Schleichweg für Autos über Biomarkt neben dem Bayernmuseum sorgt in Regensburg für Ärger

Von Heike Haala · 4. Februar 2025 um 15:00

Fans des Bio-Donaumarktes auf der Terrasse beim Bayernmuseum fiebern dem Freitag entgegen: Dann beginnt die neue Saison. Damit wird sich allerdings auch ein Konflikt zwischen Passanten und Autofahrern an dieser Stelle wieder zuspitzen.

Betroffen davon sind neben den Besuchern des Museums und Fußgängern, die ohnehin an dieser Stelle unterwegs sind, freitagnachmittags auch etwa zehn Fieranten mit jeweils zwei oder drei Mitarbeitern und – je nach Wetter oder Urlaubszeit – auch bis zu mehrere Hundert Marktbesucher.

Daniel Frost, Betreiber des Bio-Donaumarktes, erklärt das Problem: „Die Stelle hat Platzcharakter. Deswegen wundern sich viele Marktbesucher, wenn die Autos hier vorbeifahren. Dabei ist dieser Verkehr erlaubt.“ Das führe zu unliebsamen Begegnungen. Einmal sei sogar schon eine Marktbesucherin von einem Auto gestreift worden. „Sie wurde nicht verletzt, war aber ziemlich geschockt“, erinnert sich Frost.

Sorge um Familien

Er sorgt sich aber auch um Familien, deren Kinder bei den Bänken tollen. Denn: „Es sind nicht viele Autofahrer, die hier vorbeikommen. Aber wenn sie sich dazu entscheiden, diesen Weg zu nehmen, haben sie es eilig“, beschreibt der Marktchef seine Beobachtungen. Das empfinde er als störend und auch als beängstigend.

Frost ist nicht der einzige, den diese Situation nervt. Julia Lichtl aus der Öffentlichkeitsabteilung des Hauses der Bayerischen Geschichte, das das Museum der Bayerischen Geschichte am Donaumarkt betreibt, sagt: „Der Autoverkehr auf der Fläche vor dem Museum erweist sich gerade bei Hochbetrieb in den Sommermonaten mit der Außengastronomie des Wirtshauses als störend.“ Sie berichtet davon, dass sich bereits Besucher des Museums über die Autos beschwerten.

Die Brücke-Fraktion im Stadtrat hat das Thema laut Mitglied Florian Rottke zweimal angesprochen, aber nie eine Antwort von der Stadt dazu erhalten. Deswegen erhöhen diese Stadträte nun den Druck. Sie schrieben ihr Anliegen in einem Antrag nieder, mit dem sie von Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) fordern, den Donaumarkt vom Durchgangsverkehr zu befreien.

Rottke bezeichnet den versenkbaren Poller zwischen Kolpinghaus und Bayernmuseum als Ursache für den Durchgangsverkehr. Die Säule unterbinde den Verkehr. Das führt in Rottkes Augen zu dem Ausweichverkehr vor dem Museum in Richtung Trunzergasse und Klostermeyerstraße und von dort aus weiter in Richtung Ostengasse. Die Brücke-Stadträte schlagen deswegen eine Fußgängerzone vor, die sich von der Einfahrt auf den Platz bei der Eisernen Brücke bis einschließlich der beiden kleinen Straßen in Richtung Ostengasse erstreckt. Die Zufahrt für Anlieferungen und für die Marktbetreiber müsse aber weiterhin erlaubt bleiben.

Das sagt die Stadt

Was also sagt die Verwaltung zu diesem Vorschlag? Vor einer Umwidmung muss das Stadtplanungsamt laut Katrin Butz von der städtischen Pressestelle grundsätzlich die Voraussetzungen dafür prüfen. Die konkrete Anregung, den Donaumarkt Bereich vom Durchgangsverkehr zu befreien, sei unter anderem im Teilnahme- und Workshop-Prozess zur Verkehrsberuhigung Altstadt an die Verwaltung herangetragen worden. Über den aktuellen Stand und das weitere Vorgehen werde die Verwaltung voraussichtlich am 18. Februar im Planungsausschuss berichten. Dann soll auch der Antrag der Brücke behandelt werden. Geht es nach dieser Fraktion, sollen die Stadträte dann über ihren Vorschlag abstimmen.

Zwei Fans hat ihr Vorstoß – wenn die auch nicht im Stadtrat sitzen. Frost vom Bio-Donaumarkt findet den Antrag der Brücke-Stadträte gut. Auch Lichtl sagt dazu: „Das Haus der Bayerischen Geschichte begrüßt den Vorschlag, den Bereich vor dem Museum in eine Fußgängerzone umzuwandeln.“ Der Lieferverkehr werde nicht beeinträchtigt. Er könne zu freigegebenen Zeiten oder über andere Zonen erfolgen.