Umfrage unter Neumarkter Jugendlichen: Basketball steht hoch im Kurs

Das G6 bietet Kindern und Jugendlichen eine ganze Palette an Veranstaltungen – trotzdem scheint das Jugendzentrum in Neumarkt nicht sehr bekannt zu sein. Das ist aber nur ein Ergebnis einer großen Onlineumfrage. Sie bildet die Basis für das erste Jugendforum am Freitagabend von 17 bis 19 Uhr.
Neumarkt zählt knapp 4000 Bürger zwischen zwölf und 21 Jahren. Und die sollen mehr in die Entwicklung der Stadt einbezogen werden. Ein erster Schritt war eine Umfrage während der Sommermonate. Das Jugendbüro hat abgefragt, wie sie die Freizeitangebote generell sowie das Programm des G6 finden, welche Verkehrsmittel sie nutzen und was Neumarkt bieten muss, damit sie später nicht wegziehen.
Jugendzentrum G6 in Neumarkt relativ unbekannt
Mit dem Rücklauf von 425 Antworten ist Jugendpflegerin Anke Auer sehr zufrieden. „Daraus ziehen wir wichtige neue Erkenntnisse für unsere Arbeit.“ Mit sehr viel Aufwand sind die Antworten und Anregungen analysiert und in Kategorien geordnet worden.
Eine erste Erkenntnis ist, dass das G6 mit seinen generationenübergreifenden Angeboten sowie seinem etwas sperrigen Namen „Haus für Jugend, Bildung und Kultur“ offenbar nicht unbedingt als Jugendzentrum wahrgenommen wird. Zumindest kannte mehr als ein Drittel der Teilnehmer das G6 nicht. Die Außenwirkung und die Werbung für die junge Zielgruppe sollen deshalb auf den Prüfstand gestellt werden, sagt Auer. Unter anderem deshalb werde derzeit über einen eigenen TikTok-Kanal sowie einen Broadcast-Channel nachgedacht.
Interessant ist, was die Jungen Leute als Freizeitangebote in Neumarkt nutzen: Da steht ganz oben auf der Liste „Einkaufsmöglichkeiten“, gefolgt von Kino, Parks und Sportvereinen. Auch die Bücherei und die Jugendfeuerwehr werden genannt. Grundsätzlich scheinen die Befragten mit dem Angebot zufrieden zu sein: 339 vergeben in der nicht repräsentativen Umfrage die Note Drei und besser.
Wünsche der Neumarkter Jugendlichen: Eishalle und Starbucks
Aber sie haben auch Wünsche: Eine Eishalle wird mehrfach genannt, ein Basketballplatz ebenso, weil der Untergrund auf dem Volksfestplatz zu steinig und hart ist. Auch Ausgehmöglichkeiten für Teenies ab 16 Jahren werden vermisst. „Man merkt, dass wir nur noch eine Diskothek in Neumarkt haben“, sagt Auer. Aber solche Abendveranstaltungen ließen sich unkompliziert mit dem eigenen Team realisieren.
Und das sei auch geplant, wenn das Jugendforum am Freitagabend im G6 auf dem Volksfestplatz ergeben sollte, dass die Jugendlichen sich das besonders wünschen. „Kleinere Projekte wollen wir möglichst schnell umsetzen, damit die Jugendlichen sehen, dass etwas passiert und ihre Wünsche ernst genommen werden“, sagt Oliver Schmidt, der Leiter des Amts für Jugend, Bildung und Soziales.
Etwas länger könnte die Gestaltung des Sport-Bolzplatzes hinter dem G6 dauern. Was dieser bieten soll, war ein eigener Punkt in der Befragung. Sitzmöglichkeiten, Tische, eine Überdachung, Licht und Mülleimer haben die Befragten aufgelistet. Über eine „Sportbox“, die per Code geöffnet wird, könnten Bälle oder Tischtennisschläger zur Verfügung gestellt werden, sagt Schmidt. In Nürnberg sei so eine Box bereits eingerichtet.
Wenn es darum geht, bestimmte Läden wie Starbucks nach Neumarkt zu holen oder grundsätzlich die Preise für Döner zu senken, müsse man den Jugendlichen allerdings erklären, dass die Stadt nicht alle Wünsche erfüllen könne. „Wir sind offen, aber uns ist eine ehrliche Kommunikation wichtig“, sagt Schmidt.
Festes Jugendgremium in Neumarkt gründen?
Offen sind Anke Auer, Oliver Schmidt und die Stadtspitze auch, was die Art der künftigen Beteiligung angeht. Denn das Jugendforum soll keine Eintagsfliege sein. Am Freitag werden verschiedene Themen in Workshops bearbeitet und im Plenum nach Priorität gewertet. Die Realisierung soll dann in den folgenden Monaten in kleineren Gruppen vorangetrieben werden.
Vielleicht wird sogar ein festes Gremium gegründet, das in regelmäßigem Abstand tagt und eventuell auch mal Vertreter in den Stadtrat oder seine Senate entsendet. „Es hängt von den Jugendlichen ab, wie die Arbeit in Neumarkt weitergehen soll“, sagt Anke Auer.
Termin: Freitag, 17 bis 19 Uhr im Jugendzentrum G6 (Volksfestplatz), anschließend Party mit Pizza und Getränken umsonst.
Teilnahme: Alle Kinder und Jugendlichen aus Neumarkt zwischen zwölf und 21 Jahren können vorbeikommen und sich einbringen.
Ablauf: Die Themen Freizeitangebote sowie Angebote im G6, Mobilität, Gestaltung des Bolzplatzes und Aktivitäten in den Ferien werden zunächst in Workshops bearbeitet, im Plenum diskutiert und dann in einer Prioritätenliste festgehalten. Mit dabei ist Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn.
