Vier Fragen an die Kandidatin Martina Englhardt-Kopf – Sie will für die CSU in den Bundestag

Von Mittelbayerische Zeitung · 11. Februar 2025 um 19:00

Martina Englhardt-Kopf hat bei der letzten Bundestagswahl das Direktmandat für die CSU errungen und sitzt seitdem im Bundestag. Das wird sie auch bei der anstehenden Bundestagswahl versuchen und ihre Chancen sind gut.

Der Direktkandidatin haben wir die gleichen vier Fragen gestellt wie ihren Mitbewerbern.

1. Wie lösen Sie das Migrationsproblem?

Die Unterscheidung zwischen der ungesteuerten, irregulären Migration und dem Zuzug von Menschen aus der EU oder Drittstaaten ist voranzustellen. Die irreguläre Migration muss umgehend eingedämmt werden, unsere Systeme sind überlastet, das gilt z. B. für Wohnraum aber auch für die Bearbeitung von Asylanträgen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg.

Wir haben uns als Union klar positioniert und fordern die Zurückweisung an den Grenzen, stärkere Grenzkontrollen, schnelle Rückweisungen von abgelehnten Asylbewerbern und Straftätern sowie mehr Befugnisse und Mittel für unsere Sicherheitsbehörden wie z. B. der Bundespolizei. Menschen mit Bleiberecht müssen schneller arbeiten dürfen. Wir brauchen eine deutliche Kurskorrektur.

2. Was tun Sie für die Wirtschaft im Landkreis und gegen die Konjunkturflaute?

Für meine Arbeit spielt der persönliche Kontakt mit den Unternehmern eine große Rolle. In meinen Augen ist es sehr wichtig, radikal Bürokratie abzubauen. Bevor eine neue Nachweispflicht eingeführt wird, müssen zwei bestehende abgeschafft werden. Unnötige Gesetze wie z. B. das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz muss abgeschafft werden. Auch die deutliche Absenkung der Energiekosten muss erfolgen. Diese sind Preistreiber und hemmen die Wettbewerbsfähigkeit. Und auch beim Thema Unternehmenssteuer müssen wir ran. Deutschland ist ein Hochsteuerland, was den Wirtschaftsstandort negativ beeinflusst.

Außerdem müssen Planungs- und Genehmigungsverfahren deutlich beschleunigt werden und eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten für Beschäftigte muss erfolgen. Insbesondere das Handwerk, die vielen familiengeführten Betriebe und der Mittelstand sind unser Rückgrat und sorgen für sichere Arbeitsplätze und Einkommen. Überstunden möchten wir steuerfrei machen.

3. Was muss sich im Umgang zwischen Bund und Kommunen ändern?

Seit circa 25 Jahren bin ich kommunalpolitisch aktiv, aktuell als Stadträtin, Fraktionsvorsitzende und Kreisrätin oder auch in der Vergangenheit z.B. als stellvertretende Bürgermeisterin der Großen Kreisstadt Schwandorf. Ein ständiger und enger Austausch zwischen allen Ebenen ist in meinen Augen zwingend erforderlich. Man muss sich darüber im Klaren sein, wie sich Gesetzesentscheidungen vor Ort auswirken und ob sie überhaupt praxistauglich und realisierbar sind.

In der aktuellen Wahlperiode hat es diesbezüglich eindeutige Defizite gegeben und kommunale Förderprogramme wurden zusammengestrichen. Ich denke hier an die Finanzierungsbeteiligung des Bundes beim Ausbau von Kindertagesstätten oder Mittel für die Dorferneuerung und Städtebauförderung. Wir brauchen wieder eine Bundesregierung, die Kommunen stärker unterstützt, um vor Ort Entwicklung zu ermöglichen.

4. Welche Aktionen finden Sie für den Klimaschutz wichtig?

Unser Bundeswahlkreis ist sehr ländlich geprägt. Die meisten Menschen sind in unserer Region auf ihr Auto im Alltag angewiesen und das wird auch so bleiben. 95 % der zugelassenen Fahrzeuge sind aktuell Verbrenner. Daher ist es wichtig, dass wir im Bereich alternativer Kraftstoffe vorankommen und einen Markthochlauf erlauben. Hier spielt Technologieoffenheit eine entscheidende Rolle, die dann auch alle denkbaren alternativen Antriebsform zulässt, also von der E-Mobilität bis hin zu biogenen Kraftstoffen, mit denen auch herkömmliche Verbrennungsmotoren betrieben werden können. Damit kann ein deutlicher Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen geleistet werden für das ganze Land.

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Auch beim Thema Heizen und Energie halte ich den Blick in die Region für unerlässlich. Die Land- und Forstwirtschaft kann hier einen entscheidenden Beitrag leisten. Über 40 Prozent des Bundeswahlkreises ist Wald, der lebenswichtig ist für unser Ökosystem. Eine aktive und nachhaltige Waldbewirtschaftung ermöglicht es aber auch, Holz als Energieträger einzusetzen. Dezentrale Wärmesysteme aus Biomasse zeigen, wie mit kurzen Transportwegen direkt vor Ort auch fossile Energieträger vermieden werden können und zudem Wertschöpfung in der Region generiert werden kann.

Zudem ist Bioenergie unverzichtbar für unsere Energieversorgung. Sie ist grundlastfähig und kann auch in Dunkelflauten verlässliche Energie liefern. Im Sinne der Technologieoffenheit brauchen wir diese zwingend neben Wind, Sonne und Geothermie. Dafür muss der Bund verlässliche Rahmenbedingungen schaffen. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Rohstoffen ist für einen noch besserer Klimaschutz ebenfalls wichtig. Daher setze ich unter anderem auch für ein noch besseres Recycling und neue Technologien im Bereich der Wiederaufbereitung z. B. von Kunststoffen ein. Hier müssen wir dringend rechtlichen Hemmnisse beseitigen und Forschung und Entwicklung ermöglichen, damit solche Verfahren eine Zukunft haben.

Zur Person Martina Englhardt-Kopf

Geburtsdatum und Familienstand: 8. Juni 1981; verheiratet, zwei Kinder

Ausbildung: zur Bürokauffrau beim BRK; Berufliche Oberschule Schwandorf, Studium Wirtschaftspädagogik, Abschluss: Dipl.-Handelslehrerin (Univ.) und Bachelor of Business Administration (BA), Referendariat Berufliche Oberschule Straubing sowie Europa-Berufsschule Weiden, Studienrätin, Regierung der Oberpfalz, Koordinatorin für Berufsintegration, zuletzt Studiendirektorin

Politik: Stadträtin Schwandorf; stellvertretende Vorsitzende CSU-Kreisverband Schwandorf, Kreisrätin Schwandorf, Vorsitzende der CSU-Fraktion im Kreistag, stv. Vors. des CSU-Bezirksverbandes, seit 2021 Mitglied des Deutschen Bundestages, Mitglied im Ausschuss für Verkehr, Schriftführerin des Bundestages; Mitglied des Eisenbahninfrastrukturbeirates, Mitglied im CSU-Parteivorstand, Vizepräsidentin des KDFB