Vandalismus auf dem Landesgartenschau-Gelände in Furth im Wald – Konsequenzen drohen

Ein Stück weit fassungslos steht Landschaftsarchitekt Stefan Göde vor einem Beet auf dem Gartenschaugelände. Am Montagmorgen habe man entdeckt, dass dort zumindest zum Teil über das Wochenende mutwillige Verwüstungen angerichtet worden sind.
Das wird Konsequenzen haben. Göde ist Bauleiter bei Planorama. Das Planungsbüro ist maßgeblich mit dafür verantwortlich, wie sich die Landesgartenschau (LGS) ab dem 22. Mai den Besuchern präsentieren wird.
Zeitweise reges Treiben
Tatort ist der Park vor dem Tagungszentrum. Dort sind bereits die Blumenbeete angelegt – kleine Inseln, die später aus den Grünflächen herausragen werden.
Bereits im Herbst sind dort unter anderem Blumenzwiebeln eingepflanzt worden. Göde weiß, dass sich auf dem Gelände am Wochenende 40 bis 50 Leute aufgehalten haben. „Das wurde mir auch von Leuten erzählt, die es nach einem Hallenbadbesuch gesehen haben“, sagt der Landschaftsarchitekt. Da sollen auch Eltern mit ihren Kindern unterwegs gewesen sein.
Er könne schon verstehen, dass man am Zaun steht, auf die Anlage blickt und vielleicht neugierig ist, was dort passiert. Das rechtfertige allerdings nicht, sich unbefugt Zutritt auf das abgesperrte Gelände zu verschaffen. Größtenteils sei es mit Gittern abgeriegelt. An der Eschlkamer Straße, beim Tagungszentrum und an anderen Orten stehe deutlich sichtbar geschrieben, dass das Betreten der Baustelle strengstens verboten ist. Außerdem werde auf Videoüberwachung hingewiesen. Völlig inakzeptabel sei für die LGS-Verantwortlichen allerdings, dass einige der Beete mutwillig zertrampelt wurden, in entstehenden Grünflächen Fuß- und Fahrradspuren hinterlassen wurden.
Wie hoch der entstandene Schaden ist, kann Göde noch nicht sagen. „Eine vierstellige Summe wird es aber schon sein.“ Fakt sei, dass man alles noch einmal überarbeiten und nachsehen müsse, inwieweit die Anpflanzungen beschädigt worden seien. Null Respekt und fehlende Wertschätzung gegenüber denen, die sich tagtäglich darum bemühen, alles perfekt herzurichten, ärgere ihn am meisten. „Es ist schade, dass einige wenige Personen Flächen zerstören, die alle Besucher später genießen sollen.“
Auch wenn im aktuellen Fall noch keine Anzeige erstattet wurde, Konsequenzen wird das Ganze auf jeden Fall haben. Es sollen noch mehr Zäune aufgestellt werden, die Beschilderung wird intensiviert, die Kontrollen werden erhöht. Klar ist auch, wenn das nicht aufhört, wird es Anzeigen geben. Dabei ist es nicht einmal nur die Sachbeschädigung, die den Bauplaner umtreiben. Er versteht nicht, wie man sich auf dem Drachenspielplatz tummeln kann, wenn noch gar nicht alles fertig ist, über den Loop laufen will, wenn noch die Geländer fehlen, oder warum man im Stockdunkeln auf der Festwiese herumläuft. „Das ist gefährlich“, warnt er. Logisch, die Schilder und Zäune sind ja nicht aus Jux und Tollerei angebracht worden.
Diebstahl noch kein Thema
Was Göde auch schon zugetragen wurde: Im Zug sollen sich Jugendliche – auch aus Cham – für Treffen auf der noch nicht fertiggestellten Pumptrackanlage verabreden. Anhand der deutlichen Spuren, die dort zu sehen sind, scheint das zu stimmen. Mit Diebstahl und weiteren Beschädigungen hatte man bisher laut Göde ansonsten keine Probleme. Auch weil beispielsweise Stühle, Bänke und Abfalleimer sicherheitshalber noch gelagert werden. „Die aktuellen Ereignisse geben uns natürlich Recht“, bedauert der Landschaftsarchitekt.


