Bürgermeister Michael Langner blickt auf die anstehenden Aufgaben in Pyrbaum

Von Heike Regnet · 31. Januar 2025 um 11:00

Die Sanierung und Erweiterung der Schule Pyrbaum, die rund 23 Millionen Euro kostet, sorgte in den letzten Jahren für wenig Spielraum im Haushalt der Marktgemeinde Pyrbaum. Heuer sollen die Arbeiten abgeschlossen werden, doch die nächsten großen Aufgaben warten schon. Bürgermeister Michael Langner will sie optimistisch angehen, doch ein Thema macht ihn nachdenklich.

Blickt Bürgermeister Michael Langner auf die letzten fünf Jahre seit seinem Amtsantritt zurück, wird er ernst und gibt zu: „Man lernt sehr schnell, dass man es nicht jedem Recht machen kann.“

Für die Bürger ist er die erste Ansprechstation und sogar Zuhause klingelt so manches Mal das Telefon auch weit außerhalb der Dienstzeiten. „Als Dorfkind stört mich das nicht.“ Schwieriger sei für ihn das teils wilde und anonyme Kommentieren auf Facebook und Co. „Ob es stimmt oder nicht, was da geschrieben wird – es bleibt was hängen“, sagt er.

Kultur soll in Pyrbaum wieder Fahrt aufnehmen

Fahrt aufnehmen sollen mit Fertigstellung der Schule auch wieder die kulturellen Angebote. So wurde bei der Planung der Sporthalle die Meinung der Kulturgrenze mit Blick auf Bühne und Bühnentechnik gefragt. „Wir sind froh, dass wir die Kulturgrenze haben. Toll, dass es diesen Verein gibt“, sagt Langner.

An erster Stelle stünden 2025 die Pflichtaufgaben der Gemeinde. Die drei Kläranlagen Pyrbaum, Seligenporten und Schwarzach müssen modernisiert werden. Handlungsbedarf besteht bei der Wasserversorgung. Im letzten Jahr gab es große Probleme mit Spurenstoffen im Wasser. „Aktuell sind wir im sicheren Bereich“, sagt Langner. Aber es werde eng überwacht und beprobt.

Hochwasserschutz in Hembach und Schwarzach

Eine weitere Aufgabe steht bei den Regenüberlaufbecken an. Diese sollen nach neuesten Vorschriften mit Messtechnik ausgestattet werden. Pro Becken könnten rund 60.000 Euro Kosten anfallen. Nötig sei auch ein Hochwasserschutzkonzept mit den Schwerpunkten Hembach und Schwarzach.

Ein großes Thema in der Gemeinde Pyrbaum ist der Wald und die durch den Klimawandel entstandene Trockenheit. „Ein Waldumbau ist zwingend erforderlich. Aber bis wir da einen Effekt sehen, wird es zwei Generationen dauern“, sagt Langner, „das ist eine langfristige Aufgabe, mit der wir jetzt starten müssen.“ Eine Ganzjahresbeschäftigung für den Bauhof ist zudem der Biber, der immer wieder für Probleme sorgt.

Schulbaustelle in Pyrbaum geht in den Endspurt

Im März soll der Haushalt für das laufende Jahr im Marktrat vorgestellt werden. „Wenn die Finanzierung der Schule abgewickelt ist, sehen wir, wie wir aus der größten Investition der Gemeinde finanziell rauskommen,“ sagt Langner. In diesem Jahr sollen die Sanierungen der Herrnbühlstraße in Pyrbaum und der Jägerstraße in Seligenporten ausgeführt werden. Blumen- und Ringstraße in Pyrbaum müssen laut Langner auf 2026 geschoben werden.

Bei den Kindergärten sei die Gemeinde mit der neuen Krippe in Seligenporten und der Waldkita in Pyrbaum gut aufgestellt. Kosten werde allerdings noch die Zukunftsplanung des Schulhauses in Seligenporten verursachen. Ein neues Fahrzeug erhält die Feuerwehr Pyrbaum und am Gebäude der Feuerwehr Seligenporten müssen Schäden beseitigt werden.

Betreutes Wohnen bleibt eine Aufgabe in Pyrbaum

Planungskosten seien für betreutes Wohnen im Haushalt vorgesehen. „Eine Lücke wird sicher Carmen Salomon hinterlassen, die bisher die Koordination für betreutes Wohnen Zuhause innehatte“, sagt Langner. Aktuell werde ein Nachfolger gesucht.

Die Gemeinde will dem Bürgermeister zufolge die anstehende Sanierung der evangelischen Kirche und des Pfarrhauses unterstützen. Weiter nach hinten geschoben werde die Rathaussanierung. „Dringend benötigt werden Bau- und Gewerbegrund. Für das Baugebiet Wüllenricht III in Seligenporten läuft bereits die Aufstellungsvergabe“, informiert Langner.

Hätte der Bürgermeister einen Wunsch frei, sagt er: „Großpolitisch gesehen, dass es etwas friedlicher wird. Und für uns in Pyrbaum, dass die Leute im Ehrenamt bei der Stange bleiben. Ohne sie könnte die Gemeinde vieles nicht stemmen.“