Neue Wohnungen und ein neuer Supermarkt im Stadtosten von Regensburg geplant

Von Heike Haala · 21. Februar 2025 um 09:00

Ein Tankstellendach, Container, Anhänger: Warum gerade das etwa 6460 Quadratmeter große Grundstück an der Ecke Guerickestraße/Zeißstraße in Regensburg städtebauliche Bedeutung haben soll, ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Das wird sich aber jetzt ändern.

Laut Baureferent Florian Plajer soll schräg gegenüber der erste Wohnblock der Stadtbau auf dem Gelände der ehemaligen Prinz-Leopold-Kaserne (PLK) in zwei Jahren bezugsfertig sein. Nach diesen 206 Wohnungen auf sechs Stockwerken soll der zweite Block errichtet werden. Zudem kündigte Plajer an, dass der Sportpark Ost nebenan im April den Betrieb aufnehmen wird. Weiter soll die Ecke noch in diesem Jahr von einer Buslinie erschlossen werden und bald auch Teil des Radroutennetzes sein.

Wohnen auf dem Supermarkt

Und so ist das, was Architekt Dieter Aue für die Aukofer GmbH & Co KG an der Ecke errichten will, ein Fall für den Gestaltungsbeirat: Neben einem 800 Quadratmeter großen Vollsortimenter und einer Apotheke im Erdgeschoß kündigte Aue während der Sitzung der Architekturwächter am Donnerstag 56 Wohnungen mit einer Größe zwischen 30 und 47 Quadratmetern auf vier Stockwerken über den Ladeneinheiten an.

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Weil Aue aber ausgerechnet an der Fassade zum neuen Stadtviertel auf dem PLK-Gelände hin lediglich Lamellen und Pflanztröge vorgesehen hatte, redeten ihm die Gestaltungsbeiräte ins Gewissen. „Ist es nötig, die ganze Straßenfront zu schließen?“, fragte Gesine Weinmiller. Immerhin sollen auf der anderen Straßenseite einmal mehrere hundert Leute wohnen, warf auch Matthias Castorph ein. Auf den Vorschlag mit Schaufenstern ließ Aue sich noch ein, skeptisch war er aber, ob ein Eingang zu dem Supermarkt auf dieser Seite des Gebäudes möglich ist. „Glauben Sie mir, ich mache das seit 40 Jahren – für alle außer Lidl “, verwies der Architekt das Gremium auf seine Erfahrung mit Vollsortimentern.

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Ordentlich Erfahrung mit dem Gestaltungsbeirat hat zuletzt Thomas Rosenkranz, Geschäftsführer bei R&E Immobilien, gesammelt, weil er auf dem Gelände des ehemaligen Autohauses Weger in der Adolf-Schmetzer-Straße ab Mai 28 Wohnungen errichten will und dieses Projekt mit dem Gremium abstimmen musste. Nun konnte er davon profitieren. Die Bauherren Adelheid und Lorenz Weger wollen den ehemaligen Autoglasbetrieb nebenan aufstocken und zwölf Wohnungen auf vier Geschoßen verteilen.

Einziger Wunsch: Klinker

Ihr einziger gestalterischer Wunsch: eine Reminiszenz an die 1960er-Jahre in Form von Klinker. Das sollte Castorph recht sein. Weil Rosenkranz ansonsten die Formensprache seines geplanten und bereits besprochenen Nachbargebäudes übernommen hatte, sagte Castorph, lediglich Kleinigkeiten anzumerken zu haben: die Fenster etwas größer, die Attika etwas schmäler. Außerdem war ihm der Bereich für den Abfall zu nahe am Nachbargrundstück, auf dem eine ehemalige Pestkapelle steht. „Der Müll sollte nicht neben der Kirche stehen“, forderte Castorph. „Die Pestkapelle ist seit Jahren profaniert. Da war früher sogar einmal ein Puff drin“, platzte es da aus Adelheid Weger heraus, was für einiges Schmunzeln sorgte. Rosenkranz versprach, den Müll umzustellen.

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Gestaltungsbeirätin Lisa Ehrensperger wollte schließlich noch wissen, warum die oberen Stockwerke nicht aus Holz errichtet werden sollen. Weger sagte, dass dies geprüft, aber dann verworfen worden sei. Rosenkranz kündigte auch bereits ein drittes Wohnprojekt auf dem Restgrundstück an – deswegen präsentierte er einen großen Spielplatz für Kinder aus allen geplanten Gebäuden.

Neben der ehemaligen Pestkapelle soll aufgestockt werden.