Wieder Ärger am Regensburger „Luxusklo“: Unbekannte verschandeln neue Stühle

Lokus weiter im Fokus: Am Wochenende sind am sogenannten Luxusklo am Schwanenplatz in Regensburg Schmierereien an den neuen bunten Stühlen aufgetaucht. Die Stuhllehnen wurden mit weißer Farbe übertüncht. Der Hintergrund der Aktion scheint indes nicht ganz klar.
Denn: Die Unbekannten übertünchten auch Schriftzüge, die sich kritisch mit den acht Stühlen auseinandersetzen. Es könnte sich mithin um einen Anti-Protest-Protest handeln – oder um profanen Vandalismus.
Das Ordnungsamt der Stadt entdeckte die Schmierereien auf dem ersten Kontrollgang der Woche Montagfrüh, bestätigt eine Stadtsprecherin am Donnerstag und betont: „Die Farb-Verschmutzung wird zeitnah entfernt werden, hier sind wir auf die freien Kapazitäten unserer Dienstleister angewiesen.“ Das wird die Stadt freilich wieder einiges kosten. Wie viel genau, steht laut Sprecherin noch nicht fest. Klar sei indes: Es handele sich nicht um einen Einzelfall.
Regensburg: Schmier-Vorfälle auch in anderen Teilen der Altstadt
„Es ist vermehrt zu beobachten, dass mit öffentlichen Orten und deren Mobiliar nicht pfleglich umgegangen wird“, so die Stadtsprecherin. Auch am Neupfarrplatz oder am Donaumarkt seien ähnliche Schmierereien zu sehen. Insgesamt koste die Entfernung pro Jahr rund 20 000 bis 25 000 Euro. Die Stadtverwaltung will nun Anzeige erstatten.
Die Sitzgelegenheiten am Schwanenplatz wurden erst im Dezember aufgestellt. Dem war eine jahrelange Posse um das „Luxusklo“ vorausgegangen. Erst wurde das Projekt deutlich teuerer als gedacht, dann entfernte die Stadt eine Sitzbank, weil dort Obdachlose für Ärger sorgten. Nachdem die Stühle dort platziert wurden, entbrannte eine neue Debatte in der Stadt. Immer wieder gab es Protestaktionen am „Luxusklo“. Auf Plakaten und in Schriftzügen bezeichneten Aktivisten die Stühle als „defensive Architektur“. Damit werden Bauelemente bezeichnet, die obdachlose Menschen aus dem öffentlichen Raum verbannen wollen.