Rettung gescheitert: 100 Flabeg-Mitarbeiter am Standort Furth im Wald müssen sofort gehen

Von Mittelbayerische Zeitung · 25. Februar 2025 um 15:43

Die Flabeg Automotive Germany GmbH muss voraussichtlich noch in diesem Frühjahr ihren operativen Betrieb einstellen. Dies haben Insolvenzverwalter Volker Böhm und Geschäftsführer Thorsten Hosung am Dienstag der Belegschaft mitgeteilt. 100 Mitarbeiter am Standort Furth im Wald (Landkreis Cham) müssen sofort gehen.

Nach einem gescheiterten Test für ein neues Display-Glas habe der Kunde entschieden, Flabeg den Auftrag zu entziehen. „Ohne den Umsatz aus diesem Auftrag ist ein wirtschaftlicher Betrieb von Flabeg Germany nicht mehr möglich“, erläuterte Böhm. „Deshalb ist auch keiner der möglichen Investoren bereit, bei Flabeg Deutschland einzusteigen und die nötigen Finanzmittel für den Weiterbetrieb zur Verfügung zu stellen.“

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Das deutsche Insolvenzrecht gestattet die Fortführung eines Unternehmens laut Böhm nur dann, wenn es keine Verluste macht, weil ansonsten die Gläubiger weiter geschädigt werden. Nach dem Scheitern der Investorenlösung müssen deshalb die verbliebenen 180 Flabeg-Mitarbeiter in den nächsten Tagen gekündigt werden. „Davon werden rund 100 Mitarbeiter mit sofortiger Wirkung freigestellt.

Was passiert mit den übrigen Arbeitnehmern?

Die übrigen rund 80 Arbeitnehmer werden voraussichtlich bis mindestens Ende Mai 2025 weiterbeschäftigt, um die noch vorliegenden Aufträge zu produzieren“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. „Ich bedauere sehr, dass dieser Schritt nötig wurde“, betonte Böhm. „Die Mitarbeiter haben die vergangenen sieben Monate trotz dieser äußerst schwierigen Situation mit vollem Engagement weitergearbeitet. An ihnen hat es nicht gelegen.“

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Nach dem Insolvenzantrag von Flabeg Germany im Juli letzten Jahres war es Böhm gemeinsam mit der Geschäftsführung gelungen, den Geschäftsbetrieb schnell zu stabilisieren und in vollem Umfang fortzuführen. Lieferanten und Kunden hatten dem Sanierungskurs ihre Unterstützung zugesagt und waren zu Zugeständnissen bereit. Parallel hatte Böhm einen sogenannten strukturierten Investorenprozess aufgesetzt und weltweit nach möglichen Investoren gesucht.

Möglichen Investoren stellen Bedingung

Die möglichen Investoren machten demnach zur Bedingung, dass vor einer Übernahme eine neue Produktlinie zur Marktreife geführt wird. Dabei handelt es sich um ein Display-Glas für Armaturenbretter in Personenkraftwagen. Die Gläubiger erklärten sich deshalb bereit, die dadurch entstehenden Verluste mitzutragen, damit die Entwicklung dieser Produktlinie auch im Insolvenzverfahren weiterlaufen und abgeschlossen werden konnte. Bei den entsprechenden Produkttests in der vergangenen Woche (HIT-Test) konnte das Display allerdings nicht die gestellten Sicherheitsanforderungen erfüllen. Der Großkunde sei daher abgesprungen. Ohne den damit verbundenen Umsatz muss Flabeg seinen Betrieb einstellen.