Umwandlung des alten Militärgebäudes auf dem Čerchov : Neue Berghütte ist im Juli fertig

Von Mittelbayerische Zeitung · 22. Februar 2025 um 11:00

Soweit es die Witterung zuließ, wurden auch in den Wintermonaten die Anfang Juli des vergangenen Jahres auf dem Čerchov, dem höchsten Berg des Oberpfälzer Waldes, gestarteten Renovierungsarbeiten zur Umwandlung eines ehemaligen Militärgebäudes in eine Berghütte mit Restaurant und Übernachtungsmöglichkeit fortgesetzt. Die Arbeiten dort machen gute Fortschritte.

Die Holzfenster wurden durch Kunststoff-Fenster ersetzt, auch das Dach ist völlig erneuert und die neuen Dachrinnen sind angebracht. Auch der Innenausbau ist gut vorangekommen, und sobald es die Witterung erlaubt, sollen im Innern des Gebäudes die weiteren Arbeiten mit Hochdruck fortgesetzt werden. Bis zum Juli dieses Jahres sollen nach Auskunft von Bürgermeister Stanislav Antoš (Domažlice) die Arbeiten abgeschlossen sein. Danach muss das Gebäude noch möbliert werden, bevor es seiner Bestimmung übergeben werden kann. Wann das sein wird, kann Antoš noch nicht genau sagen.

Eröffnung am 20.Oktober

Eine offizielle Eröffnung ist jedoch für Anfang Oktober mit dem 20. Jubiläum des CHKO Český les (Vereinigung der Böhmischen Wälder) geplant. Mit großer Spannung wird unterdessen erwartet, wer den Zuschlag als Pächter der Berghütte bekommt.

Den Auftrag für die Arbeiten am Čerchov hatte die Stadt Domažlice an die Firma Ing. Oldřich Kovařík - Lukanus Stav s. r. o. mit Sitz in Chodov vergeben, die das günstigste Angebot unterbreitet hatte. Wie von Bürgermeister Stanislav Antoš (Domažlice) zu erfahren war, müssen die Arbeiten bis zum 3. Juli dieses Jahres abgeschlossen sein.

Das Domažlicer Stadtoberhaupt hat wissen lassen, dass die künftige Berghütte über eine moderne Einrichtung verfügen wird. Auch neuzeitliche Sanitäranlagen werden eingebaut. Die Beheizung erfolgt mit einer Wärmepumpe und mit Holz. Antoš weist darauf hin, dass die Anlage nicht als ein Berghotel konzipiert ist. Der Unterkunftsteil stehe in erster Linie für Schulausflüge zur Verfügung.

Entstehen wird aber auch ein neues Restaurant mit Platz im Innenbereich für etwa 60 Personen und Sitzplätzen im Freien für etwa 56 Personen sowie eine Unterkunft für 22 Touristen mit Gemeinschaftsraum.

Einrichtung in erster Linie für Wanderer gedacht

Die Zufahrt mit dem Auto zum Čerchov wird auch künftig begrenzt sein. Die neue Einrichtung ist in erster Linie für Wanderer gedacht. Die Kosten für die notwendigen Bauarbeiten belaufen sich auf knapp 20 Millionen Kronen. Das sind rund 800.000 Euro.

Um die Attraktivität des Kulturtourismus in der Grenzregion zu steigern, gibt es unterdessen das Projekt „Connecting Border“, mit dem die Stadt Domažlice auch eine Ausstellung auf dem Čerchov aufbauen will. Die Grenze ist das verbindende Element der Region. Das Phänomen der Grenze steht daher im Mittelpunkt. Die geplante Ausstellung am Čerchov wird sich ausschließlich auf den Grenzaspekt konzentrieren und zeigt die Bedeutung des Grenzberges in den tschechisch-deutschen Beziehungen.

Auch lesenswert: Rodung für die Straßensanierung: Viel Holz und ein Umzug für drei Ameisenvölker bei Rötz

Das Ergebnis des Projekts wird eine neue Dauerausstellung am Čerchov sein. Und dieses sieht eine Platzierung von Präsentationsobjekten auf dem Gipfel der höchsten Erhebung des Böhmischen Waldes vor, bestehend aus einem Objekt, das den Besucher begrüßt und ihn über die Ausstellung von fünf weiteren Objekten informiert.

Virtueller Rundgang

Das Ergebnis wird letztlich ein virtueller Rundgang sein, der über einen QR-Code auf den Smartphones der Besucher gestartet wird. Dabei wird es ermöglicht, nicht mehr existierende Objekte darzustellen und den Besucher in einzelne Epochen zu entführen. Die fünf künstlerisch gestalteten Außenobjekte präsentieren einzelne Phasen der Geschichte des Čerchovs. Dieses Projekt soll bis zum 31. Dezember 2026 umgesetzt sein. Die geschätzte Höhe der förderfähigen Ausgaben beläuft sich auf circa 94.000 Euro, wobei aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung ein 80-prozentiger Zuschuss erfolgen soll.

Inzwischen werden am Čerchov Befürchtungen laut, dass es in Zukunft drei Gasthäuser auf der höchsten Erhebung des Böhmischen Waldes geben könnte. Davor hatte schon im Jahre 2021 Landrat und Bezirkstagspräsident Franz Löffler gewarnt und seine Befürchtungen könnten sich bestätigen. Bislang gab es neben dem Bistro, das Lukáš Nemeček seit 21 Jahren betrieben hat, das Turmstüberl des Touristikclubs Domažlice, das seit einiger Zeit erfolgreich von Martina Jenčová bewirtschaftet wird.

Bistro-Pächter muss bis 16. März räumen

Das Bistro wurde Lukáš Němeček nunmehr gekündigt. Dieser muss nun bis 16. März das Gebäude räumen, der Pachtvertrag endet Ende März. Wie erzählt wird, soll das Gebäude durch Eigentümer Miloslav Konopík danach einer Renovierung unterzogen werden und anschließend einen neuen Pächter erhalten. Deshalb sieht es derzeit nach drei Gastronomiebetrieben am Čerchov aus, was zweifelsohne eine ungute Sache darstellt.

Lesen Sie hier: Die Perlhütter Hexen kommen bald: Vorbereitungen für Weiberfastnacht laufen auf Hochtouren

Gespannt wird darauf gewartet, wer den Zuschlag als Pächter für die Berghütte erhält. Dafür stehen zwei Interessenten in der engeren Wahl: Neben Lukáš Němeček auch Michal Černy, der Pächter des Restaurants des Kulturzentrums Pivovar in Domažlice.

Connecting Border

Projekt: Ziel von „Connecting Border“ ist es, den Besuchern das Erbe der Hindle-Region näher zu bringen und den grenzüberschreitenden Tourismus zu unterstützen, der eines der wichtigsten Mittel zum Kennenlernen der Nachbarn ist. Obwohl der freie Grenzübertritt seit 30 Jahren möglich ist, kennen viele Menschen das Nachbarland noch immer nicht gut. Das Projekt will das ändern.

Das Turmstüberl des Touristikclubs wird auch künftig wieder geöffnet sein.
Lukáš Němeček muss das Bistro bis zum 16. März geräumt haben und am 31. März endet der Pachtvertrag. Danach soll das Gebäude renoviert werden. Fotos: fra
Im Turmstüberl wurde inzwischen die Toilettenanlage völlig erneuert.