So schön soll das Reich des Further Drachen Fanny nach dem Umbau werden

Die Drachenhöhle Furth im Wald (Landkreis Cham) wird gerade aufwendig saniert. Die Arbeiten sind in vollem Gange. Das gilt auch für den Ausstellungsbereich, wie man bei einer Baustellenführung erfahren kann.
Noch sieht es nicht so aus, als könne man sich in der Höhle wohl fühlen. Überall ist es staubig, Baumaterialien liegen herum, Schautafeln stehen an die Wand gelehnt, dunkel ist es auch.
Thomas Roßmann, Chef der Drachenmannschaft, leuchtet den Weg mit einer Baustellenlampe. Auch der Further Drache ist nicht da, musste vor kurzem ausziehen. „Wir sind froh, dass er im Feuerwehrzentrum Unterschlupf gefunden hat“, sagt Roßmann, der mit seinem Team maßgeblich an der Neukonzeption mitgearbeitet hat.
Was gut ist, bleibt
Er ist häufig vor Ort, wisse daher, was die Besucher sehen wollen, erklärt Kulturamtsmitarbeiterin Katharina Drescher-Seidl. Als Kulturwissenschaftlerin, die sich auch um die Neukonzeption des Landestormuseums kümmert, hat sie eine genaue Vorstellung davon, wie die Ausstellung einmal aussehen soll. Ebenfalls mit im Boot ist Kulturamtsleiterin Karin Stelzer und Anna-Lena Fischer, Leiterin der Touristinformation. Die erklärt auch gleich, was im Eingangsbereich passieren wird.
Der wird offener und freundlicher gestaltet. Das Drehkreuz am Eingang kommt weg, auch das große Eingangsportal in seiner jetzigen Form wird es dann nicht mehr geben. Es wird durch ein Tor mit einem Spitzbogen ersetzt. Außerdem wird ein Verkaufsfenster nach draußen eingebaut. „Dann brauchen die Besucher, die ein Ticket für die bewegte Führung bei der Parkarena kaufen wollen, nicht drinnen an der Kasse anstehen“, so Fischer. Apropos Ticket: Stelzer betont, dass der Besuch der Drachenhöhle, die natürlich rechtzeitig zur Gartenschau fertig werde, im Ticket für die Landesgartenschau enthalten ist. „Wer nicht über die Gartenschau geht, muss ganz regulär Eintritt für den Drachenbesuch bezahlen. Ebenfalls im Eingangsbereich soll an einer Wand ein großes Souvenirregal eingerichtet werden, bei dem die Besucher passgenau ihre Mitbringsel für daheim aussuchen können.“
Für den zum Teil neu gestalteten Ausstellungsbereich hat man sich einiges ausgedacht. Grundsätzlich gilt laut Drescher-Seidl: „Was gut ist, bleibt.“ Darüber hinaus soll es sinnvolle Ergänzungen und auch einige Neuerungen geben. Das heißt: Mit möglichst geringem Aufwand eine höchstmögliche Wirkung erzielen.
Mit historischen Ereignissen, dargestellt auf Schautafeln, geht es los. Allerdings ist hier, und im weiteren Verlauf verstärkt, auch Multimedia ein Thema, dem immer mehr Beachtung geschenkt wird. Der Rückblick auf den Vorgängerdrachen bleibt, hinzukommen könnte ein filmischer Beitrag, in der die letzte Festspiel-Aufführung vor dem Zweiten Weltkrieg zu sehen ist. Vorbei am Heizungsraum und dem Eingang zu den Toiletten bleibt auf der rechten Seite die Wand mit den Ritterpaaren früherer Jahre. Zur Toilettensituation sagt Roßmann: „Es ist ein absoluter Luxus, dass Besucher diese von innen erreichen können und nicht mehr um die Höhle herumlaufen müssen.“
Der Bereich, in dem vorher das Festspiel thematisiert wurde, musste wegen der notwendigen Neustrukturierung aufgegeben werden. Festspielregisseur Alexander Etzel-Ragusa ist für die Neugestaltung dieses Ausstellungsbereichs, zu dem auch der Raum gehört, in dem bisher die Drachentechnik erklärt wurde, zuständig. „Hier entsteht auch eine Art Kino“, erklärt Stelzer. Auf einer großen Leinwand gibt es einen Film über das Festspiel und den Festzug zu sehen. Auch Sitzmöglichkeiten sollen dort eingerichtet werden. Völlig neu ist die sich anschließende Schauwerkstatt. In den Lagerbereich der Halle wurde eine Zwischenwand eingezogen, hier wird jetzt auf die Technik des Drachen eingegangen.
Gemeinsam ist man stark
An einem Tresen kann es kleine Vorführungen geben beispielsweise, wie das Blut des Drachen gemischt wird, oder wie ein Drachenzahn entsteht. Der vordere Bereich ist für die Kids reserviert. Im Stil der Sendung mit der Maus werden hier filmisch Sachen rund um den Drachen gezeigt. Den Abschluss bildet dann die eigentliche Hauptperson: Sie wird sich in ihrem aufgemotzten Wohnzimmer sicher wohl fühlen. Vor allem, weil sie Heizplatten bekommt, die von der Decke hängen. So können die Drachendoktoren auch im Winter Reparaturen an ihr vornehmen, ohne kalte Finger zu bekommen. „Jeder macht sich ständig Gedanken, was man machen kann“, sagt Roßmann, und ergänzt: „Die Summe macht es dann.“
Man merkt allen vier Mitstreitern an, dass sie für das Thema brennen und Besuchern etwas bieten wollen. Besonders bedanken möchte sich Stelzer auch bei der Drachenmannschaft sowie bei Carmen Roßmann, die mit ihrem Team für den Kassenbereich, die Buchungen und die Souvenirs zuständig ist. „Ohne dass alle tatkräftig mithelfen, würde das alles gar nicht gehen“, sagt Karin Stelzer.
