Was tun für den Verkehr auf Straße, Schiene, Donau? Elf Antworten für den Landkreis Kelheim

Neben den Hauptthemen Migration und Wirtschaft gibt es zur Wahl weitere wichtige regionale Themen: zum Beispiel die Mobilität im Landkreis Kelheim. Wir wollten von den elf Direktkandidatinnen und -kandidaten wissen: Welche Vorhaben zu Individualverkehr / ÖPNV würden Sie auf Bundesebene angehen? Hier die Antworten.
• Nicole Bauer, FDP: Wir brauchen mehr Technologieoffenheit in der Verkehrspolitik. Wir setzen auf den Ausbau der Infrastruktur für alle Verkehrsträger, intelligente Verkehrsleitsysteme und schnelle Genehmigungen. Außerdem wollen wir Führerscheine günstiger machen und den ÖPNV auf dem Land ausbauen, um Mobilität für alle möglich zu machen.
• Mascha Buchwald, Linke: Mobilität darf nicht vom Wohnort abhängen. Wir brauchen einen flächendeckenden, zuverlässigen und günstigen ÖPNV, auch im ländlichen Raum: stündliche Busverbindungen in jedes Dorf, bessere Bahnanschlüsse, flexible Rufbussysteme. Der Bund muss massiv in diesen Ausbau investieren, statt einseitig neue Straßen zu bauen. Das 9€-Ticket muss wieder eingeführt werden, langfristig muss ÖPNV kostenfrei sein.
• Peter Dreier, Freie Wähler: Nötig ist eine verträgliche, mitwachsende InfrastrukturMehr Güter auf Schiene und Wasser ist ein Ziel - aber auch der Ausbau bestehender Straßeninfrastruktur; ferner eine gezielte Förderung des ÖPNV: nicht durch mehr Busse, die womöglich leer fahren. Mehr On-Demand-Verkehr in direkter Verbindung bestehender Angebote wäre zielführender. Langfristiges Ziel muss ein bayernweiter Verkehrsverbund sein.
• Elena Fritz, AfD: Die B16 zwischen Abensberg und Kelheim ist ein täglicher Stau-Hotspot. Der Ausbau muss dringend priorisiert werden! In Riedenburg und Painten ist der Busverkehr unzureichend. Pendler nach Regensburg und München brauchen eine stündliche Bahnverbindung. Ich setze mich für Rufbusse in ländliche Gemeinden ein und lehne die Diskussion um ein Tempolimit auf Autobahnen entschieden ab.
Eine Übersicht zu allen Kandidatinnen und Kandidaten sehen Sie hier: Sechs Frauen und fünf Männer wollen künftig Kelheim und Landshut im Bundestag vertreten
• Florian Geisenfelder, Bayernpartei: Ich finde alle Verkehrswege wichtig, darum bin ich für den Ausbau des Eisenbahnnetzes und für die dringende Instandsetzung der Autobahn A93. Ich bin für den Ausbau vom Busnetzen und bin dafür, dass der im Landkreis Kelheim bereits existierenden On-Demand-Service, genannt Kexi, über die Landkreisgrenzen hinaus ausgebaut werden soll.
• Gertraud Götz-Volkmann, MUT: Kexi halte ich für ein sehr gutes Projekt, das ausgebaut werden sollte. Auch Fahrrad-Schnellstraßen zum schnellen Erreichen des nächsten Bahnhofs sind unterstützenswert.
• Max Huber, ÖDP: Unsere demografische Entwicklung führt dazu, dass immer mehr Menschen auf eine Mobilität ohne Auto angewiesen sind. Der ÖPNV muss verbessert werden. Konkret fordere ich den zügigen Ausbau der Donautalbahn. Wo immer möglich, soll die Strecke zweigleisig und dadurch deutlich leistungsfähiger werden. Das Deutschlandticket muss erhalten bleiben. Zudem soll es für alle Schüler kostenlos sein.
• Andreas Janker, Volt: Ich setze auf den Ausbau flexibler ÖPNV-Angebote wie On-Demand-Rufbusse und eine enge Verzahnung mit Individualverkehr durch Park+Ride-Systeme und Car-/Ridesharing. Zudem werden der Ausbau der Schieneninfrastruktur nach Vorbild des Schweizer Taktfahrplans und ein europäisches Hochgeschwindigkeitsnetz angestrebt, um umweltfreundliche Mobilität zu fördern.
• Anja König, SPD: ÖPNV muss flächendeckend und bezahlbar sein! Ich setze mich für eine bundesweite ÖPNV-Finanzierung ein, die Bus und Bahn im ländlichen Raum stärkt. Die Bahnstrecke Ingolstadt - Regensburg muss elektrifiziert und ausgebaut werden. Die Wasserstraße Donau braucht eine nachhaltige Nutzung mit ökologischer Schifffahrt. Sichere Radwege und gute Straßen gehören zu nachhaltiger Mobilität – ohne neue Autobahnen.
• Maria Krieger, Grüne: Ich will, dass die Bahn ein zuverlässiges und bequemes Verkehrsmittel wird und werde mich für den Landkreis Kelheim für den zweigleisigen Ausbau der Donautalbahn einsetzen. Denn darauf ist auch unsere Wirtschaft angewiesen. Pendler profitieren vom 49 Euro-Ticket. Es soll bleiben. Außerdem möchte ich die Kommunen dabei unterstützen, die Rad- und Fußwege zeitgemäß auszubauen.
• Florian Oßner, CSU: Wir sind heute schon Modellregion für die Mobilität von morgen. Mit 11 Millionen Euro darf ich als Obmann im Haushaltsausschuss das Forschungsprojekt KelRide unterstützen. Es geht um die Weiterentwicklung des vollautomatisierten Fahrens, das gestützt durch künstliche Intelligenz mit dem ÖPNV vernetzt wird. Neben der Straße braucht es aber auch auf der Schiene und auf dem Wasser einen Investitionsschub.