Eskalation am „Luxusklo“: Polizei verhaftet Regensburger Künstlerin – Stadt will Dialog suchen

Eine Kunstaktion sorgt für Unruhe am Regensburger „Luxusklo“ am Schwanenplatz. Dort versuchte ein Künstlerkollektiv am Montagmorgen, die Stühle zu stehlen. Das misslang – dennoch sind die meisten Sitzgelegenheiten nicht mehr an ihrem Ort.
Das ist passiert: In den frühen Morgenstunden des Montags rückte das Kunstkollektiv „Fußabdrücke“ mit Schraubenziehern an, um die acht bunten Stühle, die die Stadt Ende November am sogenannten Luxusklo installiert hatte, zu entfernen. Die Künstler wollten eine Bank zusammenzimmern. Die Aktivisten kritisieren die acht bunten Stühle als „defensive Architektur“, die dazu diene, Obdachlose aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen. Das Kollektiv hatte große Pläne mit den Sitzgelegenheiten: Zwei Stühle wollten sie auf dem Dach der Toilettenanlage platzieren, zwei weitere wollten die Aktivisten an den Grieser Steg hängen. So weit kam es nicht: Die Gruppe wurde auf frischer Tat ertappt.
Kunstkollektiv will Stühle klauen – So lief der Einsatz in Regensburg
Eine Sprecherin der Beamten bestätigt den Einsatz auf MZ-Nachfrage. Eine Zivilstreife habe die Aktivisten um exakt 3.19 Uhr auf frischer Tat ertappt. Die Aktivisten flüchteten – vor Ort wurde allerdings eine 22-Jährige kurzzeitig festgenommen. Nun laufen Ermittlungen. Die Polizei bittet unter (09 41) 5 06 28 88 um Hinweise.
Im Moment befindet sich nurmehr ein grüner Stuhl an Ort und Stelle am Luxusklo. Die weiteren Sitzgelegenheiten sind inzwischen in den Händen der Polizei, teilt die Sprecherin mit.
Die Stadt teilt auf Anfrage mit, dass im Moment noch nicht ersichtlich sei, ob und in welchem Umfang die Stühle beschädigt wurden. Eine Sprecherin betont weiter, dass das Planungs- und Baureferat das Gespräch mit dem Kunstkollektiv suchen möchte. Einerseits zeigten deren Aktionen einen Wunsch nach Veränderung, andererseits bedeuteten sie einen erheblichen Mehraufwand für städtische Mitarbeiter.
Stadt: Kunstaktion am Luxusklo ist kein Kavaliersdelikt
Bei den Unterfangen handele es sich jedenfalls nicht um Kavaliersdelikte, sondern um versuchten Diebstahl und Sachbeschädigung. „Grundsätzlich sieht die Stadtverwaltung den verhärteten Diskurs um defensive oder gar menschenfeindliche Architektur kritisch und aktuell nur einseitig ausgerichtet. Ein echter Dialog ist noch nicht zustande gekommen“, sagt die Sprecherin.