Gegen die Überpopulation der Katzen im Landkreis Cham: Veterinäramt und Tierschützer arbeiten nun zusammen

Der Landkreis Cham hat ein Problem mit zu vielen Katzen. Seit einigen Jahren kämpfen Tierschützer gegen die Überpopulation der Vierbeiner. Karl Wartha vom Tierfreundeskreis Bad Kötzting hat sich vor zwei Wochen an die Redaktion gewandt und vom Landkreis die Einführung einer Kastrationspflicht gefordert. Nach Gesprächen zwischen den Tierschutzvereinigungen und dem Landratsamt ist nun klar: Diese wird es nun vorerst nicht geben, trotzdem hat man sich auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt.
„Der beste Katzenschutz ist Vorsorge, das heißt auch, die Katzenpopulation in einem geordneten Rahmen zu halten“, sagt Landrat Franz Löffler. Deshalb appelliert er an Katzenhalter: „Sobald Ihre Katze Ihr Grundstück verlässt, sollte sie gechippt, registriert und vor allem kastriert sein.“ Die Tierschützer und das Veterinäramt wollen jetzt mehr zusammenarbeiten. Die Katzenschutzverordnung würde Katzenhalter verpflichten, Freigängerkatzen zu kastrieren, zu chippen und zu registrieren. Selbst ohne die Verordnung hat das Veterinäramt einen Instrumentenkoffer, um für das Tierwohl der Katzen zu sorgen, so der Leiter des Amtes, Dr. Reinhold Schoierer.
Bei relevanten Fällen könne mit rechtsstaatlichen Mitteln die Katzenhalter dazu aufgefordert werden, ihre Freigängerkatzen zu kastrieren. Vor allem manche großen Höfe sind ein Problem, sagt Roswitha Engl von der Tierhilfe Furth im Wald. Bei solchen Fällen müsse man sich gegenseitig informieren und zusammenarbeiten, so Schoierer. 1200 Kastrationen haben die sechs Tierschutzvereine des Landkreises im vergangenen Jahr verzeichnet. Insgesamt belaufen sich die Kosten der Vereine laut Wartha, der die Zahlen zusammengetragen hat, in dieser Zeit auf rund 450 000 Euro. Mit einer einmaligen Spende will das Landratsamt hier monetär unterstützen. Einen Betrag wollte Landrat Löffler noch nicht nennen.
Etwas skeptisch zeigt sich Stephanie Aschenbrenner von den Landtierärzten. „Glauben sie, dass sie das schaffen?“, fragt sie den Landrat beim Pressetermin. In ihrer Praxis sehe man nur die Spitze des Eisberges des Katzenleids. „Aus tierärztlicher Sicht könnte eine Verordnung dem ganzen etwas mehr Druck verleihen“, sagt sie. Trotzdem ist sie dankbar: „Ich finde es super entgegenkommend, dass das Veterinäramt sich dafür einsetzt, dass man die Katzenpopulation kontrollieren kann.“
Die neuen Maßnahmen möchte Wartha in zwei Jahren auf den Prüfstand stellen und kontrollieren, ob nicht vielleicht doch eine Katzenschutzverordnung notwendig wird.