Die Stadt Schwandorf will heuer über 30 Millionen Euro investieren

Ehrgeizig wie schon im Vorjahr ist das Bauprogramm 2025 der Stadt Schwandorf. Die geplanten Investitionen summieren sich auf mehr als 30 Millionen Euro. Doch es könnte sein, dass die Verwaltung Abstriche machen muss.
Denn in der Bauausschusssitzung am vergangenen Donnerstag signalisierte die CSU, dass sie beim Sozialen Wohnungsbau gerne den Rotstift ansetzen würde. Ein Überblick.
Keine Einigkeit über Konventgebäude und Sozialwohnungen auf dem Weinberg
Nach Angaben von Barbara Hellerbrand, Sachgebietsleiterin Hochbau, plant die Stadt weitere Sozialwohnungen an der Gebrüder-Grimm-Straße auf dem Weinberg und im ehemaligen Konventgebäude bei der Pfarrkirche St. Jakob. Zusammen sind für die beiden Projekte Investitionen von rund sieben Millionen Euro veranschlagt; 550 000 Euro könnten noch heuer haushaltswirksam werden.
Die CSU ist allerdings skeptisch. Sozialer Wohnungsbau sei „keine Pflichtaufgabe“, monierte deren Sprecher Hans Sieß. Beide Projekte sollten geschoben werden, forderte er. SPD-Stadtrat Alfred Braun dagegen sah den Bedarf: „Wir brauchen dringend Wohnungen in der Stadt“. Das Konventgebäude sei seit Jahren ein unvollendetes Projekt. Nun bestehe „endlich die Chance, das Pfleghofviertel fertigzustellen“.
OB Andreas Feller (CSU) wies darauf hin, dass Wohnungen in dem unter Ensembleschutz stehenden Bau noch die günstigste Lösung seien. Die Stadt ist Eigentümerin des Gebäudes. Sachgebietsleiterin Hellerbrand ergänzte, dass neue Sozialwohnungen auch als Ausweichquartier dienen sollten, wenn die in die Jahre gekommenen städtischen Wohnungen saniert würden.
Stadt plant Sanierung und Ausbau der Wohnungen an der Hallenbadstraße
Eine solche Maßnahme sieht das Bauprogramm zunächst für die Hallenbadstraße vor, wo durch den Ausbau des Dachstuhls neuer Wohnraum geschaffen und dabei zugleich energetisch saniert werden soll. Heuer sind lediglich Planungskosten in Höhe von 10 000 Euro vorgesehen. Die Gesamtkosten werden auf knapp 1,8 Millionen Euro geschätzt. Einen Beschluss gab es im Ausschuss nicht, über das Bauprogramm entscheidet also erst der Stadtrat.
Beim Schmidtbräu-Gelände wird es langsam ernst – die Stadt plant den Abriss
Wenn der Stadtrat zustimmt, könnten auf dem Schmidtbräu-Gelände endgültig die Weichen für den Abriss gestellt werden. Zurzeit läuft laut Hellerbrand das Vergabeverfahren für die Planung von Abbruch und Sicherungsmaßnahmen. Für den Abriss allein sind Kosten von knapp sechs Millionen veranschlagt. Der gesamte Um- und Ausbau mit Veranstaltungssaal, Wohnungen und öffentlicher Nutzung soll parallel ebenfalls vorangetrieben werden. Das Langfristprojekt hat noch größere Dimensionen und erfordert nach vorsichtigen Schätzungen Investitionen von bis zu 40 Millionen Euro – abzufinanzieren über etliche Jahre hinweg.
Bei der Ganztagsbetreuung ist nun die Grundschule Ettmannsdorf an der Reihe
Schritt für Schritt verbessert die Stadt Schwandorf das Betreuungsangebot an den Grundschulen. Laut Hellerbrand ist der Ausbau der Gerhardingerschule so gut wie abgeschlossen. Die offene Ganztagsschule in Fronberg soll heuer rechtzeitig zum Beginn des neuen Schuljahres in Betrieb gehen, für Ettmannsdorf laufen die Planungen. Mit einem Baubeginn rechnet die Verwaltung hier erst im kommenden Jahr. Um eine Grundsatzentscheidung geht es bei den Mittelschulen. Die Stadt hat eine Machbarkeitsstudie für einen gemeinsamen neuen Standort in Auftrag gegeben, deren Ergebnis im Frühjahr erwartet wird.
Kindergärten und Krippen bleiben in Schwandorf eine Daueraufgabe
Die Stadt hat in den Vorjahren viel in die Kinderbetreuung investiert, und das wird sich wegen des steigenden Bedarfs in nächster Zeit auch nicht ändern. Im Januar hat laut Sachgebietsleiterin Hellerbrand die Erweiterung der Kita Storchenwiese in Fronberg begonnen. Auch das Kinderhaus Lindenblüten an der Industriestraße platzt schon wieder aus allen Nähten. Bis zum Beginn des neuen Kindergartenjahres soll eine Container-Lösung realisiert werden. Und für das neue Kinderhaus in Krondorf (Gesamtkosten: rund 9,5 Millionen Euro) ist heuer die Planung, 2026 der Baubeginn angesetzt.
Leuchtturmprojekt in der Innenstadt wird in diesem Jahr fertiggestellt
Im Herbst soll die sogenannte Bürgerfreifläche auf den beiden obersten Decks des Naabparkhauses ihrer Bestimmung übergeben werden, kündigte Hellerbrand an. Auch ein weiteres Projekt im Stadtzentrum soll heuer über die Bühne gehen. Die Stadt hat im vergangenen Jahr die historische Stadtmauer erworben und will das Bauwerk an der gleichnamigen Gasse für gut 170 000 Euro sanieren.
Im Tiefbau ist die Schwellenwerksunterführung der größte Brocken
Auch wenn nach wie vor ein Ausfall der öffentlichen Förderung im Raum steht, will die Stadt in diesem Jahr mit ihrem Anteil an der Baumaßnahme beginnen. Laut Sachgebietsleiter Roland Stehr wird die Bahn ihre Arbeiten demnächst abgeschlossen haben. In der zweiten Februarhälfte sollen sich die Maßnahmen unter städtischer Regie nahtlos anschließen. Das Vorhaben kostet – Zuschüsse herausgerechnet – rund 7,6 Millionen Euro.
Auch die Beer-Kreuzung zwischen Naab und Marktplatz wird zur Baustelle
Nach den Worten Stehrs wird beim Neubau der Naabbrücken der Zeitplan „fast tagesgenau“ eingehalten. Mit einer Freigabe rechnet der Tiefbau-Spezialist im August. Die Stadt Schwandorf will die verbliebene Zeitspanne und damit auch die Behelfsbrücken für eine Oberflächenerneuerung an der viel befahrenen Beer-Kreuzung nutzen. 400 000 Euro sind für die Baumaßnahme eingeplant, die voraussichtlich im Mai oder Juni über die Bühne gehen soll.
Ob auch die Naabbrücke zwischen Adolf-Kolping-Platz und Stadtpark (Kostenvolumen: 650 000 Euro) noch heuer fertig wird, ist laut Stehr fraglich. Es gebe noch Abstimmungsbedarf mit der Verkehrsbehörde. Eine halbseitige Sperrung der Naabuferstraße wird nach seinen Worten aber auf jeden Fall erforderlich.


