Antonia Buschek (23) und Tobias Jelinek (26): Furth im Wald hat sein Ritterpaar 2025

Antonia Buschek und Tobias Jelinek aus Furth im Wald strahlen in die Kamera und haben auch allen Grund dazu: Sie sind das Ritterpaar 2025.
Man darf den Verantwortlichen rund um ihren Vorsitzenden der Drachenstichfestspiele, Bürgermeister Sandro Bauer, gratulieren: Sie haben zwei sympathische junge Leute gewählt, die das Herz jedes Drachenstichfans im Sturm erobern werden.
Der Further Rathauschef hat den Blumenstrauß schon in der Hand, um ihn Antonia zu überreichen, als man sich im Haus ihrer Eltern, Marion und Helmut Buschek, zur Verkündung trifft. Dann zieht er ihn wieder zurück: „Ich weiß ja noch gar nicht, ob sie ja sagen“, scherzt er lachend.
Werden sie „Ja“ sagen?
Dann fragt er sie: „Ja selbstverständlich“, antwortet Tobias und „sehr gerne“, sagt Antonia.
Kurz lässt Bauer Revue passieren, wie die Rittersuche diesmal vonstatten gegangen ist. Tobias Jelinek, der seit Jahren im Festspiel eingebunden ist, war schon 2019 aufgefallen. Da war die Rolle aber schon vergeben. „Diesmal hat es gepasst und als ich ihn gefragt habe, musste er nicht lange überlegen“, erinnert sich der Festspielvorsitzende. Kein Wunder, schließlich träumt der 26-Jährige schon seit seiner Kindheit davon, den Drachen mit der Lanze zu erlegen. Gerade ist er mit seiner Lebensgefährtin Elena Obermeier in ein Haus gezogen, das er im Moment noch liebevoll renoviert. Beim Umzug ist ihm ein Zeitungsausschnitt von früher in die Hände gefallen, auf dem ein Ritter zu sehen ist. „Den hatte ich immer im Nachtkasten, weil ich das auch einmal werden wollte.“ Von Bauer gefragt, ob er denn eine junge Frau wüsste, die seine Ritterin sein könnte, ist ihm Antonia in den Sinn gekommen.„Wir kennen uns schon länger vom Weggehen, allerdings nicht besonders gut. Ich habe einfach nach einem hübschen Mädchen Ausschau gehalten“, sagt er und grinst. Tatsächlich ist er aber beim Festspiel auch als Kundschafter Jakob Gewolf dabei und hat dabei auch viel mit Antonias Mama Marion zu tun, die Assistentin von Regisseur Alexander Etzel-Ragusa ist. Auch Antonia ist selbstredend glücklich, jetzt in die Rolle der Ritterin schlüpfen zu dürfen, obwohl sie es nie darauf angelegt hat.
Sie ist familiär vorbelastet: Marion und Helmut sind langjährige Ensemblemitglieder und arbeiten aktuell hinter der Bühne (Helmut Buschek steht an der Seite von Festspielinspizient Heinz Winklmüller). So agierte Antonia schon beim Kinderdrachenstich, übernahm kleine Rollen im Volk, hatte eine Sprechrolle im Vorspiel und spielt seit 2014 Holzflöte beim Spielmannszug. Der ist neben dem Festspiel und ihrem Freund Peter Gerber ihre ganz große Liebe. Bei den Grenzfähnlein musiziert die 23-Jährige seit 15 Jahren, ist unter anderem auch Jugendwartin. Natürlich wird sie an den Deutschen Meisterschaften der Spielleute im Mai in Ulm teilnehmen.
Beruflich sind beide im Bereich Tourismus tätig. Antonia ist in Furth im Wald geboren, hat hier die Grundschule besucht und ist dann auf das Robert-Schumann-Gymnasium nach Cham gewechselt, wo sie ihr Abitur gemacht hat. Im Bayerwaldhof in Liebenstein folgte die Ausbildung zur Hotelfachfrau, die sie 2023 mit Bravour abgeschlossen hat. So gut, dass sie die Staatspreisurkunde der Regierung von Niederbayern erhalten hat. Sie blieb dem Bereich Gästebetreuung im Anschluss zwar treu, hat aber in die Touristinformation Neukirchen am Hl. Blut gewechselt. Dort hat sie ein duales Fernstudium für Tourismusmanagement gestartet. Das wollte sie eigentlich dieses Jahr beenden, verschiebt den Abschluss aber um ein Jahr. Wenn der Drache ruft, muss eben auch die Karriere warten. Drachenstich, Grenzfähnlein, Tourismusmanagement, da tut ein wenig Entspannung gut. Kein Wunder also, wenn sie sagt: „Ich mache gerne Wellness.“
Geschenke für das Ritterpaar
Ihr Ritter Udo ist ebenfalls in Furth geboren, hier in die Grundschule und später auf die Realschule gegangen. Er hat mit Laura eine Zwillingsschwester, ist eine Minute älter als sie, wie Laura verrät. Nach seiner Ausbildung ist er heute als Betriebselektriker im Viersterne-Ressort Ulrichshof in Rimbach tätig. Wenn er in seiner Freizeit nicht an seinem Nest, sprich dem Haus, das er und seine Freundin Elena renovieren, sind sie gemeinsam gerne mit dem Quad unterwegs. Seit seiner Kindheit hat er ein inniges Verhältnis zu Pferden. „Als Bub hat mich mein Papa einfach auf eines draufgesetzt.“ Die Liebe zu Pferden ist geblieben, Tobias reitet regelmäßig. Er ist in verschiedenen Rollen, zuletzt als Gewolf, beim Festspiel geritten, er ist Mitglied der Reitabteilung beim Trenckverein und bei der Pferdezuchtvereinigung Furth im Wald. Beim Leonhardiritt in der Drachenstadt, beim Pfingstritt in Bad Kötzting und bei viele weiteren Prozessionen und Umzügen war er dabei. Er hat auch schon Bekanntschaft mit den Festspielpferden von Ritter-Reit-Trainer Willi Späth gemacht, ist bereits auf ihnen geritten: „Ich habe ein gutes Gefühl bei beiden Pferden“, sagt er.
Worauf sich das Ritterpaar meisten freut, hat es zum Schluss natürlich auch noch verraten: Bei Antonia ist es neben dem Festspiel selbst, das Drumherum. Also der Weckruf, die Hofrechte und vieles mehr. Bei Tobias ist es der Drachenkampf, auf den er sich am meisten freut. In den letzten Jahren hat er schon ein Gefühl dafür bekommen, wie es ist, in die Arena einzureiten. Er denkt, dass es als Ritter Udo sicher noch einmal spannender sein muss. Tourismusamtsleiterin Anna-Lena Fischer, die auch die Organisationsleitung der Festspiele übernommen hat, überreichte die obligatorischen Geschenke mit Gutscheinen für eine Krone für Antonia und ein Schwert für Tobias. „Wir haben zwei sympathische junge Leute gefunden, das freut uns besonders“, sagte zweiter Festpielvereins-Vorsitzender Winklmüller. Bauer ergänzte: „Ihr braucht die Unterstützung von Familie und Freunden. Es wird eine tolle Zeit, in der ihr viel erlebt, die ihr nicht vergessen werdet und die wie im Flug vergeht.“
Das Ritterpaar
Antonia Buschek, geboren 22.10.2001, KH Furth, keine Geschwister.
Nebentätigkeit in der Further Kneipe „Big Mouth“
Spielmannszug Grenzfähnlein: 1. Stimme Sopran Querflöte, seit 2017 in der Vorstandschaft, Aufgabenbereiche: Musikalische Ausbildung. Organisation Vereinsausflüge.
Weitere Hobbys: Mitglied Further Theaterallerlei, Wandern, Städtetrips.
Drachenstich: 2005-2008 Kinderdrachenstich,ab 2009: kleine Rollen im Volk: Wurstkind, Engelskind, 2012 & 2013: Sprechrolle als kleine Prinzessin im Vorspiel, ab 2014: Holzflöte beim Spielmannszug Grenzfähnlein.
Das ist in diesem Jahr anders: „Die Drachenstichzeit ist normalerweise keine Familienzeit im Hause Buschek, durch die Rolle der Ritterin werde ich meine Eltern heuer aber häufiger sehen.“
Und diesmal darf es später werden: „Normalerweise muss ich zum Hundesitting früher heim gehen.“
Tobias Jelinek, geboren am 20.10.98, eine Zwillingsschwester.
Eltern: Claudia Menacher und Manfred Jelinek.
Mitglied beim TV Furth im Wald Judo Abteilung, lange aktiv auf Wettkämpfen, viele Jahre Ministrant und Oberministrant, Mitglied beim Glühweinklub GWK.
Drachenstich: Kundschafter Jakob Gewolf im Festspiel und Umzug, Mitglied Sattelbogner Soldaten, Schwertkämpfer in der Schlacht bei Taus, verantwortlich für Udos Herzstichlanze, Hussitenreiter.
Freizeit: Zuhause Hand- und heimwerken, (Aus)reiten, beim Einspannen helfen, Kutsch-Beifahrer sein.
Hoppala beim Drachenstich: Als Gewolf musste er in der vergangenen Saison die Rose des angeblich gefallenen Udo an die Ritterin übergeben. Die stand schon beinahe mit ausgestreckter Hand da, doch er bekam das Stück (fast) nicht vom Gürtel ab. Seither hat er sie lieber in die Hose gesteckt.
