Trauriger Spitzenwert: 2023 starben sechs Menschen auf den Straßen von Regensburg

Die Polizei hat am Dienstag die Unfallstatistik für das vergangene Jahr vorgestellt. Dabei gingen die Beamten auch auf die sechs tödlichen Verkehrsunfälle ein, die sich 2023 in Regensburg ereigneten.
Das sei ein Höchstwert, sagte Polizeihauptkommissar Wolfgang Schuhmann, der für die Verkehrssicherheitsarbeit in der gesamten Stadt zuständig ist. Zuletzt habe es 2013 so viele tödliche Unfälle gegeben. Die Vorfälle seien getrennt voneinander zu betrachten und deuteten nicht auf Probleme an bestimmten Stellen hin, betonte Schuhmann. Und dennoch: „Jeder einzelne Unfall ist tragisch.“ Über das Jahr hinweg starben drei Radfahrer, zwei Fußgänger und ein Motorradfahrer.
Insgesamt hat es auf den Regensburger Straßen im vergangenen Jahr 5221 Mal gekracht. Das sind rund 3,5 Prozent mehr Unfälle als im vorangangenem Jahr 2022. „Damit ist das Tief der Corona-Zeit endgültig überschritten“, sagte Schuhmann. 885 Menschen wurden 2023 im Straßenverkehr verletzt – auch das ist ein leichter Anstieg im Vergleich zum Jahr davor. Rund die Hälfte aller Verletzten war auf dem Rad unterwegs.
„Ein exorbitanter Anstieg“
2023 gab es 66 Alkoholunfälle, damit ist die Zahl dieser Zusammenstöße um zwölf Prozent gesunken. Insgesamt hat die Polizei im vergangenen Jahr 260 betrunkene Verkehrsteilnehmer gestoppt.
In fast der Hälfte der Fälle waren die Kontrollierten auf sogenannten E-Scootern unterwegs. „Das ist ein exorbitanter Anstieg der Zahlen“, sagte Schuhmann. Dieser Trend bereitet der Polizei Sorge, betonte Wolfgang Schuhmann. „Wir sind an Schulen, um die Kinder davor zu warnen.“ Zudem stehe die Polizei in Kontakt mit den E-Scooter-Verleihern, um Alkohol- und Drogenfahrten vorzubeugen. In diesem Zusammenhang betonte Schuhmann allerdings auch: „Durch herumliegende Scooter gab es keinerlei Unfälle.“ Schuhmann sagte, dass die geplante Legalisierung von Cannabis höchstwahrscheinlich dazu führen wird, dass die Zahl der Drogenfahrten steigt.
Elektro-Fahrräder im Fokus
Neben den E-Scootern beschäftigten die Polizei zunehmend auch Fahrräder mit Elektro-Motor. Die Zweiräder waren im vergangenen Jahr in 112 Unfälle verwickelt. Das entspricht einem Anstieg von 266 Prozent im Vergleich zu 2020. „Ein deutlicher Anstieg. Das wird wahrscheinlich auch noch so weiter gehen“, sagte Schuhmann. Eng verbunden ist dieses Phänomen mit einer zweiten Entwicklung, die die Polizei umtreibt: Senioren sind deutlich häufiger in Unfälle verwickelt.
Zwar seien Menschen über 65 meist mit dem Auto unterwegs, der Anteil derer, die mit dem Fahrrad oder einem Pedelec am Straßenverkehr teilnehmen, steige allerdings, sagte Schuhmann.
Senioren bereiten der Polizei Sorgen
„Je älter man wird, desto lieber hat man anscheinend die Tretunterstützung.“ Das spiegele sich auch in der Statistik wider. Menschen ab 65 Jahren waren im vergangenen Jahr an 442 Unfällen beteiligt, was einem Anstieg von 10,5 Prozent entspricht. Drei Senioren starben auf den Straßen der Stadt. Die Polizei versuche entschieden, dieser Entwicklung entgegenzuwirken, betonte Schuhmann. „Wir bieten zum Beispiel Fahrsicherheitstrainings an.“ Dabei werde die Polizei auch von der Regensburger Verkehrswacht unterstützt. „Diese Trainings sind zum Teil recht gut besucht.“
