Katholische Kirche muss sparen: Dekanatsbüro und Jugendstelle in Neumarkt werden geschlossen

Im Bereich der Pastoral möchte das Bistum Eichstätt neue Wege beschreiten. Konkret bedeutet dies, dass die Dekanatsbüros und Jugendstellen geschlossen werden. Die Neuausrichtung soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein.
Vor bald zwei Jahren hat die Diözese Eichstätt ihren Zukunftsplan veröffentlicht. Enthalten sind darin zahlreiche Maßnahmen, mit denen man sich seitens des Bistums auf zentrale Aufgaben wie die Seelsorge konzentrieren möchte. Zugleich gehen mit diesem Fokus aber auch Sparmaßnahmen einher, die teils bereits umgesetzt wurden.
In einem nächsten Schritt nimmt man nun Dekanatsbüros und katholische Jugendstellen in den Blick, wie am Donnerstag bekanntgegeben wurde. Die Dekanatsbüros werden bis zum 31. Dezember 2025, die Katholischen Jugendstellen bis zum 31. Dezember 2026 schließen. Die pastorale Arbeit soll künftig vor Ort in den Pastoralräumen stattfinden, die Verwaltungstätigkeiten im Bischöflichen Ordinariat zentral gebündelt werden.
Stefan Wingen bedauert Ende der Jugendstelle in Neumarkt
„Die Schließung des Dekanatsbüros und der Jugendstelle schmerzt uns sehr“, heißt es dazu in einer Pressemeldung, vom Donnerstagabend, die die Dekane Stefan Wingen und Elmar Spöttle sowie der Dekanatsreferent Christian Schrödl unterschrieben haben. „Denn mit diesen beiden Einrichtungen konnten wir in den vergangenen Jahren ,gemeinsam suchen, zusammen finden und neue Wege gehen‘ – wie es das Motto der beiden Dekanate Neumarkt und Habsberg beschreibt.“
Das Dekanatsbüro habe seit 2013 in vielfältigen Begegnungsformen Nähe und Nachbarschaft, überpfarrliche Gemeinschaft und Wertschätzung, Austausch und Begleitung sowie gegenseitige Motivation und Bestärkung ermöglicht. In der Begleitung von Ehrenamtlichen, der ökumenischen Zusammenarbeit, der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit hätten zahlreiche Impulse gesetzt und Angebote geschaffen werden können. Unter dem Anspruch von Professionalität und Verlässlichkeit seien die Dekanate als Gesprächs- und Kooperationspartner ernst genommen worden. „Das Dekanatsbüro trug dazu bei, Kirche in der Gesellschaft ein Gesicht zu geben.“
Mehr Arbeit für die Pfarreien im Landkreis Neumarkt
Wenn nun Arbeitsbereiche auf die Pfarreien bzw. Pastoralräume verlagert werden, bleibe zu hoffen, dass dafür über die täglichen Grundaufgaben in der Pastoral hinaus noch Freiräume und Möglichkeiten blieben, heißt es in dem Schreiben weiter. „Es wird sicherlich eine große Herausforderung für die Pastoralräume, die Vernetzung in dem gewohnten Maß zu leben und zu praktizieren.“
Durch die Arbeit des Dekanatsbüros sei seit 2013 über starre Dekanatsgrenzen hinaus eine lebendige Vernetzung entstanden. In der Pressemeldung bedanken sich die beiden Dekane Stefan Wingen und Elmar Spöttle ausdrücklich bei Dekanatsreferent Christian Schrödl und den beiden Dekanatssekretärinnen Michaela Walter-Nutz und Martina Weber für die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Jugendarbeit soll neu aufgestellt werden
Die aktuellen Strukturen seien in dieser Form nicht mehr zeitgemäß, erklärt Benedikt Rodler, Leiter der Abteilung Seelsorge und Evangelisierung, in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Früher habe man sehr viel mehr Ressourcen zur Verfügung gehabt, aber auch Platzmangel.
Aus diesem Grund seien Außenstellen geschaffen worden. „Wir müssen eine grundsätzliche Richtungsentscheidung treffen“, sagt Rodler zu dem Plan, Verwaltungstätigkeiten nicht mehr in den Außenstellen durchzuführen, bei sämtlichen Jugendverbänden habe es eigene Abrechnungen gegeben. Vorgänge wie diese sollen nun zentral zusammengeführt werden. Man wünsche sich einheitliche Standards in der Verwaltung und die Anpassung an neue Bedarfe – auch im Zuge der Digitalisierung.
Zugleich müsse man sich in der Jugendarbeit neu aufstellen, die Angebote für die junge Generation „passgenau“ gestalten und direkt vor Ort näher an die Lebenswelten herantreten. Man habe überlegt, die Jugendstellen Neumarkt und Herrieden zusammenzulegen, doch sie liegen zu weit voneinander entfernt. Die Jugendstellen Schneemühle und Neumarkt sind bereits zusammengelegt worden.