Amerikaner sind nicht nur in der Faschingszeit eine richtig köstliche Alternative zu Krapfen

Ein Amerikaner ist eine feine Backware aus Mehl, Zucker, Ei und Butter und Milch. Er ist einfach zu machen, schmeckt sehr gut und lässt sich leicht verzieren, beispielsweise für den Fasching oder Kindergeburtstage. Normalerweise hat er einen Zitronenzuckerguss.
Amerikaner werden traditionell mit dem Backtriebmittel Hirschhornsalz zubereitet. Dieses Lockerungsmittel, das hauptsächlich aus Ammoniumhydrogencarbonat besteht, gibt dem Gebäck sein typisches Aroma.
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Hirschhornsalz ist das klassische Backtriebmittel für alle flachen Gebäcke, wozu auch der Amerikaner zählt. So werden sie locker, backen aber nicht hoch. Es muss kühl und trocken und getrennt von anderen Backhilfsmitteln aufbewahrt werden, da es Ammoniak ausdünsten kann. Hirschhornsalz wurde ursprünglich aus geraspeltem Horn eines Hirschgeweihs gewonnen, deshalb auch sein Name.
Es kann nicht direkt verzehrt werden, das wäre gesundheitsschädlich. Erst durch Erhitzen wird das Ammoniak weitgehend ausgetrieben. Ammoniumcarbonate sind in der EU als Lebensmittelzusatzstoff unter der Nummer E 503 bekannt und zugelassen.
Woher kommt der Name?
Woher der Name unseres heutigen Gebäcks kommt, das konnte noch nicht geklärt werden. Es steht die Behauptung im Raum, der Name leite sich von Ammoniumhydrogencarbonat her und hätte ursprünglich Ammonikaner gelautet. Wahrscheinlicher aber ist die Vermutung, dass die Form des Gebäcks an die des Brodie-Helms der US-Armee im Ersten Weltkrieg erinnert. Denkbar ist auch, dass der Name auf einen ab dem frühen 20. Jahrhundert vor allem im Raum New York City verbreiteten Kekstyp zurückgeht. In jedem Fall ist der Amerikaner ein beliebtes Gebäck, das in vielen Bäckereien bei uns zu finden ist und gut schmeckt, auch wenn er manchmal an den Zähnen kleben bleibt.
Der Bezug zu Amerika war im Bayerischen Wald seit langem gegeben. Bereits im 19. Jahrhundert, insbesondere zwischen 1840 und 1914 verließen viele Menschen aus unserer Region die Heimat, um dort ein neues Leben zu beginnen. Die Gründe für diese Auswanderung waren vielfältig, wobei einer der Hauptfaktoren sicherlich die wirtschaftliche Not war. Der Bayerische Wald war eine ländliche Region, die stark von der Landwirtschaft geprägt war. Mangelnde Ernteerträge, Armut und die Suche nach besseren Lebensbedingungen trieben viele Menschen dazu, ihr Glück in der Neuen Welt zu suchen. Die Auswanderer ließen sich bereits damals auf eine Reise ins Ungewisse ein. Der Weg war beschwerlich und gefährlich, sie mussten sich auf lange Schiffspassagen über mehrere Wochen einstellen. Viele von ihnen reisten in überfüllten Quartieren und unter unhygienischen Verhältnissen, was zu Krankheiten und hohen Sterberaten führte. Dennoch war die Hoffnung auf ein besseres Leben und die Möglichkeit, Land zu besitzen, für viele ein starker Antrieb. Ihre Geschichte war ein Zeugnis für den Mut und die Entschlossenheit vieler, die auf der Suche nach einem besseren Leben ihre Heimat verließen. In den 1920er Jahren waren die USA dann bereits ein wichtiger wirtschaftlicher Partner für Deutschland, insbesondere durch den Dawes-Plan, der darauf abzielte, die Reparationszahlungen nach dem Ersten Weltkrieg zu stabilisieren und die deutsche Wirtschaft zu unterstützen. Viele amerikanische Investitionen flossen in die deutsche Industrie, was zur wirtschaftlichen Erholung beitrug. Das änderte sich in den 1930er Jahren mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten.
Erst wieder nach dem Zweiten Weltkrieg hatte die amerikanische Besatzung Deutschlands weitreichende Auswirkungen auf die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung bei uns. Ein wichtiger Aspekt der amerikanischen Besatzung war der Marshallplan, der 1948 ins Leben gerufen worden war. Dieses Programm zielte darauf ab, die europäische Wirtschaft wieder aufzubauen und die politischen und sozialen Bedingungen zu stabilisieren.
Rezept und Zubereitung
Die amerikanische Hilfe führte unter anderem zu einem unerwartet schnellen und nachhaltigen Wirtschaftswachstum in der Bundesrepublik in den 1950er Jahren. Bei der vielfachen Hilfe in der Vergangenheit ist es sicherlich angebracht, dem Gebäck Amerikaner auch künftig seinen Namen zu lassen. Die Zubereitung unserer Amerikaner ist denkbar einfach und lässt sich auch mit Kindern ganz leicht bewerkstelligen. 100g weiche Butter werden mit 80 g Zucker, einem Päckchen Vanillinzucker, einer Prise Salz und zwei Eiern cremig geschlagen. 250 g Mehl und 1 EL Stärke kommen und 80 ml Milch kommen dazu. Als Backtriebmittel verwenden wir 5 g Hirschhornsalz. Das Hirschhornsalz dazu in 1 EL Wasser auflösen, zum Teig geben und alles zusammen zu einem gleichmäßigen Teig verrühren.
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Nun wird ein Backblech mit Backpapier ausgelegt und der Teig in Häufchen darauf verteilt. Das geht am einfachsten, wenn wir den Teig in einen Spritzbeutel mit großer Tülle geben und die Häufchen aufspritzen. Auch mit zwei Löffeln ist die Verteilung gut möglich. Bei zwölf Portionen auf dem Backblech erhalten wir Amerikaner mit einem Durchmesser von etwa acht Zentimetern. Die Häufchen zerlaufen noch, weshalb auf genügend Abstand geachtet werden muss.
Das belegte Backblech geben wir in den auf 175 Grad vorgeheizten Backofen und backen unsere Amerikaner etwa 15 Minuten lang. Es ist darauf zu achten, dass sie nicht zu braun werden. Nach dem Backen dürfen sie auf einem Gitterrost auskühlen. Für den Guss verrühren wir 3-4 Löffel Zitronensaft mit 150 g Puderzucker und bestreichen damit die glatte Unterseite der ausgekühlten Amerikaner. Natürlich bleibt es jedem selbst überlassen, diese noch weiter zu verzieren, etwa mit Schokolinsen oder Lebensmittelfarbe. Tatsächlich schmecken Amerikaner ganz frisch noch nicht so gut, wie nach einem oder zwei Tagen.
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