Hälfte aller Unfallopfer in Regensburg sind Radler: Polizei startet Kampagne – Ein Todesfall schockiert

Ein dunkler Freitagmorgen vor ziemlich genau einem Jahr. Ein Regensburger (35) setzt sich aufs Rad. Er fährt die Max-Planck-Straße entlang. Ein Lastwagenfahrer biegt ab – und übersieht den Radler dabei. Der 35-Jährige stirbt noch am Unfallort. Er hatte kein Licht an seinem Rad.
Es ist einer der Fälle, die Polizei und Verkehrswacht nun dazu bewogen haben, die Aktion „Siehste!“ ins Leben zu rufen. Am Montagvormittag stellten die Beamten die Kampagne vor. Markus Fuchs, Leiter der Polizeiinspektion Regensburg Süd, betonte dabei, dass Radfahrer eine große Rolle in der Unfallstatistik spielen. 416 Radfahrer wurden 2023 bei Unfällen verletzt. Das entspreche in etwa der Hälfte aller Verletzten. Drei Radler starben 2023, 2024 einer.
Radler ohne Licht: Tödlicher Unfall in Regensburg hätte womöglich verhindert werden können
Eben jener Mann, der in der Max-Planck-Straße verunglückte. „Wenn der Radler gut beleuchtet gewesen wäre und reflektierende Kleidung getragen hätte, hätte man diesen Unfall vielleicht verhindern können.“ Die Sache sei im Prinzip einfach, sagte Fuchs: „Wenn andere Verkehrsteilnehmer die Radfahrer nicht sehen, können sie auch nicht Rücksicht nehmen.“ Daher müssten Radler auf Sichtbarkeit achten. Genau um dieses Thema dreht sich die Kampagne. Polizisten werden in dieser Woche jeden Morgen unterwegs sein, Flyer verteilen und Radler auf das Thema ansprechen.
Auch das Stadtwerk unterstützt die Aktion. Entsprechende Plakate hängen in den Bussen. Heribert Kalteis, stellvertretender Betriebsleiter, betonte: „Für unsere Fahrer ist es wichtig, dass Fahrradfahrer erkennbar sind, gerade in der Nacht.“ Busse seien rund zwölf Meter lang, der Fahrer habe zwar Spiegel und Sicherheitssysteme, aber dennoch sorge passende Kleidung für mehr Sicherheit.
Aktion gegen Unfälle in Regensburg: Auch die Verkehrswacht ist mit an Bord
Die Verkehrswacht unterstützt die Aktion ebenfalls. Chef Hermann Hirsch betonte: „Die Erkennbarkeit ist für uns ein zentrales Thema – gerade bei Kindern.“ Zum Schulbeginn rüste die Verkehrswacht die Kleinen mit reflektierenden Westen aus. „Die Erfahrung zeigt: Zwei Drittel der Schulwegunfälle passieren auf dem Rad.“ Daher sei es wichtig, dass Schüler erkennbar seien. Deshalb unterstütze die Verkehrswacht das Projekt gerne.