Christian Springer ist Gastredner bei der Regensburger Großdemo gegen Rechts

Von Rainer Wendl · 30. Januar 2025 um 05:00

Am Sonntag finden in Regensburg eine Demo gegen Rechts am Domplatz und ein Fest für Demokratie und Vielfalt am Haidplatz statt. Jetzt stehen weitere Details dazu fest.

Christian Springer zählt nicht nur zu den beliebtesten Kabarettisten Bayerns, seit Jahren ist er auch ein profilierter Kämpfer für Demokratie und Menschlichkeit. Regelmäßig tritt er bei Veranstaltungen auf und spricht dabei Klartext gegen Rechtsextremismus. Am Sonntag wird er dies auch auf dem Regensburger Domplatz tun. Er ist einer der Redner bei der um 13 Uhr beginnenden Demo „Gemeinsam gegen Rechts – Stoppt die rechte Normalisierung“.

„Der ist für so etwas zu haben und hat deshalb auf eine Anfrage von uns sehr zügig zugesagt“, freut sich Martin Oswald vom Veranstaltungsteam der Initiative gegen Rechts (IgR) über den prominenten Gast. Neben Springer werden beispielsweise Rico Irmischer, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Regensburg, oder Vertreter der Organisation Studis gegen Rechts sowie weiterer Mitglieder der IgR das Wort ergreifen. Politische Parteien, das ist dieses Mal wegen der nahen Bundestagswahl die eherne Regel, haben keinen Platz auf der Bühne.

Vorjahr ist nicht der Maßstab

Diese wird zwischen Dom und Ulrichskirche vor dem Durchgang zum Domgarten aufgebaut sein. Zusätzlich zu den Reden wird es dort auch musikalische Darbietungen geben. Da Mitte der Woche einige der eingeplanten Künstler erkrankt waren, könne das genaue Programm laut Oswald erst kurzfristig festgelegt werden.

Als „denkbar unkompliziert“ lobt er hingegen die Zusammenarbeit mit dem städtischen Ordnungsamt. Als wesentlicher Beitrag für einen geordneten Ablauf wird allenthalben die Wahl des Veranstaltungsorts gesehen: Nachdem im Vorjahr der Haidplatz angesichts von 13.000 Teilnehmern buchstäblich aus allen Nähten geplatzt war, geht man heuer auf den deutlich offeneren Domplatz.

„Das ist eine große Fläche, wobei wir nicht erneut mit einer fünfstelligen Teilnehmerzahl rechnen. Der Zuspruch auf Social Media ist zwar gut, aber 2024 war etwas Besonderes und dient uns nicht als Maßstab, den wir dieses Mal unbedingt wieder erreichen müssten“, betont Oswald. In Sachen friedlicher Ablauf sei 2024 aber sehr wohl die Messlatte: „Wir gehen von keinerlei Konfrontationen aus.“

Völlig unbeteiligt ist der Haidplatz übrigens auch in diesem Jahr nicht. Eben dort schließt sich nämlich nach Ende der Demo am Domplatz um 15 Uhr ein Fest für Demokratie und Vielfalt an. Dieses wird von einem breiten Netzwerk von Organisationen wie Sea-Eye, Fridays for Future, Health for Future oder den Falken veranstaltet.

Werbung für Demokratie

Es gibt Essen und Trinken, Infostände und Mitmachaktionen sowie Kunst- und Musikdarbietungen. Wie die Veranstalter ausführen, soll das Fest zu einer Werbung für Demokratie und Vielfalt werden und Raum für Begegnung und Dialog schaffen. „Es ist wichtiger denn je, gemeinsam für eine weltoffene und solidarische Gesellschaft einzutreten“, wird Jana Sommer vom Netzwerk Nachhaltigkeit, das ebenfalls zu den Organisatoren gehört, in der Ankündigung zitiert.

Dass sich die beiden Großveranstaltungen gegenseitig Konkurrenz machen könnten, befürchtet Martin Oswald nicht. Es gebe zwar eine inhaltliche Überschneidung, aber keine zeitliche. „Wir werden am Domplatz nach maximal eineinhalb Stunden fertig sein. Dann können alle, die Lust haben, in aller Ruhe zum Haidplatz weiterziehen. Wir werden die Teilnehmer auf dieses Fest hinweisen und finden es auf jeden Fall gut, dass es stattfindet.“