Blutige Gewalt in Regensburg: Verabredeten sich junge Männer zur Schlägerei?

Von André Baumgarten · 26. Februar 2025 um 17:17

Mit Messern, Hammer und Machete soll ein Streit an einem Regensburger Jugendzentrum blutig ausgetragen worden sein: Zwei angeklagte Brüder aus dem Irak gestehen, was im April 2024 mitten in Regensburg geschah, ein Zeuge verwickelt sich in Widersprüche.

Im April 2024 eskaliert ein Streit in blutiger Gewalt. Glaubt man dem, was ein Zeuge aussagte, sahen er und seine vielleicht fünf Begleiter sich einer „Übermacht“ gegenüber. Statt allein zur verabredeten Aussprache am Jugendzentrum zu kommen, soll der mutmaßliche Haupttäter 15 andere dabei gehabt haben. „Es kamen immer mehr aus den Gebüschen.“ Dass der Zeuge das Problem angeblich „ohne Waffen, ohne nichts“ lösen wollte, warf im Verlauf seiner Aussage, viele Fragen auf.

Auf der Anklagebank sitzen zwei Brüder aus der größeren Gruppe der mutmaßlichen Angreifer, die nach Überzeugung der Ermittler in jener Nacht Waffen sprechen ließen. Ein dritter Bruder, der bei einen anderen angeklagten Übergriff dabei war, ist bereits aus dem Verfahren raus. An Tag 2 im Prozess ging es nun um eine blutige Eskalation auf dem Basketballfeld eines Jugendzentrum. Bis zu 30 junge Männer sollen hier aufeinander losgegangen sein.

Laut der Anklage soll der Jüngere der beiden verbliebenen Angeklagten am 14. April 2024 mit einem Messer von hinten auf seinen Kontrahenten eingestochen haben, sein Bruder mit einem Schraubenzieher zwei Akteure verletzt haben. Zum Einsatz gekommen sein sollen zudem ein Hammer und ein weiteres Messer. Am Ende flüchteten die Angreifer, die teils schwer verletzten Opfer zogen ebenfalls von dannen, wurden aber kurz danach von der Polizei gestellt.

Angeklagter räumt ein, zugestochen zu haben

Dass er zugestochen habe, räumte der 18-Jährige am zweiten Prozesstag über Strafverteidiger Christian Reiser ein. Allerdings habe er nicht angefangen und sein Opfer nicht töten, sondern nur verletzen wollen. Sonst hätte er in den Hals und nicht in die Schulter gestochen, so die Begründung. Auch der zwei Jahre ältere Bruder gestand, zwei Widersacher mit dem Schraubenzieher verletzt zu haben. Weitere Schläge mit einem Hammer ließ er Anwältin Stephanie Bauer aber bestreiten. Beide würden diese Taten bereuen, ließen sie weiter erklären. Fragen zur Sache wollte keiner beantworten.

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Also bekam eines der Opfer, ein früherer Freund des Hauptangeklagten, das Wort. Dafür musste aber erst eine Polizeistreife ausrücken, weil der junge Mann nicht zum Termin erschienen war. Nicht das einzige, was Vorsitzende Richterin Knott verärgerte. Dass sich „irgendwelche Idioten verabreden und schlagen und immer irgendwelche Waffen dabei haben“ beschäftige die Jugendkammer immer häufiger. Mehr noch: Im Anschluss feiere man sich in „heldenhaften Videos“ für erlittene Verletzungen.

Zeuge revidiert Aussage wieder – Machete war dabei

Dass er und seine Begleiter unbewaffnet waren, revidierte der Zeuge auf intensive Nachfragen hin mehr und mehr, gab am Ende sogar an, dass einer sogar eine Machete dabei gehabt haben könnte. Der Hauptangeklagte kommentierte das auf dem Weg zu einer Zigarettenpause mit den Worten: „Sieht ja ziemlich gut für mich aus.“ Ob dem so sein wird, entscheidet am Ende die Jugendkammer.

Auf eine Reihe weiterer Zeugen wurde nach den Geständnissen verzichtet, drei geplante Prozesstage im März deshalb auch wieder abgesetzt. Weiter geht es in dem Fall am 13. März mit den Aussagen der zuständigen Ermittler. Das Urteil wird für Ende März erwartet.