100 Fernwärmeanschlüsse in Schwandorf – Maßnahmen auch in der Wasserversorgung

Die Fernwärme ist nach wie vor für viele Schwandorfer das Heizsystem der Wahl. Doch nicht alle, die gern einen Anschluss hätten, kommen auch zum Zug. Rund 600 Anträge für einen Anschluss liegen derzeit bei der SWFS auf dem Tisch. Wie Stefan Trettenbach, Werkleiter der Städtischen Wasser- und Fernwärmeversorgung (SWFS)erklärte, kann aber nur rund die Hälfte der Anträge davon realisiert werden.
„Unser Leistungsnetz gehört mit einer Länge von gut 71 Kilometern zu den zehn größten in Bayern“, machte Trettenbach auf der Sitzung des Werksausschusses deutlich. Der Werkleiter verwies auf rund 1150 Anschlüsse, die mit Fernwärme versorgt werden. Immer wieder kämen Anfragen von anderen Kommunen, die sich bei den Schwandorfern informieren möchten.
Rund 600 Anträge für einen Anschluss liegen derzeit bei der SWFS auf dem Tisch. Rund die Hälfte der Anträge davon kann realisiert werden. „Die Fernwärmeversorgung ist wegen der Auftragslage bis Frühjahr 2028 ausgebucht“, sagte Trettenbach.
Förderungen in Aussicht
Im Jahr 2025 sollen 100 Hausanschlüsse realisiert werden. In Summe aller Baumaßnahmen werde in diesem Jahr eine Anschlussleistung von etwa 1000 Kilowatt erstellt; bei einem Kapitaleinsatz von 1,1 Millionen Euro. Die wirtschaftliche Kostendeckung sei dabei laut Trettenbach mehr als grenzwertig. „Mithilfe der staatlichen Förderungen können diese Investitionen jedoch gut gemeistert werden.“
Hier wird das Netz erweitert:
Das Fernwärmenetz wird im Jahr 2025 an verschiedenen Stellen erweitert: in der Hammerstraße und der Lilienstraße, in der Breite Straße und Friedrich-Ebert-Straße/Pesserlstraße sowie in der Meißer Straße und der Steinberger Straße.
Für die Jahre 2026 bis 2029 erwartet der Werkleiter Lieferengpässe, da der Zweckverband Müllverwertung Schwandorf (ZMS) drei von vier Kesselanlagen tauschen wird. Grund zur Sorge bestehe dabei nicht. Ein Sechstel der aktuellen Bestellleistung solle dann über Ersatzanlagen geliefert werden, die mit Biogas versorgt werden, sagte Trettenbach. Dafür seien zusätzlich zwei Heizersatzanlagen notwendig, die für insgesamt 850.000 Euro angeschafft werden sollen.
Ersatzanlagen werden angeschafft
Die Anlagen zu mieten, das hält Trettenbach nicht für wirtschaftlich. Außerdem können diese auch wieder verkauft werden, wenn sie nicht mehr benötigt werden. Insgesamt rechnet die SWFS für das Geschäftsjahr 2025 mit einem positiven Ergebnis von 358.143 Euro.
Die SWFS ist zudem für die städtische Wasserversorgung zuständig. „Wasser ist unser Grundnahrungsmittel, hier müssen wir Qualität liefern“, machte OB Andreas Feller (CSU) deutlich. Dabei müssen laut Trettenbach rund 450 Kilometer Leitungsnetz gepflegt werden. In den kommenden Jahren würden daher auch umfangreiche Maßnahmen zur Rohrnetzerneuerung auf dem Plan stehen. Auch die Rohrnetzüberwachung soll ausgebaut werden.
Dabei sei mit Kostensteigerungen zu rechnen, das sei besonders bei Material- und Personalkosten spürbar. Für diese Posten werden rund 3,5 Millionen Euro veranschlagt. Positiv wurde im Stadtrat aufgenommen, dass die Auszubildenden übernommen wurden. Außerdem wurden zwei zusätzliche Mitarbeiter eingestellt.
Neuer Trinkwasserspeicher
„Ein wichtiges Projekt ist auch die Entwicklung des Nord-West-Ringes, besonders der Bau, die Installation und die Anbindung eines Trinkwasserspeichers im Bereich Kreith/Richt“, erklärte Trettenbach. Die Sicherung der Trinkwasserversorgung im Dreieck Kreith/Richt und Irlbach sei am Limit. Die Löschwasserversorgung könne zum Teil nicht mehr sichergestellt werden. Für das aktuelle Jahr sind daher 170.000 Euro für den Grunderwerb sowie Projektplanung veranschlagt.
In der Aufbereitungsanlage in Klardorf wird außerdem laut Trettenbach die Verfahrenstechnik umgerüstet. Dies sei notwendig, damit die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte für Trinkwasser eingehalten werden können. Insgesamt ergibt sich planerisch für die Sparte der Wasserversorgung ein negatives Betriebsergebnis von 216.511 Euro.
Hier wird das Rohrnetz erneuert:
Kronstetten: In der Höflarner Straße soll eine sanierungsbedürftige Leistung erneuert werden. Das Projekt war bereits 2024 angedacht, wurde jedoch auf 2025 verschoben.
Klardorf: Hier sind Baumaßnahmen in der Detterstraße, Brunnenstraße und Hohen Straße geplant.
Dachelhofen: In der Dachelhofener Straße werden noch rund 80 Meter Hauptleitung und drei Hausanschlüsse erneuert. Die Maßnahme wurde bereits 2024 begonnen und soll in diesem Jahr fertiggestellt werden.
Innenstadt: In der Breiten Straße wird die Wasserleitung im Zuge des Fernwärmeleitungsbaus erneuert.
Ettmannsdorf: Auch in der Hammerstraße und Lilienstraße wird die Trinkwasserleitung im Zuge des Fernwärmeleitungsbaus erneuert.
In der Nariskerstraße wird die Erneuerung mit den Straßensanierungsarbeiten durchgeführt.