Martina Englhardt-Kopf (CSU) holt den Wahlkreis Schwandorf-Cham – und spürt den Druck auf Berlin

Für die CSU-Kandidatin Martina Englhardt-Kopf ist das Ergebnis mit mehr als 42,2 Prozent insgesamt erfreulich: Sie gewinnt das Direktmandat und kann ihr Ergebnis im Landkreis Cham deutlich verbessern. Doch im Wahlkreisbüro der CSU herrschte Entsetzen über das Ausmaß der Zweitstimmen für die AfD.
Dieses Ergebnis hatte sich bereits den ganzen Abend über abgezeichnet, kaum dass die ersten Meldungen auf den Bildschirmen aufploppten. Da saß die CSU-Direktkandidatin noch bei Landrat Franz Löffler und MdL Dr. Gerhard Hopp und analysierte die Probleme gemeinsam mit dem ehemaligen Bundestagsabgeordneten Karl Holmeier: „Das ist die Unzufriedenheit mit den ungelöste Problemen.
Lesen Sie hier: Kandidaten, Ergebnisse und Reaktionen bei der Bundestagswahl 2025 im Wahlkreis Schwandorf-Cham
Da geht es insbesondere um Migration, Wirtschaftsprobleme und Sicherheitspolitik.“ Später wird Landrat Franz Löffler noch hinzufügen, dass der Landkreis Cham ja immer schon etwas besser dabei war, wenn es um rechte Parteien ging.
„Ein klarer Auftrag!“
Die CSU-Kandidatin hatte durchgehend bessere Ergebnisse vorzuweisen als ihre Partei bei den Zweitstimmen. Als sie gegen 19.30 Uhr zur Versammlung stößt, wird sie mit großem Applaus empfangen. CSU. JU, Geschäftsstelle, alle sind gekommen. Englhardt-Kopf macht sofort klar, was sie auf sich zukommen sieht: „Wir haben einen klaren Regierungsauftrag und müssen das Land schnell in den Griff bekommen.“
Bei den Erststimmen sei sie sehr zufrieden. Das Zweitstimmen-Ergebnis sehe sie aber als klaren Hinweis, dass es eine große Unsicherheit und Unzufriedenheit gebe. „Wir müssen als Antwort darauf eine praxistaugliche Politik abliefern und zwar innerhalb kurzer Zeit!“
Lesen Sie hierzu auch: So hat der Landkreis Cham gewählt: Englhardt-Kopf (CSU) holt Direktmandat – AfD landet auf Platz zwei
MdL Dr. Gerhard Hopp bedankt sich bei der Kandidatin und ihrem Listenkandidaten Stephan Thomas für einen engagierten Wahlkampf. Sie habe es geschafft, in den dreieinhalb Jahren quer durch den gesamten Wahlkreis viele Menschen anzusprechen. „Wir haben schwere Zeiten für die Demokratie, in denen so mancher mit ganz einfachen Antworten auf sehr komplexe Herausforderungen zu antworten versucht. Hier muss eine Volkspartei CSU gegenhalten.“
Hopp streicht die Verdienste der Ehrenamtlichen heraus. Für den Erfolg seien auch die verschiedenen Wahlkämpfer und die Plakatiertrupps verantwortlich. Er sieht ebenfalls den Druck auf die Wahlsieger: „Wir brauchen eine handlungsfähige Regierung. Und das muss eine Frage von Tagen sein.“ Die Republik brauche tragfähige Antworten auf die Probleme Migration, Wirtschaftsflaute und Sicherheitsdefizit.
Englhardt-Kopf: „unglaubliche Leistung des Wahlkampfteams“
Englhardt-Kopf weist ebenfalls auf die „unglaubliche Leistung des Wahlkampfteams“ hin. Es gehe immerhin um 74 Kommunen in einem Wahlkreis mit einer Fläche von 3200 Quadratkilometern. Sie verspricht, weiterhin Politik für die Heimat zu machen. Hier gebe es nach den Fehlleistungen der Ampel Nachholbedarf.
Man könne nicht Gegenliebe in einem Wald-Landkreis erwarten, wenn man Holzheizungen einfach abschaffen wolle. Die Folgen der ideologischen Politik sehe man derzeit bei den Ergebnissen der AfD, die dafür selbst gar nichts habe tun müssen, außer den Unzufriedenen einzureden, dass sie Lösungen habe.
Listenkandidat Stephan Tomas verspricht, auch weiterhin mit vollem Einsatz die Parteipolitik voranzubringen. „Es war über lange Strecken eine schöne Zeit. Wir haben mit vielen Menschen gesprochen und auch viel Zustimmung bekommen.“ Der Flächenlandkreis habe aber seine ganz eigenen Herausforderungen. „Es wird eine große Aufgabe sein, den sozialen Zusammenhalt zu sichern.“
Im Landkreis Cham dazugewonnen
Landrat Franz Löffler bescheinigt der Direktkandidatin, dass sie im Landkreis gut hinzugewonnen habe. Das AfD-Ergebnis bei den Zweitstimmen könne aber niemanden zufriedenstellen. Das Ergebnis insgesamt sei ein Auftrag an den Landkreis, aber insbesondere an Berlin: „Sorgen und Nöte der Bürger sind ungelöst geblieben.“