Großbaustelle steht an: So verändert sich die „Rennstrecke“ bei Kelheim 2025

Von Beate Weigert · 18. Februar 2025 um 19:00

Der Ausbau des zweiten Abschnitts der sogenannten „Rennstrecke“ zwischen Kelheim und Ihrlerstein wird eine Herausforderung. Denn im Gegensatz zu den anderen Straßen in der Region ist diese eher „alpin“. Diese Details stehen fest.

Eines der wichtigsten Straßenbau-Projekte, die 2025 im Raum Kelheim anstehen, ist der zweite Sanierungs- und Ausbauabschnitt der „Rennstrecke“. Zwischen dem Abzweig zum Frauenhäusl und der Kelheimer Ortseinfahrt in der Hemauer Straße.

Im Vergleich zu sonstigen Baumaßnahmen im Amtsgebiet sticht die „Rennstrecke“ heraus, sagt Daniela Fuchs vom Staatlichen Bauamt in Landshut. Die tief ins Kelheimer Tal eingeschnittene Straße erinnere eher an „alpines“ Gelände, so die für den Landkreis Kelheim zuständige Abteilungsleiterin. Daher werden viele Erdbewegungen nötig sein. Das Aushubmaterial aus dem zwei Kilometer langen Ausbauabschnitt der Staatsstraße 2233 solle „nachhaltig an anderer Stelle“ wieder eingebracht werden.

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Fahrbahn: Aktuell warnt am Kelheimer Ortsausgang noch ein Schild vor einigen gefährlichen Kilometern. Mit der Sanierung sollen unfallträchtige Stellen verschwinden, so Fuchs. Zu den gravierendsten Veränderungen zählt der Wegfall der prägnanten S-Kurve auf Kelheimer Gemeindegebiet. Zudem soll auch die Kurve nach der bislang noch bestehenden Einmündung der KEH 25 (Richtung Frauenhäusl) entschärft werden. Auf der ausgebauten Strecke wird einmal durchgehend Tempo 70 gelten. Aktuell ist die erlaubte Geschwindigkeit teils bis auf 40 km/h beschränkt. Die neue Fahrbahn wird an die sieben Meter breit. Dort, wo es möglich ist. Denn auch Wasserschutzgebiete spielten in die Planung der Trassenführung hinein. Der Straßenausbau wird laut Fuchs in Kelheim auf Höhe der Hemauer Straße 91 enden, das ist beim letzten Haus vor dem Ortsschild.

Geh- und Radweg: Der neue Geh- und Radweg wird – wie im ersten Abschnitt – komplett westlich neben der Staatsstraße verlaufen. Sprich von Ihrlerstein nach Kelheim rechter Hand. Im Gegensatz zur Fahrbahn wird der neue Geh- und Radweg ein Stück weiter gen Süden geführt. Der neue Radweg endet laut Daniela Fuchs auf Höhe „Hemauer Straße 75“. Das ist in etwa auf Höhe der Einfahrt zur Notaufnahme des Krankenhauses. Um neben einer verbreiterten Fahrbahn zweieinhalb Meter Geh- und Radweg zu installieren, muss einiges an Gelände abgetragen werden, so Fuchs. Wenn sich Überraschungen auftun, könnte sich das auf die Bauzeit auswirken.

Sonstige Besonderheiten: Die Bushaltestellen kurz vor dem Abzweig zum Frauenhäusl (wo bis 2026 ein neuer Kreisverkehr entsteht) bleiben laut Fuchs bestehen. Am Übergang von Bauabschnitt 1 zu 2 wurde im vergangenen Jahr ein großes Stück des Hangs abgetragen. Böschungssicherung und Regenrückhaltebecken werden noch finalisiert. Zudem waren 2024 neben der Staatsstraße bis Kelheim im Gelände einige Wege geschaffen worden. Sie waren nötig, um den Baugrund auf Stabilität zu überprüfen, erklärt Fuchs. Auf Wunsch von Grundstückseigentümern blieben einige als Rücke-Wege erhalten. Andere würden wieder zurückgebaut.

Bauzeit: Der genaue Baubeginn stehe derzeit noch nicht fest, so Fuchs. Bislang war von Frühsommer die Rede. Was die Baurätin sagen kann: „Die gesamte Bauzeit der Strecke inklusive neuem Kreisverkehr wird sich über die Jahre 2025 und 2026 ziehen“. 2026 könnten noch Restarbeiten auf der Strecke anstehen. Bis zum Kreiselbau soll laut Staatlichem Bauamt aber die Verbindung Ihrlerstein – Alling (KEH 25) befahrbar bleiben. 2026 wolle man Synergien nutzen, sprich Straßenbaustellen zeitlich zusammenlegen, damit sich die Sperre lohne. Die Tiefbauverwaltung im Kelheimer Landratsamt bestätigt, dass sie mit dem Staatlichen Bauamt eine eigene Baustelle abstimmt. Voraussichtlich „im zweiten Quartal 2026“ will der Kreis die KEH 25 sanieren.

„Alte Salzstraße“

Historische Trasse: Im Mittelalter war Salz ein wichtiges Handelsgut. Von Reichenhall wurde es auf dem Wasser über Salzach, Inn und Donau nach Kelheim transportiert, weiß Ihrlersteins Heimatforscher Erich Hafner. Von dort wurde das „Weiße Gold“ auf Fuhrwerken weiter in die Oberpfalz und nach Nürnberg befördert – über die hiesige Salzstraße.

Wichtige Route: Diese führte zunächst über den Herzberg (umgangssprachliche Abkürzung für Herzogsberg), so Hafner. Bis 1803 war dieser von einer Besiedlung ausgenommen. Lange war hier Wein angebaut worden. Über die heutige Haupt- und Schulstraße in Ihrlerstein ging es weiter gen Painten und von dort in Richtung Oberpfalz.

Alternative: Weil der sehr steile Anstieg am Herzberg den Kelheimer Fuhrleuten immer wieder große Schwierigkeiten bereitete, wurde die Salzstraße zwischen 1766 und 1800 auf die neue Trasse durch das Kelheimer Tal, die heutige Rennstrecke, verlegt. Im 19. Jahrhundert bezeichnete man sie laut Erich Hafner als Landstraße, später wurde sie zur Staatsstraße.

Die S-Kurve im unteren Teil der Ausbaustrecke wird verschwinden.
Die Fahrbahn der Staatsstraße 2233 wird bis auf Höhe „Hemauer Straße 91“ ausgebaut.
Der Geh- und Radweg wird weitergeführt, bis auf Höhe der Einfahrt zur Klinik-Notaufnahme.
Auch die große Kurve nach dem Abzweig zum Frauenhäusl wird entschärft.