Ende März geht es los: Die Breite Straße in der Schwandorfer Innenstadt wird zur Baustelle

Von Hubert Heinzl · 16. Februar 2025 um 19:00

Autofahrer und Kunden müssen sich auf Einschränkungen und Verkehrsbehinderungen in der Schwandorfer Innenstadt gefasst machen. Denn voraussichtlich ab Ende März werden an der Breite Straße neue Wasser- und zusätzliche Fernwärmeleitungen verlegt. Die Baumaßnahme soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden – rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft.

Nach dem Ausbau von oberer Bahnhofstraße, Schwaigerstraße und Schlesierplatz vor zwei Jahren wird also erneut ein Herzstück der Schwandorfer Innenstadt zur Baustelle. Anders als 2023 soll diesmal der Straßenbelag aber nicht erneuert werden, so Stefan Trettenbach, Werkleiter der Städtischen Wasser- und Fernwärmeversorgung (SWFS). An der Breite Straße werden lediglich neue Rohre eingegraben und Hausanschlüsse hergestellt.

Leitungen aus dem Jahr 1907

Die alten Wasserleitungen aus Grauguss stammen laut Günter Kraus, Bereichsleiter Wasserversorgung bei der SWFS, noch aus dem Jahr 1907 und gehören damit zu den ältesten im ganzen Stadtgebiet. Sie sollen durch moderne Rohre mit einer Lebensdauer von bis zu 100 Jahren ersetzt werden. Neue Fernwärmeleitungen werden gleich mitverlegt, um so die bestehende Lücke zwischen Bahnhof- und Rathausstraße zu schließen.

Nach den Worten von Christoph Both, Bereichsleiter Fernwärme bei der SWFS, sind 13 Anschlüsse in Auftrag gegeben worden – vom Kleinabnehmer (30 KW) bis zum Großkunden (bis 100 KW). Andere Versorger aus den Bereichen Gas, Strom oder Telekommunikation wurden laut Trettenbach im Vorfeld angefragt, wollen aber selbst keine Leitungen verlegen.

Wenn alles nach Plan läuft, soll die Maßnahme Ende November oder Anfang Dezember abgeschlossen sein. Aber natürlich könnte es Verzögerungen geben, etwa durch die archäologische Untersuchung, die die Arbeiten begleitet. Eines steht aber fest: Im Juli wird der Baustellenbetrieb 14 Tage lang ruhen, jeweils eine Woche vor und nach dem Bürgerfest. Denn schließlich wird eine der Bühnen bei Schwandorfs größter Party stets gegenüber dem Drogeriemarkt Müller aufgebaut.

Für die Autofahrer bringt die Maßnahme Einschränkungen mit sich, denn während der Bauarbeiten bleibt die Breite Straße laut Werkleiter Trettenbach für den Durchgangsverkehr gesperrt. Die Aus- und Einfahrt soll aber für Anlieger, den Lieferverkehr und Dialyse-Patienten grundsätzlich möglich bleiben. Für sie wird die geltende Einbahnstraßen-Regelung während der Bauphase aufgehoben. Die Gehwege bleiben ohnehin frei, die Geschäfte sind zu Fuß erreichbar. Und auch die Rettungs- und Fluchtwege sind sichergestellt.

Arbeiten starten in der Bahnhofstraße in Schwandorf

Den Planern von der SWFS kommt entgegen, dass diesmal nicht die komplette Straße aufgerissen werden muss. Verlegt werden die neuen Rohre in einem rund drei Meter breiten Korridor, der etwa in der Mitte der Breite Straße verläuft. Mit dem Fortschreiten der Bauarbeiten kann es trotzdem zu weiteren Einschränkungen kommen. „Wenn es um Detailfragen geht, wird eine Abstimmung mit der Baufirma erforderlich sein“, sagt Trettenbach. Falls erforderlich, könnten für die Anlieger auch Parkmöglichkeiten im Naabparkhaus geschaffen werden.

Die Baustelle wird zunächst an der Einmündung in die Bahnhofstraße eingerichtet und arbeitet sich von dort Richtung Rathausstraße vor. Im Idealfall soll der erste Abschnitt bis zur Einmündung der Neubäckergasse noch vor dem Bürgerfest fertiggestellt sein. „Wenn nicht, wird die Baustelle in der Zeit zurückgefahren“, versichert der Werkleiter. Bauabschnitt Nummer zwei schließt sich dann voraussichtlich ab dem 21. Juli an.

Nach dem Haushaltsbeschluss im Stadtrat hat nun die Ausschreibung für die Baumaßnahme begonnen. Trettenbach rechnet mit Gesamtkosten von 500 000 Euro netto – die Mehrwertsteuer kommt also noch dazu. Die betroffenen Anlieger und Einzelhändler sollen bei einer Versammlung Mitte März noch einmal ausführlich über das Vorhaben informiert werden.

Sie stellten die Pläne vor: Günter Kraus (Bereichsleiter Wasserversorgung), Werkleiter Stefan Trettenbach und Christof Both, Bereichsleiter Fernwärmeversorgung (v. l.).