Regensburgs Toiletten-Misere: Sanierung am Neupfarrplatz gefordert

Von Rainer Wendl · 16. Februar 2025 um 05:00

Nicht nur wegen des Dauerbrenners „Luxusklo am Schwanenplatz“ in Regensburg bewegt das Thema „Öffentliche Toiletten“. Jetzt gibt es einen Vorstoß zum Neupfarrplatz.

Das Schild mit dem Stadtwappen und der Aufschrift „Leider ist die Toilettenanlage außer Betrieb!“ ist im Inneren des Klohäuschens am Neupfarrplatz deponiert. Jederzeit griffbereit, denn es muss regelmäßig an der Außentür angebracht werden.

Nicht zugänglich an drei von vier Adventssamstagen

An drei von vier Adventssamstagen sei der öffentliche Lokus nicht zugänglich gewesen, moniert die Brücke-Stadtratsfraktion. Sie hat daher einen Antrag zur Sanierung der in die Jahre gekommenen Anlage gestellt, am Donnerstag wird im Ausschuss für Verwaltung, Finanzen und Beteiligungen darüber diskutiert.

Die Initiative geht von Florian Rottke aus. Der Stadtrat betreibt den Kiosk am Neupfarrplatz und bekommt die anhaltende Klo-Misere aus nächster Nähe mit. Denn wenn sich Passanten schon nicht im verschlossenen WC erleichtern können, so lassen sie am Kiosk wenigstens ihren Ärger darüber ab. Zu Beschwerden kommt es aber auch während der Öffnungsphasen, weil der Hygiene-Standard der Toiletten allzu oft zu wünschen übrig lässt.

Schon vor einem Jahr hat Rottke daher gegenüber der MZ von einem „katastrophalen Zustand“ und einem „unfassbar schlechten Außenauftritt der Stadt“ gesprochen. Verbessert hat sich seither nichts, ganz im Gegenteil. „Leider hat sich die Situation durch den Wechsel des Dienstleisters für die Reinigung weiter verschlechtert“, heißt es im Brücke-Antrag.

Die Kaufhof-Klos sind weg

Sogar noch gravierender wirkt sich eine andere Veränderung aus: Mit der im August erfolgten endgültigen Kaufhof-Schließung sind auch die im Gebäude befindlichen, öffentlich zugänglichen Toilettenanlagen weggefallen. Es gibt also keine nahe Ausweich-Möglichkeit mehr, wenn das Klo beim Kiosk außer Betrieb ist – entsprechend heftiger fallen diese Phasen ins Gewicht.

Die Brücke-Fraktion denkt hier beispielsweise an die Marktbeschicker vom Neupfarrplatz und schreibt: „Dass ihnen zeitweise keine öffentliche Sanitäranlage zur Verfügung steht, ist nicht hinnehmbar.“ Die jetzt aufgestellte Forderung nach einer Sanierung zielt auf eine Modernisierung der Innenräume und eine Erneuerung der Leitungen ab, „um den regelmäßig auftretenden Verstopfungen und daraus resultierenden Schließungen vorzubeugen“.

Außen schon renoviert

Außen hingegen ist der Komplex bereits renoviert. Die EU hatte zur Linderung der Corona-Folgen Fördergelder zur Weiterentwicklung von Innenstädten ausgeschüttet. Regensburg war dabei mit über vier Millionen Euro zum Zug gekommen und hatte die Aufhübschung der Toilettenanlage als einen von zahlreichen Verwendungszwecken ausgesucht. „Die Fassaden-Sanierung hat meiner Erinnerung nach 70 000 Euro gekostet“, sagt Rottke. „Doch was nützt eine schöne Fassade, wenn innen weiterhin alles total marode und oft nicht funktionsfähig ist?“

Mit dieser Meinung sind er und seine Brücke-Kollegen beileibe nicht alleine, und das war schon vor einem Jahr so. Damals bezeichnete beispielsweise auch CSU-Fraktionschef Michael Lehner den Zustand in den Kabinen als „relativ erbärmlich“, während die Stadt einräumte, dass es regelmäßig Beschwerden gebe.

Antrag soll Druck aufbauen

Rottke betont, seither wiederholt im Stadtrat auf diese Misere hingewiesen zu haben. „Außer Schulterzucken hat es aber keine Reaktion gegeben. Vielleicht sorgt ja jetzt dieser Antrag für ein wenig Druck.“