Ein Quartiersmanager für Rötz – Das Ziel: Die Lebensqualität älterer Menschen verbessern

Neben zahlreichen anderen Punkten auf der Tagesordnung hat sich der Stadtrat am Montag mit der Bewerbung um Fördergelder für die Durchführung der Maßnahme „Quartiersmanagement Rötz – Gemeinsam für unsere Zukunft“ mit besonderer Berücksichtigung älterer Menschen beschäftigt.
Das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales stellt Fördergelder für die Beschäftigung eines Quartiermanagers bereit. Im Rahmen des Integrierten Digitalen Entwicklungskonzepts (IDEK) wurde für die Stadt Rötz bereits ein Quartierskonzept entwickelt.
Lebensqualität verbessern
Das Quartierskonzept hat zum Ziel, die Lebensqualität älterer Menschen zu verbessern. Dabei stehen die Gestaltung einer seniorengerechten Quartiersentwicklung, die Sicherung einer tragfähigen Infrastruktur und die Förderung sozialer Netzwerke im Mittelpunkt. Innovative Ansätze und integrierte Maßnahmen sollen entwickelt werden, um den Herausforderungen gerecht zu werden.
In den folgenden Themenbereichen sind Maßnahmen geplant: Beratung und soziale Netzwerke, ortsnahe Unterstützung und Pflege, Wohnung und Grundversorgung. Der Finanzierungsplan beinhaltet die Beschäftigung eines Quartiersmanagers über einen Zeitraum von vier Jahren. Dabei handle es sich um eine Halbtagsstelle, erklärte Spindler. Die Frage Tino Gmachs (FW), ob dies das ganze Stadtgebiet betreffe, konnte Spindler bejahen. Markus Dirscherl (LU) stellte die Frage, wie es nach den vier Jahren weitergeht. „Wir wollen in diesem Zeitraum viel vorantreiben und im Auge behalten, was danach weitergeführt wird“, versicherte der Bürgermeister.
Auf eine Frage von Josef Brandl (FW) nach dem Startzeitpunkt entgegnete er, die Vorbereitungen würden etwa ein viertel bis ein halbes Jahr betragen, und man habe bereits jemanden „in Aussicht“, mit dem man Anfang Februar ein Gespräch führen wolle.
Das Gremium stimmte der Bewerbung um Fördergelder für die Durchführung der Maßnahme und der damit verbundenen Einstellung eines Quartiersmanagers zu. Ein Tagesordnungspunkt war kurzfristig vom nicht-öffentlichen in den öffentlichen Teil verlegt worden: Es ging um die Information, dass die Reinigungs- und Bewirtschaftungskosten für das öffentliche WC der Stadt im vergangenen Jahr 5302,91 Euro betrugen, während 379,36 Euro durch freiwillige Spenden der Toilettenbenutzer eingenommen worden sind.
Die öffentlichen Toiletten im Bräuhausgarten standen auch auf der Liste der Anregungen aus dem Inklusionsspaziergang im September, mit denen sich der Stadtrat am Montag befasste. Wie berichtet, waren die dabei festgestellten Hürden bereits im Bauausschuss beraten und mit Matthias Riederer, dem Behindertenbeauftragten der Stadt, sowie Seniorenbeauftragter Anni Bittner vorab diskutiert worden. Beim Inklusionsspaziergang hatte man festgestellt, dass die Türen vor allem für Rollstuhlfahrer schwer zu öffnen sind. Wegen der hohen Anschaffungskosten für motorische Türen muss auf diese allerdings verzichtet werden, informierte der Bürgermeister.
Eine Anregung war auch, bei dem öffentlichen WC Sitzgelegenheiten zu schaffen, was vom Gremium befürwortet wurde. Zudem soll der Hinweis auf den Standort der Toilette in der Heimatinfo-App veröffentlicht werden. Der Schrank im Gebäude war als störend empfunden worden. Jemand, der blind ist, finde sich schwerer zurecht, je mehr Sachen in einer Toilette stünden – wo man diese eher nicht erwarte, heißt es in den Anregungen aus dem Inklusionsspaziergang. Der Vorschlag: Den Schrank, falls möglich, im Außenbereich des Häuschens in einem verschließbaren Verschlag unterzubringen.
Notfallknopf für WC?
Tino Gmach brachte einen Notfallknopf für die öffentliche Toilette ins Gespräch, für den Fall, dass jemand nicht mehr in der Lage sei, aus irgendeinem Grund die Tür zu öffnen. Auch Markus Riederer (FW) befand einen Notfallknopf für sinnvoll, da es beispielsweise möglich sei, dass jemand einen Kreislaufkollaps oder ähnliches erleide und sich dann in einer hilflosen Situation befinde.
Grundsätzlich, so Josef Brandl, wäre es gut, sich zu erkundigen, ob es für alle Maßnahmen der Liste der Anregungen aus dem Inklusionsspaziergang einen Fördertopf gebe. Matthias Riederer sagte zu, beim nächsten Treffen der Behindertenbeauftragten im Landkreis nachzufragen.
Ausgaben für den Quartiersmanager
Finanzierungsplan: Die Zuwendung beträgt für vier Jahre bis zu 80 000 Euro, höchstens aber 90 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben. Der Finanzierungsplan sieht derzeit Ausgaben für den Quartiersmanager in Höhe von 103 471,23 Euro vor.
