benennung eines Ansprechpartners eine Diskussion im Stadtrat gab, war für Außenstehende etwas befremdlich. Dass der Verein der Selbstständigen vor allem für seine Mitglieder wirken will, ist nachvollziehbar. Jeder Händler, der nicht bei den Selbstständigen Mitglied ist, wird dafür seine Gründe haben. Aber wenn es um die Organisation eines Einkaufsevents geht, sollten diese Punkte hinten angestellt werden.

Entweder man benennt einen Ansprechpartner von der einen oder der anderen Seite, der dann über seinen eigenen Schatten springt und etwas organisiert, was nicht nur ihm selbst nutzt. Oder es wird jeweils ein Vertreter vom Verein der Selbstständigen und von den unabhängigen Händlern benannt, die zusammen das Wintershopping verantwortlich vorbereiten und bei Rückfragen der Stadt ansprechbar sind. Wenn man sich nicht auf eine der Varianten einigen kann, schadet das am Ende nur allen.

Dieser Kommentar gehört zu folgendem Haupttext: Stadtrat macht Weg für weiteren Einkaufssonntag in Neunburg frei