Konzerte, Mitternachtssport, Social Media: Welche Projekte der Junge Beirat vorhat

Von Friederike Klett · 21. März 2023 um 11:00

Wie überzeugt man junge Leute davon, sich ehrenamtlich zu engagieren? Diese Frage hat die Bürgerstiftung deutlich beantwortet: Indem man ihnen Verantwortung und ein eigenes Budget gibt. Seit Dezember gibt es in der Stiftung den Jungen Beirat und dieser hat bereits einige Projekte für Neumarkt begonnen.

„Mein Hauptanliegen ist es, Jugendliche im Landkreis zu verbinden“, sagt Luisa Lodes. Sie ist Mitglied des neugegründeten Jungen Beirats und 18 Jahre alt. Lodes hatte sich schon vorher in der Bürgerstiftung engagiert, hatte bei einem Treffpunkt für geflüchtete Menschen mitgeholfen und ist im Kreisjugendring aktiv.

Viele engagieren sich in mehreren Ehrenämtern

Für die meisten der derzeitigen Mitglieder des Jungen Beirats ist Ehrenamt nichts Neues. Trotz ihres jungen Alters blicken einige von ihnen bereits auf eine Sammlung an gesellschaftlichen Aufgaben zurück. „Ich bin in vielen Gruppen aktiv. Mich reizt am Ehrenamt der Blick über den Tellerrand“, sagt Marco Rackl.

Auch Luca Dörfler war schon vor ihrer Mitgliedschaft im Jungen Beirat ehrenamtlich tätig. Die 20-Jährige ist Trainerin für Karate und ebenfalls beim Kreisjugendring aktiv. In den nächsten Monaten beginnt sie ein Physikstudium in Jena, „aber ich werde mich definitiv weiter im Jungen Beirat engagieren. Wir können uns schließlich auch online treffen und beraten. Das machen wir auch jetzt schon.“

Dörfler habe selbst in der Zeit nach ihrem Abitur die Orientierung gefehlt. Unter den vielen Optionen auszusuchen und keine Hilfestellung von Außen zu bekommen, sei schwierig gewesen. Sie hat sich zunächst ausprobiert, hat kurze Zeit Jura studiert, ist durch Kanada und England gereist und hat Praktika gemacht. „Natürlich ist die Zeit nicht verloren gegangen, weil ich viel dazugelernt habe. Trotzdem habe ich mich nach meinem Abitur gefühlt wie ein abgestelltes Männchen, dem niemand gesagt hat, wie es jetzt weitergeht.“ Deshalb sei es auch ihr Ziel, jungen Menschen die Hilfestellung zu geben, die sie sich selbst gewünscht hätte.

Instagram-Videos sollen Neumarkter Jugendlichen helfen

Nach diesem Raster soll der Junge Beirat funktionieren. Junge Menschen versuchen das wahr zu machen, was sie sich selbst wünschen würden. Dafür soll eine Reihe an Instagram-Videos produziert und veröffentlicht werden. Diese sollen sich den Fragen des Erwachsenwerdens widmen, wie Miet- oder Arbeitsverträge, Autokauf oder auch die Wahl des richtigen Berufsfeldes für einen selbst.

„Wir wollen natürlich auch, dass uns Leute ihre Wünsche schicken. Die Jugend im Landkreis besteht ja nicht nur aus zehn Menschen. Deshalb ist unser Instagram-Account und unsere Mailadresse auch immer offen für Anregungen“, versichert Luca Dörfler. Aus diesem Grund wollen die Mitglieder Werbung für den Beirat an den Schulen machen, damit so viele Schüler wie möglich von den neuen Ansprechpartnern wissen.

Die Initiative zur Gründung des Jungen Beirats ging von der Bürgerstiftung aus. Bei einer Veranstaltung im Kino waren Interessierte zwischen 14 und 27 Jahren eingeladen. Die Stiftung wollte sich laut Vera Finn, der zweiten Vorsitzenden, einerseits verjüngen und andererseits das Themenspektrum erweitern. Von Themen, die Jugendliche tatsächlich bewegen, erfahre man am besten indem man sie fragt. „Wir waren sehr angetan von der Resonanz. Es waren alle sehr interessiert und die Jugendlichen kamen aus den verschiedensten Gebieten – Handwerk, Studierende oder Schüler.“

Erstes Projekt: Kinderkonzert soll wiederbelebt werden

Der Junge Beirat bekommt für seine Projekte einerseits Geld von der Stiftung und andererseits Hilfe beim Beschaffen weiterer Fördermitteln. Als eines der ersten Vorhaben soll das Kinderkonzert, das früher vom Ostendorfer Gymnasium veranstaltet wurde, wiederbelebt werden. Dafür wurden in der letzten Sitzung die Anträge für die Fördergelder ausgefüllt. „Das war früher immer eine tolle Veranstaltung, bei der sich die Schüler aus allen Schulen kennenlernen konnten“, erklärt Luisa Lodes.

Der Fokus soll zunächst darauf liegen, die Jugendlichen im Landkreis mehr zu vernetzen. „Oft kennt man nur Leute von seiner eigenen Schule, das würden wir gern ändern. Es geht einerseits darum Räume zu schaffen, aber auch darum Aktivitäten anzubieten.“