Die Nutzung der alten Schule in Seligenporten bleibt weiter unklar

Beim Ortstermin in der Schule Seligenporten am Donnerstag wurden bei vielen Pyrbaumer Markträten Erinnerungen wach, hatten einige doch selbst hier die Schulbank gedrückt. Der Blick in die Zukunft des Gebäudes allerdings bleibt getrübt.
Aktuell befindet sich im Schulhaus die Mittagsbetreuung der Grundschüler. Nach Fertigstellung der Schule Pyrbaum wird das Gebäude jedoch leer stehen. Einziger Tagesordnungspunkt der Sondersitzung war daher die Nachnutzung von Schulhaus und -gelände, das 3358 Quadratmeter misst.
Im Sitzungssaal in der Bräustuben erläuterten Kathrin Kimmich, Geschäftsführerin der Regina GmbH und Sozialraumkoordinatorin Patricia Kleibert den aktuellen Stand. Demnach fanden Einzelgespräche mit den Markträten statt, zudem waren die Bürger aufgerufen, Ideen für die weitere Nutzung abzugeben und die Bandbreite an Vorschlägen war groß.
Kimmich fordert eine Grundsatzentscheidung
Erster Schritt aber müsse eine Entscheidung zum Dorfgemeinschaftshaus I sein, so Kimmich. 2017 wurde hierfür ein Nutzungskonzept erstellt, das Gebäude geplant, aber nicht gebaut. Nun stelle sich die Frage, welche Bedarfe überhaupt noch vorhanden seien und ob diese im Schulhaus realisiert werden könnten. Daher müsse eine Grundsatzentscheidung pro oder contra Dorfgemeinschaftshaus I an erster Stelle stehen, empfahl Kimmich dringend. In diesem Zusammenhang sei auch die Kirwa zu sehen, die nach Bau des Dorfgemeinschaftshauses in dessen direktem Umfeld hätte stattfinden sollen.
Viele Ideen wurden für das Schulhaus in Seligenporten
Die gesammelten Vorschläge zur Nachnutzung des Schulhauses wurden in Themengruppen gesammelt und nun vorgestellt. Unter „Vereins- und Gemeindeleben, Kultur, Bildung“ waren Ideen wie ein Haus der Musik, Repair-Café, Privatschule oder Gemeindearchiv. Bei „Gesundheit und Pflege“ wurden Tagespflege, Arztpraxis, Therapieangebote und Familienstützpunkt genannt. Bei „Wohnformen“ ging es um einkommensgerechtes oder auch barrierefreies Wohnen und Mehrgenerationenhaus, bei „Grundversorgung“ um Dorfladen, Mittagstisch für Bedürftige und Senioren, Cafétreff oder Poststation. Zur „Wirtschaft“ wurden Gründerzentrum, Co-Working-Space, kleines Hotel, Büroräume oder Dienstleistungen der Gemeinde aufgeführt.
Eingeholt wurden auch Fördermöglichkeiten, wie Städtebauförderung mit bis zu 80 Prozent, kommunaler Wohnungsbau mit bis zu 40 Prozent oder auch PflegesoNah-Förderung mit 25 000 Euro pro Tagespflegeplatz.
Tagespflege wäre möglich
Bürgermeister Michael Langner ergänzte, dass zum Thema Tagespflege bereits mit Caritas und Diakonie Kontakt aufgenommen wurde. Das Gebäude sei sicher geeignet, so der Tenor der möglichen Betreiber. Etwa 20 Plätze seien nötig, damit sich das Angebot rechne. Geschäftsführer Richard Forster unterstrich, dass man die bestehenden Plätze im Seniorenheim Pyrbaum nicht vergessen dürfe, denen man nicht das Wasser abgraben dürfe. Kleibert betonte, dass Tagespflege grundsätzlich „ein schwieriges Pflaster“ sei.
Viele Räte meldeten sich in der Diskussion zu Wort. Denkbar sei eine Mischnutzung, Erdgeschoss Tagespflege, erster Stock Arztpraxis, zweiter Stock Vereinsnutzung. Ärzte nach Seligenporten zu holen, stand bei allen Räte weit vorne, doch Kleibert verwies darauf, dass es nicht leicht sei, diese zu finden.
Wieder kein Beschluss gefasst
Wichtig war den Räten, die Bürger zu beteiligen. Kimmich empfahl, zunächst über die grundsätzliche Richtung im Marktrat zu entscheiden und dann die Bürger mit ins Boot zu holen. „Heute können wir sicher keinen Beschluss fassen“, stellte Stefan Zeltner schließlich fest. Zunächst sollte in den Fraktionen über die weitere Vorgehensweise beraten werden. Das unterstützte auch Gerd Kärgelein. Einig waren sich die Räte, dass im Gebäude etwas für die Bürger entstehen solle. Das Thema Tagespflege soll vertieft, Bedarfe und Finanzierung abgeklärt werden.