Mehr Herz, Darm und OPs am Kelheimer Caritas-Krankenhaus St. Lukas – und damit weniger Defizit

Von Martina Hutzler · 18. Februar 2025 um 11:34

Orthopädie, Kardiologie und Gastroenterologie kristallisieren sich als Schwerpunkte am Kelheimer Caritas-Krankenhaus St. Lukas heraus und lassen das Defizit des Hauses schrumpfen. Dessen Entwicklung stellte Geschäftsführerin Sabine Hehn nun vor.

Insgesamt zwölf Fachabteilungen gibt es am Caritas-Krankenhaus St. Lukas Kelheim (CSL) – drei davon stechen heraus in der Leistungsübersicht für 2024, die Geschäftsführerin Hehn dieser Tage im Kreisausschuss präsentierte: die haus-eigenen Abteilungen Kardiologie und Gastroenterologie sowie die chirurgische Abteilung 8, eine Kooperation von CSL und dem „Sporthopädicum“, einem Zusammenschluss von Orthopäden und Chirurgen. In allen drei Bereichen wurden voriges Jahr – laut vorläufiger Hochrechnung vom 31. August 2024 – mehr Patienten bzw. „Fälle“ stationär behandelt als geplant, teils auch „schwerere“ Fälle.

Die übrigen Fachabteilungen behandelten, gemäß dieser Hochrechnung, zumeist weniger Fälle stationär als im Wirtschaftsplan für 2024 vorgesehen. Auf Nachfrage unserer Zeitung begründete Geschäftsführerin Hehn dies mit der „deutlichen Ausweitung des Katalogs für ambulante Operationen“. Damit einher gehe bundesweit die „Verlagerung von stationären Leistungen in den ambulanten Bereich“, die aber in den einzelnen Abteilungen unterschiedlich ausfalle. Die Fallzahlen würden sich entsprechend in den ambulanten Bereich verlagern, so Hehn.

Eine Abteilung indes hatte noch keinen einzigen eigenen Fall: die Akutgeriatrie. Dort sollen ältere Menschen mit multiplen Vorerkrankungen während ihres Krankenhaus-Aufenthalts begleitend behandelt werden. Der Aufbau dieser Fachabteilung war im Oktober 2023 angekündigt worden. Auf Nachfrage teilte Geschäftsführerin Hehn mit, „die geriatrische Fachabteilung befindet sich in Gründung, und somit können noch keine Leistungen zugeordnet werden“.

Beifall für vorläufige Bilanz

Unterm Strich rechnen Geschäftsführerin Hehn und Claudia Eder, Leiterin des CSL-Finanz- und Rechnungswesens, für 2024 mit rund 9700 statt geplanter 8800 Fälle. Das mindert das Betriebs-Defizit der Klinik (inklusive des im CSL integrierten Medizinischen Versorgungszentrums) erheblich: Statt geplanter 8,83 Millionen Euro ist es nun, laut Hochrechnung 31. Oktober, „nur“ ein Defizit von 6,9 Mio., das der Landkreis gemäß Gesellschaftervertrag ausgleichen muss (2023: 7,9 Mio.). Dafür gab es im Kreisausschuss Beifall.

Für das Jahr 2025 rechnet die CSL-Leitung derzeit mit einem Minus von 7,98 Mio. Neben dem Zuschuss zum laufenden Betrieb muss der Landkreis noch Zins und Tilgung für Investitionskredite zahlen; 2024 fielen fast 2,9 Mio. Euro an.

Hehn nannte die verbesserten Betriebszahlen 2024 ein Ergebnis „der hervorragenden Leistungen der Mitarbeiter“ am CSL. Die Zahl der Beschäftigten (viele davon in Teilzeit) liegt bei umgerechnet 399 Vollzeit-Kräften und damit knapp unter dem Plan (rund 402). Für heuer sieht der Plan eine Steigerung auf umgerechnet 415 Vollzeitkräfte vor.

Trotz der Erfolge, so Hehn weiter, müsse man die Prozesse im Haus weiter optimieren und die Leistungen steigern. Zu den Optimierungen gehöre unter anderem die für heuer geplante Umstellung der Patienten-Akten auf digitale Form; ein zentraler Baustein im Gesamtprojekt „Digitalisierung“ am CSL. Nach wie vor nicht auf der To-do-Liste steht die Generalsanierung des Jahrzehnte alten OP-Bereichs, die schon vor dem Einstieg der Caritas 2022 geplant war, damals noch als „Goldberg-Klinik“.

Hierzu teilte Sabine Hehn auf unsere Anfrage mit, „die OP-Sanierung wird weiterhin sehr gezielt verfolgt“. Die zeitliche Umsetzung hänge ab von „verschiedensten Entscheidungen, auch auf behördlicher Seite“. Der OP-Bereich habe „keinerlei Einschränkungen in seiner Betriebsfähigkeit“.

Im Kreisausschuss gefragt nach dem Umgang mit der Krankenhaus-Reform des Bundes, riet Hehn abzuwarten, bis zu den vielen noch offenen Details der Reform Klarheit herrsche. Bei der Krankenhausplanung und bei den Entgeltverhandlungen 2025 ändere sich durch die Reform noch nichts.

Der Kreisausschuss segnete den vertragsgemäßen Defizit-Ausgleich 2024 und den vorgelegten Wirtschaftsplan 2025 für das Caritas-Krankenhaus in Kelheim einstimmig ab, wie zuvor schon beides für die Ilmtalklinik Mainburg-Pfaffenhofen.

20,5 Millionen für Kliniken

Somit summieren sich die diesjährigen Ausgaben des Landkreises für seine beiden eigenen Krankenhäuser auf prognostizierte 20,5 Mio. Euro. Tritt diese Prognose ein, wären das 1,33 Mio. weniger als 2024.

Mit den Klinik-Daten stehen die wichtigsten Kenngrößen für den Kreishaushalt 2025 fest. Dieser soll Mitte März nochmals im Ausschuss vorberaten und im April vom Kreistag beschlossen werden.