Stadt Schwandorf steigt an der Schwellenwerkunterführung in die Bauarbeiten ein

Trotz drohendem Förderdebakel sind die städtischen Arbeiten für den Umbau der Schwellenwerkunterführung in diesen Tagen angelaufen. Die Bahn hat ihren Anteil an dem Gemeinschaftsprojekt bereits erledigt – nun ist die Stadt Schwandorf am Zug.
Wie berichtet, will die Große Kreisstadt das Nadelöhr zwischen Frühling- und Flurstraße auf zwei Fahrspuren erweitern und soweit tieferlegen, dass eine Durchfahrtshöhe von 3,20 Metern erreicht wird. So können künftig auch Rettungswagen die Unterführung passieren. Das Krankenhaus St. Barbara ist nur einen Katzensprung entfernt, Rettungswege sollen durch den Ausbau deutlich verkürzt werden.
Ausbau ist nicht billig zu haben
Billig zu haben ist das alles jedoch nicht. Auf knapp 12,4 Millionen Euro sind die Kosten des Gesamtprojekts veranschlagt. Die Bahn trägt nach einer Vereinbarung aus dem Jahr 2022 rund 37 Prozent, der städtische Anteil liegt bei etwa 63 Prozent oder gut 7,8 Millionen Euro.
Eingepreist war darin auch ein erwarteter Zuschuss von bis zu 5,4 Millionen Euro für die Stadt. Doch nachdem die Bahn erste Bauaufträge vergeben hatte, lehnte die Regierung der Oberpfalz mit Bescheid vom 1. Juli 2024 den Schwandorfer Förderantrag ab – mit der Begründung, dass es sich um einen vorzeitigen Baubeginn handeln würde.
Gut möglich also, dass die Stadt am Ende auf sämtlichen Kosten für ihren Anteil sitzenbleibt. Zwar wurde noch im vergangenen Jahr Klage gegen die Entscheidung der Regierung beim Verwaltungsgericht Regensburg eingereicht. Doch der Ausgang ist offen. Bisher ist nach Angaben aus der städtischen Pressestelle noch kein Beschluss ergangen. Selbst über den möglichen Zeitpunkt einer Entscheidung sei „derzeit keine konkrete Aussage möglich“, hieß es.
Stadtverwaltung: Interne Überprüfung läuft
Um alle Möglichkeiten zu wahren, doch noch eine Förderung zu bekommen, wurde für die anstehenden Maßnahmen vorsorglich der vorzeitige Baubeginn beantragt. Die Genehmigung dafür hat die Regierung der Oberpfalz nach Angaben des Schwandorfer Pressesprechers Andreas Hofmeister inzwischen erteilt – wenn auch nur „im Fall des Obsiegens“ der Stadt im Klageverfahren.
Noch kein Ergebnis brachte bisher auch die Überprüfung, wer bei der Stadt Schwandorf für das mögliche Förderdebakel Verantwortung trägt. „Die interne Aufarbeitung ist angelaufen, weitere Angaben können vonseiten der Stadt Schwandorf derzeit nicht gemacht werden“, hieß es auf Anfrage lediglich.
Die jetzt gestartete zweite Bauphase wird sich nach Angaben der städtischen Pressestelle bis Februar 2026 hinziehen. Die Maßnahme ist aufwendig: Für die Verbreiterung und Tieferlegung muss laut Pressesprecher Hofmeister eine Grundwasserwanne errichtet werden. Dazu ist eine eigene Stahlspundwand erforderlich, damit auch während der Bauphase kein Wasser in die Baugrube eindringen kann.
Zufahrtsstraßen sind gesperrt
Verbunden ist der Ausbau der Unterführung nach Auskunft der Stadt mit umfangreichen Straßensperrungen. Voraussichtlich bis Mitte Dezember können die Kreuzungsbereiche Frühling-, Linden- und Schwellenwerkstraße auf der einen sowie ein etwa 150 Meter langer Abschnitt der Flurstraße von der Abzweigung der Werthstraße bis zur Behelfsbrücke auf der anderen Seite nicht befahren werden. Auch für Fußgänger und Radfahrer, die aus südlicher Richtung kommen, ist hier jeweils Endstation. Die provisorische Fußgängerbrücke über die Bahngleise ist nur von Norden her erreichbar – von der Steinberger Straße kommend oder aus Richtung Lindenstraße.
Bereits in der vergangenen Woche wurde die Baustelle samt Absperrungen eingerichtet. Inzwischen sind laut Roland Stehr, dem Leiter des Sachgebiets Tiefbau bei der Stadt, die Zufahrten zur Unterführung auf beiden Seiten von der Asphaltdeckschicht befreit worden – zur Vorbereitung der routinemäßigen Kampfmittel-Sondierung, die in dieser Woche über die Bühne gehen soll.
Nach einer Überprüfung, ob im Bereich der Frühlingstraße möglicherweise noch Leitungen umgelegt werden müssen, wird es ernst auf der Baustelle. Dann sollen in der Schwellenwerkunterführung die ersten Stahlprofile in den Boden gerammt werden.

