Erste Hilfe für die Gesundheit: Das schlagen die Bundestagskandidaten für Kelheim vor

Von Martina Hutzler · 19. Februar 2025 um 11:00

Landkreis und Gemeinden in Kelheim halten Ausschau nach niedergelassenen Ärzten, und um die Krankenhäuser Kelheim und Mainburg wird intensiv gerungen. Grund genug für eine Nachfrage bei den sechs Bundestagskandidatinnen und und fünf -kandidaten für Kelheim/ Landshut.

Wir wollten von den Bewerber/innen ums Direktmandat wissen: Welche Krankenhäuser und/oder sonstigen medizinischen Einrichtungen braucht Kelheim zur Daseinsvorsorge, und was würden Sie auf Bundesebene dafür tun? Hier die elf Antworten.

• Nicole Bauer, FDP: Der Landkreis Kelheim braucht eine flächendeckende Versorgung mit gesicherter Akut- und Notfallversorgung sowie flächendeckend Haus-, Fach-, und Kinderärzte. Wir setzen uns nach wie vor für den Erhalt von Mainburg ein. Bezüglich der Finanzierung und Planung ist nun der Freistaat am Zug. Die Arbeit am Patienten muss im Vordergrund stehen, deshalb muss im Gesundheitsbereich dringend Bürokratie abgebaut werden.

• Mascha Buchwald, Linke: Ich setze mich für eine gute, wohnortnahe Gesundheitsversorgung ein. Krankenhäuser müssen erhalten und finanziell gestärkt werden. Deshalb wollen wir die Fallpauschalen abschaffen, private Klinikgewinne unterbinden und kommunale Versorgungszentren fördern. Der Bund muss Insolvenzen verhindern und Krankenhäuser zurück in öffentliche Hand bringen. Zusätzlich braucht es eine Krankenkasse für alle.

• Peter Dreier, Freie Wähler: Wichtig ist, die flächendeckende medizinische Versorgung zu sichern. Dazu gehört für mich ein umgehender Stopp der Krankenhaus-Reform, die unbedingt neu und zielgerichtet aufgestellt werden muss. Um die drohenden Insolvenzen der Krankenhäuser verhindern zu können, braucht es einen sofortigen Rettungsschirm – denn sonst stehen viele Gesundheitseinrichtungen unmittelbar vor dem Aus.

• Elena Fritz, AfD: Das Klinikum Mainburg muss erhalten und ausgebaut werden – die Schließung der Geburtshilfe war ein schwerer Fehler! In Kelheim fehlen Fachärzte, besonders in der Gynäkologie und Kinderheilkunde. Ich setze mich auf Bundesebene für eine Landarztquote ein, weniger Bürokratie für Ärzte und eine angemessene Finanzierung kleiner Krankenhäuser, damit sie nicht aus wirtschaftlichen Gründen schließen müssen.

• Florian Geisenfelder, Bayernpartei: Der Landkreis Kelheim hat zwei Krankenhäuser, die unbedingt in vollen Umfang erhalten werden müssen um die nötige Versorgung zu gewährleisen. Als erstes muss im Bund die Krankenhausreform gestoppt werden; sie ist rein auf Boomregionen und Städte ausgelegt, und der ländliche Raum – wie der Landkreis Kelheim – gehen dabei unter. Außerdem muss mehr Geld für kleine Krankenhäuser bereitgestellt werden!

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• Gertraud Götz-Volkmann, MUT: Ich halte alle bestehenden Krankenhäuser, auch das in Mainburg, für wichtig, um bestmögliche medizinische Versorgung für alle, auch in ländlichen Regionen, sicherzustellen. Ich würde mich für entsprechende Änderungen dieser „Reform“ einsetzen.

• Max Huber, ÖDP: Die ÖDP setzt sich vehement für den Erhalt des Krankenhauses Mainburg ein. Unsere Kreisrätin Annette Setzensack ist federführend in der BI in Mainburg. Unser Landesverband hat eine Petition gestartet, um die Staatsregierung zu bewegen, ihrer Pflicht zur Finanzierung der Krankenhäuser nachzukommen. Im Bundestag werde ich mich dafür stark machen, kleinere Krankenhäuser dauerhaft zu sichern.

• Andreas Janker, Volt: Für eine bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung in Kelheim setze ich mich für regionale Versorgungszentren (RVZ) ein, die multiprofessionelle Teams und Telemedizin integrieren. Kleine Krankenhäuser sollen in RVZs umgewandelt und in den ambulanten Sektor integriert werden. Als Vorbild dient hierfür das „Médecins Solidaires“- System, das Versorgungslücken in Frankreichs ländlichen Regionen schließt.

• Anja König, SPD: Der Landkreis Kelheim braucht starke, wohnortnahe Kliniken und eine gesicherte ärztliche Versorgung. In Bayern fehlt eine Krankenhausbedarfsplanung – – ohne sie gibt es keine klare Grundlage für die Einstufung der Kliniken. Ich setze mich für eine gerechte Krankenhausfinanzierung auf Bundesebene ein, damit Notfallversorgung und Grundversorgung gesichert bleiben. Gesundheit darf nicht vom Wohnort abhängen!

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• Maria Krieger, Grüne: Die Krankenhausreform schafft Klarheit und Transparenz bei der Qualität. Jetzt muss das Land Bayern Farbe bekennen und sagen, wo welche Leistung künftig angeboten werden soll. Bei der Planung der medizinischen Versorgung muss der Rettungsdienst mitgedacht werden, der heute viel mehr kann, und das Leistungsspektrum der niedergelassenen Ärzte muss mit dem klinischen Angebot besser verzahnt werden.

• Florian Oßner, CSU: Beide Standorte, Mainburg und Kelheim, sind wichtig. In unserer Regierungszeit vor 2021 haben wir die operativen Kostendefizite stärker ausgeglichen. Dies wurde von der Ampel gestoppt. Daher hat die CSU auch geschlossen die Krankenhausreform Lauterbachs abgelehnt. Wir schaffen eine Überbrückungsfinanzierung, bis eine neue Reform mit verstärkter Spezialisierung greift. Das verhindert Schließungen.

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