KultWerkStadt hat es ermittelt: So hätten 266 Jugendliche in Furth im Wald gewählt

Von Alexander Frimberger · 18. Februar 2025 um 15:00

Eine U18-Wahl, die deutschlandweit durchgeführt wurde, sollte Klarheit bringen, wen Jugendliche wählen würden. Der Verein KultWerkStadt Furth im Wald hat sich mit einer großen Aktion beteiligt und 266 Jungwähler an die Urne gelockt.

Der gemeinnützige Verein hat das Wahllokal organisiert. Er wurde dabei vom Europe Direct Büro und der Stadt Furth im Wald unterstützt.

So ist es gelungen, im Alten Rathaus mit „echten“ Wahlkabinen eine realistische Szenerie zu kreieren.

Stimmen aus dem Umland

„Unsere Intention ist es unter anderem gewesen, jungen Leuten für das spätere Leben ein wenig die Hemmungen zu nehmen, ein Wahllokal zu besuchen“, so KultWerkStadt-Vorsitzende Elisabeth Nürnberger. Ein Problem bei der Organisation war die Kurzfristigkeit im Rahmen der Vorbereitung, erzählt Melanie Neumann, die im Verein den Anstoß für die Aktion gegeben hat. Erst wenige Tage vor der Wahl sind Wahlzettel und Infomaterial eingetroffen.

Doch die Anstrengungen haben sich gelohnt: Bereits am 8. Februar war das Wahllokal erstmals geöffnet. Neben einem Exit-Game, das eine Wahlkampf-Situation simulierte und die jungen Menschen mit der Darstellung fiktiver Parteien konfrontierte, konnten die teilnehmenden Jugendlichen über politische Themen diskutieren, sich über die U18-Wahl und die Parteiprogramme der antretenden Parteien informieren und ihre Stimme abgeben. Einige Jugendliche kamen demnach spontan vorbei, um ihre Stimme abzugeben. Auch aus dem Umland, beispielsweise aus Miltach kamen Nachwuchswähler, weil es das Angebot in ihren Gemeinden nicht gab.

Doch das Engagement des Vereins ging weiter, schließlich sollten möglichst viele junge Menschen erreicht werden. Fünf Tage lang nahmen die ortsansässigen Schulen das Angebot der KultWerkStadt wahr, mit ihren Klassen den Wahlraum im Alten Rathaus zu besuchen. Es beteiligten sich die Mittelschule mit allen 8., 9. und 10. Klassen, die Realschule sowie das Pädagogische Bildungszentrum mit jeweils vier Klassen. Im Wahllokal gab es auch eine Ausstellung wahlrelevanten Themen.

Neben der eigentlichen Probe-Wahl soll den Parteien mit den Aktionen auch vor Augen geführt werden, welche Themen junge Menschen bewegen, um dies idealerweise auch in ihren Parteiprogrammen zu berücksichtigen. So füllte sich eine Wand mit Wünschen an die künftige Regierung. Zu den Schwerpunktthemen gehörten in Furth eine bessere (auch finanzielle) Anerkennung von sozialen Berufen, mehr Sicherheit in Deutschland und mehr politische Informationen, die für junge Menschen verständlich aufbereitet sind. Vereinsmitglied Laura Pongratz begleitete die Aktion.

Das Wahlergebnis in Furth ist laut Nürnberger im Hinblick auf die Zweitstimmen vergleichbar mit dem Gesamtergebnis aus dem Stimmkreis Schwandorf. Bei den Erststimmen zeige sich ein etwas anderes Bild. Das würde belegen, dass sich die jungen Wähler auch mit den Personen, die sich zur Wahl stellen, auseinandergesetzt hätten und darüber nachdenken, ob diese für unsere Region Ansprechpartner sein könnten. So sind hier die Kandidaten von CSU und AfD gleichauf, aber auch SPD und Freie Wähler können gegenüber der Zweitstimmen einige Erststimmen mehr für sich verzeichnen. Was jedoch sowohl bei den bundesweiten Ergebnissen der U18 -Wahl als auch in Furth im Wald auffällig ist, ist der hohe Stimmenanteil der Partei Die Linke. Scheinbar scheint diese mit ihren Plänen zu jugendrelevanten Themen einen Nerv getroffen zu haben. Eine detailliertere Auswertung der 266 Further Stimmen ist laut Nürnberger nicht möglich. Genauere Zahlen dürfen nicht veröffentlicht werden, damit keine Rückschlüsse aufgrund der Anzahl der abgegebenen Stimmen und des Wählerkreises gezogen werden können. Damit sollen auch die Jugendlichen geschützt werden.

Eine gelungene Aktion

Die Verantwortlichen ziehen ein positives Fazit: „Ich finde es wichtig, dass Jugendliche einem geschützten Raum bekommen, wo man auch unangenehme Themen außerhalb des Schulunterrichts diskutieren kann, ohne dass man Angst haben muss, eine schlechte Note zu bekommen“, so Melanie Neumann. Die U18-Wahl sei daher ein ausgezeichnetes Mittel für außerschulische politische Bildung. Das kann Pongratz bestätigen: „Im Rahmen einer Diskussionsrunde kamen sehr interessante Fragen auf.“ Eine lautete beispielsweise, warum die AfD die Gesellschaft so spaltet. „Uns ist es wichtig, neutral wie möglich Antworten auch auf solche Fragen zu geben.“, so Lara Pongratz, Jugendbeauftragte im Verein.

Ergebnis U18-Wahl:

An der U18-Wahl im Stimmkreis Schwandorf haben 666 Jugendliche (neun ungültige Stimmen) teilgenommen, 266 davon in Furth. Die AfD erhält 29,87 Prozent, die CSU 19,97 Prozent, DIE LINKE 14,78 Prozent, die SPD 11,79 Prozent, die Freien Wähler 7,08 Prozent, die FDP 4,4 Prozent, Grüne 3,62 Prozent, BSW liegt bei 2,52 Prozent, die Tierschutzpartei bei 2,2, Volt bekommt 1,73 Prozent und Die PARTEI 1,1 Prozent.

Jugendliche haben abgestimmt, welche Partei sie bevorzugen.