Die Schule Seligenporten steht ab Herbst leer – zur künftigen Nutzung gibt es viele Ideen

„Wie soll das Schulhaus Seligenporten künftig genutzt werden?“ war die Frage bei der Marktratssitzung in Pyrbaum. Für das große Gebäude, das ab Herbst leer steht, gibt es eine ganze Reihe an Ideen – darunter auch ungewöhnliche.
Bürgermeister Michael Langner betonte, dass das große Gebäude eine einmalige Chance für die Gemeinde biete. Es müsse eine sinnvolle Nutzung gefunden werden.
Noch bis Herbst wird das Schulhaus für die Mittagsbetreuung der Grundschule Pyrbaum genutzt. Sind die Arbeiten dort abgeschlossen, wird die Schule Seligenporten leer stehen. 2023 war die Nachnutzung zweimal Thema im Marktrat. Es gab einen Aufruf zur Ideensammlung. Die Regina GmbH wurde ins Boot geholt, Einzelinterviews mit den Markträten geführt und im November 2024 ein Workshop mit der Koordinationsstelle für Pflege und Wohnen abgehalten.
Nutzungskonzept stammt aus dem Jahr 2017
Langner betonte, dass bei der Entscheidung das ursprünglich in Seligenporten geplante Dorfgemeinschaftshaus 1 einbezogen werden müsse. Das Nutzungskonzept hierfür stammt aus dem Jahr 2017. Daher müsse geklärt werden, ob die Bedarfe von damals noch bestehen und ob diese im Schulgebäude realisiert werden könnten. Einig war man sich, dass das Gebäude mit dem 3358 Quadratmeter großen Grundstück vielfältige Möglichkeiten bietet.
Viele Vorschläge, einige wurden verworfen
Die Liste der Ideen war lang. Stichworte waren ein Haus der Musik, Tagespflegeplätze, Arztpraxis, Haus der Gesundheit, Familienstützpunkt, barrierefreies Wohnen, Wohngemeinschaften für betreutes Wohnen, Mehrgenerationenhaus, Dorfladen, elektronisch geführte Nahversorgung, Mittagstisch für Bedürftige oder Senioren, Gründerzentrum, Co-Working-Space oder Büroräume. Eine Privatschule wurde von den Markträten eher kritisch gesehen, da sie Konkurrenz für die Grundschule in Pyrbaum bedeute.
Geschäftsführer Richard Forster erläuterte unterschiedliche Szenarien. Zur Tagespflege hätten mögliche Betreiber erklärt, dass aktuell die bestehenden Plätze im Seniorenheim Pyrbaum ausreichen und kein weiterer Bedarf bestehe. Langfristig werde dieser aber sicher steigen. Daher sollte man das Gebäude so gestalten, dass Tagespflegeplätze später möglich seien.
Ist ein großer Veranstaltungsraum möglich?
Für eine Arztpraxis konnte bislang kein Arzt gefunden werden. Sollte die Entscheidung zur Nutzung als Wohnraum fallen, sei klar, dass dies mit weiteren Nutzungsmöglichkeiten wie „Haus der Musik“ zu Konflikten führe.
„Wir sollten uns fragen, welche Infrastruktur stärkt unser Dorf für die Zukunft?“ Regina Lindner
Zentrales Anliegen beim Bau des Dorfgemeinschaftshauses 1 war ein Veranstaltungsraum für bis zu 300 Personen. Der könne im Schulhaus nicht realisiert werden, nur in kleinerer Form oder durch einen Anbau. Auch Fördermöglichkeiten wurden ausgelotet. Laut Forster gibt es durch die Städtebauförderung bis zu 80 Prozent Zuschuss der förderfähigen Kosten, für einkommensgerechten Wohnungsbau bis zu 40 Prozent, über die PflegesoNahFöR 25 000 Euro pro Tagespflegeplatz. „Ein Haus der Gesundheit“ favorisierte Gerhard Meyer, der auch daran erinnerte, dass die Schule beim geplanten Umbau des Rathauses in Pyrbaum eine gute Ausweichmöglichkeit biete.
Tatsächlicher Bedarf ist noch zu klären
Bei der Diözese sollte nachgefragt werden, wie lange das Pfarrheim Seligenporten noch für die Proben der Dorfmusik genutzt werden kann. Von Eichstätt gebe es hierzu noch keine Signale, so Langner.
Roland Lehmeier mahnte, sich nicht auf Fördermittel zu konzentrieren, sondern nach Bedarf zu entscheiden. Stefan Zeltner informierte mit Blick auf das Nutzungskonzept von 2017, dass viele Vereine bereits aktiv wurden und eigene Lösungen gefunden hätten. Regina Lindner mahnte: „Wir sollten uns fragen, welche Infrastruktur stärkt unser Dorf für die Zukunft?“
Langner erklärte, dass nun mit allen Beteiligten der noch bestehenden Bedarf abgeklärt werde.